Efringen-Kirchen (dab). Mehr als 40 Besucher folgten mit Interesse den Ausführungen von Werner Störk, der am Freitag auf Einladung des Förderkreises im Museum Alte Schule über das Edelmetall Gold und dessen Gewinnung im Allgemeinen und das Goldwaschen am Oberrhein im Speziellen referierte.

Es war wohl nicht die von Johann Peter Hebel literarisch verewigte Bergfee Anna Fritze, die „mit unsichtbarer Hand Gold in den Rheinsand streut“, und auch nicht Hagen von Tronje, der den legendären Schatz der Familie Nibelung im Flusslauf versenkte. Von den Alpen aus, vom Regen und durch Bergrutsche abgetragen und ausgespült, gelangt das Gold in den Rhein und die Nebenflüsse und setzt sich dort an vielen Stellen ab. Je weiter flussabwärts, desto feiner und kleiner werden die „Goldflitter“. Am Oberrhein sind die „güldenen Flüge-lein“, wie sie im Mittelalter genannt wurden, mitunter noch mit dem bloßen Auge erkennbar.

Werner Störk, pensionierter Lehrer, Hobbygeologe und ausgewiesener Experte rund ums Thema, teilte nicht nur sein immenses Fachwissen, sondern ließ auch praktische Erfahrungen und Erkenntnisse in seinen Vortrag einfließen. Dieser wirkte nicht zuletzt durch eine Auswahl an Exponaten aus fünf Kontinenten und reichlich Bildmaterial sehr spannend und lebendig.

Die Besucher nahm Störk mit auf eine Zeitreise. Schon die Kelten – später auch die Römer – schürften im Rhein nach Gold und prägten die Bezeichnung „Sonnensamen“, die bis heute im Alemannischen verwendet wird. Im Rahmen der aus einem Schulprojekt entwickelten Arbeitsgemeinschaft „Minifossi“ (Mineralien und Fossilien) der Friedrich-Ebert-Schule Schopfheim, die Störk drei Jahrzehnte lang leitete, entstanden wissenschaftliche Erkenntnisse, die international Beachtung fanden, und nebenbei die größte Rheingoldsammlung der Welt.

Gold, so war zu erfahren, ist auch ein Nebenprodukt der industriellen Sand- und Kiesgewinnung, das aus den Rheinablagerungen abgetrennt wird. Aber auch für die professionellen Goldwäscher aus früheren Jahrhunderten, zumeist Fischer und Bauern außerhalb der Saison, galt nicht das Gold als wesentliche Einnahmequelle, sondern der dunkle Sand, der als Schreib- und Streusand gehandelt wurde. So war es schließlich die Erfindung des Löschpapiers, die das für sich genommen wenig ertragreiche und mit großen Anstrengungen verbundene Goldwaschen überflüssig machte.

Störk lernte das Goldwaschen 1979 im schweizerischen Emmental, der Beginn einer Leidenschaft, die ihn bis heute begleitet. Faszinierend findet er nicht nur das Gold, sondern auch das Spektrum der Begleitmineralien, das in jedem Bach einzigartig ist. „Es ist wie ein Edelsteinkabinett in Miniatur“, erklärte Störk, der auch während der Pause und nach dem Vortrag ein gefragter Gesprächspartner war, und dessen Begeisterung für Ästhetik und die „Schmiede der Natur“ ansteckend wirkte.