Efringen-Kirchen Für Bildung jenseits aller Grenzen

Der Austausch der Literatur soll im wahrsten Sinne des Wortes zur Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich beitragen.Symbolbild: sba/Jaspersen Foto: Weiler Zeitung

Die Gemeinden Efringen-Kirchen und Rosenau rufen 2020 eine bilinguale Bibliothek ins Leben. Diese soll der Startschuss für weitere grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Bildungsbereich sein.

Von Ingmar Lorenz

Efringen-Kirchen. Die Idee: In der Mediathek in Efringen-Kirchen können künftig französische Medien aus Rosenau ausgeliehen werden, in der französischen Gemeinde gibt es gleichzeitig ein Regal mit deutschen Büchern aus dem Bestand aus Efringen-Kirchen.

Das Projekt stellte Bürgermeister Philipp Schmid im Rahmen der Verhandlungen zum Haushaltsplan in der jüngsten Verwaltungsausschusssitzung vor. Dort war kurz darüber diskutiert worden, die 2500 Euro für das Projekt aus dem Haushaltsplan zu streichen. Letzten Endes aber sprach sich das Gremium mehrheitlich dafür aus, die Mittel im Plan zu belassen.

Auch Zusammenarbeit der Schulen geplant

Hintergrund der bilingualen Bibliothek sei der Neubau des Rathauses und die damit verbundene Neueinrichtung der Mediathek in Rosenau. Gemeinsam mit seinen Kollegen an der Verwaltungsspitze in Rosenau und Kembs sei laut Schmid im Zuge dessen die Idee des gegenseitigen Austauschs der Medien entstanden. Dieser soll aber nur der Anfang einer größer angelegten grenzüberschreitenden Zusammenarbeit sein. Denn laut Schmid bekommt Kembs in einigen Jahren eine eigene Realschule, und man sei bereits dabei, entsprechende Kontakte zwischen den Bildungseinrichtungen auf deutscher und französischer Seite zu knüpfen, so der Bürgermeister.

Das Projekt der bilingualen Bibliothek steht indes schon seit einiger Zeit im Raum, erklärt Juliane Blum, Leiterin der Mediathek. Ursprünglich sei die Einrichtung schon dieses Jahr vorgesehen gewesen, allerdings habe sich die Eröffnung der neuen Mediathek in Rosenau verschoben. Diese steht nun im Sommer 2020 an.

Für Blum ist das Projekt auch deshalb besonders wertvoll, weil damit ein niederschwelliges Bildungsangebot gerade für Kinder und Jugendliche geschaffen wird. Denn an diese sollen sich die fremdsprachigen Medien in erster Linie richten. Das sei, so Blum, mit Blick auf die Veränderungen beim Französischunterricht an den Grundschulen in der Grenzregion umso wichtiger.

„Wir werden im Untergeschoss der Mediathek ein Regal einrichten“, erklärt Blum die Umsetzung. Darin sollen etwa 50 bis 70 klassische Medien in französischer Sprache vorhanden sein. Diese kommen dann zwar aus dem Bestand der Mediathek Rosenau, können aber von den Nutzern der Mediathek Efringen-Kirchen ganz normal zu den dort geltenden Konditionen ausgeliehen werden.

In Rosenau läuft es entsprechend – nur eben mit deutschen Medien aus der Mediathek Efringen-Kirchen.

„Meine Hoffnung ist, dass es sich um zusätzliche Bestände handelt“, sagt Blum. Mit anderen Worten, die Bücher, die nach Rosenau kommen, sind idealerweise nicht alle aus dem derzeitigen Bestand der Mediathek, sondern werden neu angeschafft. Denn die Bücher sollen der Mediathek ja anschließend nicht fehlen. Angedacht ist, dass besonders die deutschen beziehungsweise französischen Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur ausgetauscht werden. „Es wird im neuen Jahr noch ein Treffen geben, bei dem die weiteren Details besprochen werden“, schaut Blum voraus.

TEB-Förderantrag wird gestellt

Was die Kosten angeht, hatte Schmid im Verwaltungsausschuss bereits angekündigt, dass für das Projekt ein Förderantrag beim Trinationalen Eurodistrict Basel (TEB) gestellt werden wird. Der Austausch könne dann im Idealfall TEB-gefördert zum „Nulltarif“ laufen, so der Bürgermeister. Unabhängig von der Kostenfrage müsse man die bilinguale Bibliothek aber auch als ein Stück gelebtes Europa verstehen, so Schmids Plädoyer im Verwaltungsausschusses.

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