Efringen-Kirchen Gestalten als geistiger Ausgleich

Franz Kiefer in seinem Büro in der Isteiner Ortsverwaltung. Nach der Kommunalwahl wird hier sein Nachfolger sitzen. Foto: Ingmar Lorenz

Istein - Nach der Kommunalwahl im Mai wird es für Franz Kiefer politisch deutlich ruhiger zugehen. Denn als Gemeinderat und Ortsvorsteher wird der 73-Jährige nicht mehr antreten. Lediglich für den Kreistag kandidiert er erneut. Seine langjährige Tätigkeit als Ortsvorsteher war geprägt von der Umsetzung vieler Projekte und brachte Höhen und Tiefen mit sich.

Wenn Franz Kiefer seine 20 Jahre an der Spitze der Isteiner Ortsverwaltung Revue passieren lässt, kommt ihm zuerst das Thema Hochwasserschutz in den Sinn. Denn die Voraussetzungen in Istein seien diesbezüglich sehr schwierig gewesen. „Es ist im Dorf sehr flach, und das Wasser konnte bei Starkregen nicht schnell genug abfließen.“ Lebhaft ist Kiefer das Hochwasser im Jahr 2003 in Erinnerung geblieben. Damals sei viel Erdreich von den Äckern auf die Straßen des Dorfs gespült worden. Deshalb sind für Kiefer auch der Bau des Havariebeckens, die Abfluss-Erweiterung und besonders der Bau der Stellfalle wichtige Maßnahmen während seiner Zeit als Ortsvorsteher gewesen.

Auch Baumaßnahme standen auf der Agenda, etwa die Errichtung der Roten Brücke oder der Lärmschutzwall entlang der Autobahn.

Sanierungen habe es dagegen eher weniger gegeben, erinnert sich Kiefer. „Als ich 1999 Ortsvorsteher wurde, waren viele Maßnahmen an den öffentlichen Gebäuden schon umgesetzt.“ Eine größere Renovierung sei lediglich an der Fassade des Friedhofsgebäudes nötig gewesen.

„2009 haben wir zudem ein Baugebiet mit zwölf Bauplätzen erschlossen. 2019 erschließen wir eines mit neun Plätzen“, erklärt Kiefer die bauliche Entwicklung Isteins. „Wir machen kleine Schritte, weil wir wenig Flächen haben. Würden wir alles sofort erschließen, wäre alles auch sofort verkauft“, so der Ortsvorsteher.

Bereits vor der politischen Laufbahn engagiert

Als ein besonders wichtiges Thema nennt Kiefer auch die Änderung des Grundschulbezirks. „Das hat damals zu heftigen Diskussionen geführt. Inzwischen glaube ich aber, dass wir eine gute Lösung gefunden haben.“ Dass Kiefer dieses Thema besonders am Herzen liegt, hat nicht zuletzt auch mit seinem eigenen politischen Werdegang zu tun. Denn der hatte seinen Ausgangspunkt in Kiefers Tätigkeit als Elternvertreter. An fast allen Schultypen sei er tätig gewesen, berichtet der Vater von vier Kindern.

Zudem war er bereits vor seiner kommunalpolitischen Laufbahn Festchef im Sportverein. Mit Organisation und Diskussion kannte sich Kiefer also schon aus, als er in den frühen 1980er Jahren gefragt wurde, ob er sich nicht kommunalpolitisch engagieren möchte. Dass Kiefer damals einwilligte, hatte nicht nur mit seinem Wunsch zu tun, etwas gestalten zu wollen. „Ich habe einen geistigen Ausgleich zur harten körperlichen Arbeit gebraucht“, sagt der gelernte Metzger.

Seit seinem ersten kommunalpolitischen Engagement hat sich in Istein viel verändert, betont Kiefer. „Als ich 1970 nach Istein kam, waren die Dächer noch weiß“, sagt der aus Ehrsberg stammende Kommunalpolitiker etwa mit Blick auf das Kalkwerk. Das habe sich aber bald geändert, nachdem das Werk stark in Maßnahmen zum Umweltschutz investiert hatte. Auch das Bammerthüsli sei renoviert worden, die Ortsbroschüre wurde entworfen und die Festlichkeiten anlässlich des 875-jährigen Bestehens des Dorfs wurden organisiert.

Aber auch in Zukunft bleibt es in Istein spannend, denn die Sanierung der Halle muss umgesetzt werden, sagt der Ortsvorsteher. Auch der Kontakt mit Rosenau wird weiter eine wichtige Rolle spielen, nachdem er in den vergangenen Jahren intensiviert wurde. Und natürlich steht 2020 wieder das Chlimse­fest auf dem Programm. Für Kiefer ist die jedes Schaltjahr stattfindende Feier eines der wichtigsten Ereignisse in Istein überhaupt. Besonders in Verbindung mit der Festmesse sei das Chlimsefest im gesamten Landkreis einzigartig.

Rückblickend auf seine Zeit als Ortsvorsteher sagt Kiefer: „Es war eine spannende Zeit und mein Dank gilt dem Ortschaftsrat und meiner Sekretärin, Daniela Britsche, für die gute Zusammenarbeit.“

Tätigkeit als Ortsvorsteher hatte auch Schattenseiten

Wieso also nicht weiter an der Spitze der Ortsverwaltung tätig sein? 30 Jahre im Gemeinderat, 25 Jahre im Ortschaftsrat und 20 Jahre als Ortsvorsteher sind genug, findet Kiefer. Zudem sei es nicht immer einfach gewesen. „Es waren viele schöne Jahre, aber teilweise ist es auch zu persönlichen und unsachlichen Dingen gekommen, die unter der Gürtellinie waren“, erklärt Kiefer.

Trotzdem will er weiter im Kreistag kommunalpolitisch tätig sein und auch in Istein wird er sich weiter einbringen, etwa durch die Führungen durch den historischen Ortskern oder die Sammlungen für die Kriegsgräberfürsorge.

Und was wird er mit dem Plus an Freizeit nach der Kommunalwahl anfangen? „Freizeit?“, überlegt Kiefer. „Das werde ich erst noch lernen müssen.“

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