Efringen-Kirchen Gefragter Rat von Landfrauen

Ines Bode
Wo drückt jungen Müttern und Frauen heute der Schuh?: Lucia Kaufmann (rechts) im Austausch mit einer Besucherin. Foto: Ines Bode

Wie stopft man eigentlich ein Loch im Socken? War da nicht was mit einem Gitter? Wie macht man Gemüse haltbar – aber ohne Stromverbrauch? Fragen wie diese kamen am Info-Stand des Sommerfestes der Egringer Landfrauen auf – sehr zur Freude der Organisatorinnen.

Von Ines Bode

Efringen-Kirchen - Feste der Landfrauen auf dem Seebodenhof gab es schon viele, aber erstmals stand am Sonntag eine konkrete Frage im Mittelpunkt. Wo drückt den jüngeren Müttern und Frauen der Schuh? In diesem Zuge wurde verdeutlicht, dass man weder von einem Bauernhof kommen noch selbst einen bewirtschaften müsse, um Landfrau zu sein. Dieses Klischee bestehe nach wie vor, teilte Annette Goller vom Vorastand mit. Doch allein das Interesse an der Vereinstätigkeit reiche schon aus. Und das war den ganzen Nachmittag sicht- und hörbar. Ein Auslöser dieses Junifests war übrigens die überraschend positive Resonanz bei einer groß angelegten Online-Aktion Ende März.

Von Beginn an bevölkerten Familien mit kleineren Kindern das idyllische Anwesen. Hinzu kam die ältere Generation der Landfrauen, die es sich an einem Schattenplätzchen bei Kaffee und Kuchen gut gehen ließ, worüber sich Christine Kaufmann als Vorsitzende freute.

Junge Frauen stellten viele Fragen

Und dann waren da noch junge Frauen, einzeln oder zu zweit, die der Frage nachgingen: „Wäre das was für mich?“ Der Informationsaustausch war einfach: Man notierte auf einem Zettel, was man bei den Landfrauen lernen möchte, oder welche Aktivitäten man sich wünscht. Da ging es beispielsweise um das Haltbarmachen von Gemüse ohne Strom zu verbrauchen, um Kräuterkunde, das Kochen von Babybrei und die Herstellung von Sauerkraut.

Auch Ratschläge zum Umgang mit Kleinkindern gehörten dazu. Weitere Anliegen galten dem Basteln und Töpfern für Kinder oder einer Holzwerkstatt. Ein etwa zehnjähriger Bub hätte sich sogar nach einem Nähkurs für Kinder erkundigt, freut sich Goller. Viele Fragen ähnelten denen der Vorgängergenerationen. Andere entstammten merkbar der heutigen Zeit. Lucia Kaufmann, Tochter der Vorsitzenden, ist selbst Mutter und seit kurzem auch Landfrau und hat deren Themen für sich entdeckt. Einerseits möchte sie wissen, wie man Socken stopft, andererseits findet sie eine Massage für Babys wichtig. Hinzu kommt die eigene Fitness und die kreative Gestaltung von Landfrauen-Abenden. Zur Frage, ob eine von Schlafmangel gepeinigte Mutter abends noch Power hat, meint sie: „Wenn es mich interessiert, schon“.

Summende Papierbienen und Landluft im Kuhstall

Auch die anderen Angebote kamen gut an: Warteschlangen bildeten sich beim Ponyreiten und beim Glücksrad. Tatsächlich summende Bienen entstanden in der Bastelecke. Man konnte zahme Ziegen streicheln, und die mutigsten wagten sich in den Kuhstall, wo es eine Nase echter Landluft gab.

Nicht zuletzt nutzten die Vorstandsfrauen den Anlass, ihren modernen und offenen Verein zu präsentieren: Dazu gehört das politische Engagement. Die Landfrauen machten sich etwa für den „Ausbau der Datenautobahn“ und für die Hebammen im ländlichen Raum stark. Aktuell geht es um eine Palliativstation im neuen Kreisklinikum.

  • Bewertung
    1

Umfrage

Putin

Was halten Sie vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs von der Sanktionspolitik gegen Russland?

Ergebnis anzeigen
loading