Efringen-Kirchen Fünf Zelte für weitere 100 Menschen

Weiler Zeitung
Erst gestern kam in Efringen-Kirchen ein weiterer Bus mit Flüchtlingen an. Fotos: Marco Schopferer Foto: Weiler Zeitung

Von Marco Schopferer

Efringen-Kirchen. Die Kapazitäten der Flüchtlingsunterkunft in Efringen-Kirchen werden in den nächsten Tagen erheblich ausgebaut. Gestern wurde der bisherige Gemeinschaftsraum bezogen, der 40 zusätzlichen Flüchtlingen ein nur wenig komfortables Zuhause bietet. Bereits am Wochenende soll der Katastrophenschutz des Technischen Hilfswerkes (THW) fünf Zelte für weitere 100 Asylbewerber aufbauen, hinzu kommen zwei Container mit Waschgelegenheiten und zehn mobile Toiletten. Außerdem wird vor der Unterkunft ein Cateringunternehmen drei Versorgungszelte aufbauen.

„Wir haben eine echte Krisensituation“, begründete Kraft im Rahmen eines Treffens des Flüchtlingsarbeitskreises „Fürenand“ am Dienstagabend im Keller des Museums „Alte Schule“ den überaus schnellen Ausbau der Gemeinschaftsunterkunft (GU).

Ursprünglich sollten in Efringen-Kirchen 100 Asylsuchende untergebracht werden; danach ließ das Landratsamt Container hinzubauen und erhöhte so seit Januar die maximale Belegungszahl auf 179. Gestern wurde dann begonnen, den 130 Quadratmeter großen Gemeinschaftsraum mit Flüchtlingen zu belegen. Damit können 220 Menschen in der GU untergebracht werden.

Doch auch dies wird nicht reichen, um die wachsende Zahl an Flüchtlingen im Landkreis unterzubringen. Deshalb wird am Samstag ein Camp mit fünf Großraumzelten für weitere 100 Menschen auf der westlichen Seite des Areals errichtet. Zwei Container mit Sanitäranlagen hat der Landkreis zudem angemietet; zehn Dixieklos werden am Rande positioniert.

In den Zelten zu leben, „ist kein Spaß“, bekannte dann auch Kraft vor dem Helferkreis. Es sei durchaus denkbar, dass es bei einer so engen Belegung auch zu Konflikten unter den Heimbewohnern kommen könnte. Ein privater Sicherheitsdienst ist deshalb nun rund um die Uhr vor Ort.

Zeltlager bis Ende Oktober genehmigt

Derzeit hätten Landratsamt und Heimleitung die Idee, in den Zelten vor allem die „weniger traumatisierten Flüchtlinge“ unterzubringen, so Kraft. Zehn bereits in der Unterkunft lebende, junge und alleinstehende Männer wolle sie heute dann auch bitten, nächste Woche in die Zelte umzuziehen, um ihre Zimmer traumatisierten Familien mit Kindern zur Verfügung zu stellen. Als Argument für solch einen Umzug diene womöglich, dass die Zeltbewohner nicht kochen müssen.

Denn Kochmöglichkeiten werden die dortigen Bewohner nicht haben. Ein Caterer, der in Bayern bereits Erfahrungen mit dem Bekochen von Flüchtlingen gesammelt hat, wird drei Zelte auf dem Vorplatz der Flüchtlingsunterkunft zur Straße hin aufstellen. Ein Zelt für die Zubereitung der Speisen und zwei weitere, wo die Zeltbewohner dann an Tischen essen können.

Eine Dauerlösung ist die aktuelle Politik des „Stopfens und Pressens“ allerdings nicht. Die Zelte sind nicht winterfest, deren Belegung nur bis Ende Oktober gesetzlich erlaubt. Danach soll das Provisorium wieder zurückgebaut werden und nur noch 220 statt der ab nächsten Mittwoch anvisierten 320 Flüchtlinge in der GU Efringen-Kirchen leben. Außerdem hofft Kraft, dass ab Januar 2016 auch der Gemeinschaftsraum wieder seinem ursprünglichen Verwendungszweck zugeführt werden kann und man wieder eine Regelbelegung von 180 Menschen erreicht.

Der Landkreis arbeitet mit Hochdruck an zahlreichen Lösungen zur Flüchtlingsunterbringung im Kreisgebiet. Dass in Efringen-Kirchen der Katastrophenschutz nun erstmals Zelte aufbaut, ist dem Umstand geschuldet, dass es hier größere, ebenerdige Freiflächen gibt. Spielplatz und Bolzplatz bleiben von der Maßnahme unangetastet.

Auch auf den Flüchtlingskreis „Fürenand“ kommen nun ganz neue und viel größere Aufgaben zu. Heimleiterin Kraft warb deshalb um weitere Helfer (wir berichten noch).

u Siehe Artikel auf der Regio-Seite.

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