Efringen-Kirchen Große Maßnahmen stehen an

Ingmar Lorenz
Bei der Gemeinde, respektive dem Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung, stehen größere Investitionen ins Haus. Foto: dpa/Jens Büttner

Die Gemeinde Efringen-Kirchen wird in den kommenden Jahren vermehrt ins Abwassersystem investieren müssen. Priorität hat dabei zunächst das Regenüberlaufbecken Huttingen/Wintersweiler.

Von Ingmar Lorenz

Efringen-Kirchen. An dessen Bau, der voraussichtlich mit 3,7 Millionen Euro zu Buche schlagen wird, ist das Fortschreiten im Baugebiet „Mittlerer Weg“ in Huttingen geknüpft. Vereinfacht ausgedrückt, kann es im Huttinger Baugebiet nur dann vorwärtsgehen, wenn das Regenüberlaufbecken (RÜB) gebaut wird. Wie Christof Diemer vom Büro dwd in seinem Sachstandsbericht in der jüngsten Gemeinderatssitzung erläuterte, stehen aber mittelfristig noch weitere Maßnahmen ins Haus. In Egringen etwa muss im Zuge der Erschließung des Neubaugebiets „Brühl“ ein Regenüberlauf gebaut werden. Und auch in Welmlingen ist in absehbarer Zeit ein Neubau fällig.

Der größte „Brocken“ bleibt aber zunächst das RÜB Huttingen/Wintersweiler. Diemer geht davon aus, dass der Bau dafür im kommenden Jahr beginnen kann und etwa zehn bis zwölf Monate dauern wird.

Auch Neubau in Welmlingen geplant

Karl Rühl (CDU) stellte mit Blick auf die hohen Investitionen beim RÜB Huttingen /Wintersweiler die Frage nach der finanziellen Belastung durch die weiteren anstehenden Maßnahmen.

Diemer erklärte, dass auch der Neubau in Welmlingen kostenintensiv werden wird. Er stellte in einer ersten groben Kostenschätzung die Zahl 2,8 Millionen Euro in den Raum. Die anderen Maßnahmen würden hingegen weniger stark zu Buche schlagen.

Richard Ludin (CDU) betonte auch als Ortsvorsteher, dass eine rasche Umsetzung der Maßnahme in Welmlingen erfolgen sollte, durch die den Überschwemmungen bei Starkregenereignissen entgegengewirkt werden könne. Wie Diemer jedoch erläuterte, habe nach dem RÜB Huttingen/Wintersweiler zunächst der Regenüberlauf in Egringen Priorität, damit dort die Erschließung des Baugebiets in Angriff genommen werden kann.

Bernd Münkel (FDP) wollte wissen, in welchem allgemeinen Zustand sich das Abwassersystem in Efringen-Kirchen im Vergleich zu anderen Gemeinden befindet. „Es ist nicht besser oder schlechter als woanders“, legte Diemer dar.

15 Rückhalte- und Entlastungsbauwerke befinden sich auf dem Gemeindegebiet von Efringen-Kirchen, erläuterte er die allgemeine Situation. Diese müssen vom Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung ebenso wie das Kanalnetz instand gehalten werden. Gerade bei Letzterem bestehe die Gefahr, dass die steigenden Mengen an Abwasser, die durch neue Baugebiete, durch Innenverdichtung, jüngst aber auch durch vermehrte punktuelle Starkregenereignisse anfallen, zu einer Überlastung führen. Daher sei es nötig, steuernd einzugreifen. Als Grundlage diene der Generalentwässerungsplan, der in regelmäßigen Abständen aktualisiert werde.

Der Generalentwässerungsplan sei auf jeweils 25 Jahre ausgelegt, wobei versucht werde, die künftigen Entwicklungen in der Gemeinde so weit wie möglich mit einzuberechnen. Das sei aber nicht immer möglich, verwies Diemer auf den Umstand, dass vor etwa zehn Jahren beispielsweise noch niemand vom Baugebiet „Brühl“ gesprochen habe.

Mit Blick auf Starkregenereignisse stellte Anja Schaffhauser (Grüne) die Frage, ob die Gemeinde regresspflichtig werden könnte, wenn das Wasser nicht mehr abfließt und in die Häuser eindringt. Tatsächlich könne dies passieren, erklärte Diemer. Allerdings nur dann, wenn es noch bei verhältnismäßig niedrigen Niederschlagsmengen dazu kommen würde, dass die Kanäle derart überflutet seien, dass das Wasser von unten aus dem Kanal drücke und dabei die Schachtabdeckungen angehoben werden.

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