Efringen-Kirchen Heimleitung hatte selbst Idee fürs WLAN

Weiler Zeitung
Bei der Installation des Dutzends WLAN-Router und der Kabel bekamen die Ehrenamtlichen von Freifunk Unterstützung von den Bewohnern des Flüchtlingsheims Efringen-Kirchen. Foto: zvg Foto: Weiler Zeitung

Efringen-Kirchen (bob). Im Nachzug zu unserem gestrigen Artikel „Internet in der Flüchtlingsunterkunft“ legt Tilo Levante, Vorstandsmitglied des Vereins Freifunk Dreiländereck, Wert darauf, dass die Initiative für eine Ausstattung des Efringen-Kirchener Flüchtlingsheims von dessen Leiterin Susanne Maria Kraft ausging. Isteins Ortsvorsteher Franz Kiefer namens der FDP-Gemeinderats- und -Kreistagsfraktion habe dabei „aber immerhin das letzte, ganz wichtige Rädchen eines fertigen Projekts ins Laufen gebracht“. Ohne ihn hätte die Genehmigung noch einige Monate auf sich warten lassen, ist sich Levante sicher.

Levante ist der einseitigen Sichtweise unverdächtig, da er selbst für die FDP im Grenzach-Wyhlener Gemeinderat sitzt. „Franz Kiefer kam auf mich zu und fragte nach der Situation in der Flüchtlingsunterkunft, weil ihm wie im Artikel berichtet die intensive Nutzung des WLAN durch die Flüchtlinge am Rathausplatz aufgefallen war“, erklärt Levante gegenüber unserer Zeitung. Als Levante ihm dann vom fertigen Projekt erzählte, dass nur noch auf die Genehmigung vom Landratsamt warte, habe Kiefer dort „an der richtigen Stelle“ nachgefragt. „Und wie es oft ist, wenn es ein Probleme gibt: Wenn man nachfragt, gibt es das Problem auf einmal nicht mehr“, führt Levante aus.

Gemäß Levante und seinem Mitstreiter Rüdiger Lorenz aus Rheinfelden kam Kraft bereits am 19. Juni auf den Verein Freifunk zu, der die Verbreitung von kostenlosem WLAN im öffentlichen Raum fördert. Am 3. Juni sei dann zwischen Heimleitung, Freifunk, Internetfirma Oscon und Landratsamt die Kooperation vereinbart worden.

Versorgung weiterer Flüchtlingsheime geplant

„Der Verein hat in der Folge den Auftrag an Oscon auf eigenes Risiko erteilt“, betont Lorenz im Gespräch mit unserer Zeitung. Die FDP sei „in keiner Form“ an der Planung oder Realisierung beteiligt gewesen, die von den Mitgliedern des Vereins Freifunk Dreiländereck organisiert und am 30. Juli umgesetzt worden seien.

Kiefers Nachfrage beim Landratsamt habe die Genehmigung, das WLAN-Netz zu installieren und das dortige Internetcafé einzurichten, jedoch beschleunigt, sagt Lorenz. Und Levante fügt hinzu, dass der Freundeskreis Asyl einen Teil der Hardwarekosten von etwa 1000 Euro übernehme: „Das Projekt zeigt hervorragend, wie solch ein Vorhaben in Zusammenarbeit von Ehrenamt und Verwaltung ohne unnötige Bürokratie umgesetzt werden kann. Wir danken allen Beteiligten für Ihre Unterstützung.“ Für die Versorgung weiterer Flüchtlingsunterkünfte sei Freifunk „bereits aktiv“.

Laut Levante leben in der Flüchtlingsunterkunft Efringen-Kirchen „über 140 Menschen aus Syrien, Iran, Afghanistan, aus afrikanischen Ländern und vom Balkan“. Etwa 40 Prozent davon seien Kinder. Zehn Freifunk-Mitglieder installierten demnach unter tatkräftiger Mithilfe der Bewohner die Internet-Schaltkästen und Kabel und richteten aus gespendeten PCs ein Internetcafé ein. Außerdem zitiert Levante Heimleiterin Kraft, die alle Efringen-Kirchener eingeladen habe, das WLAN zu nutzen und so „in sozialen Kontakt mit den Heimbewohnern zu kommen“.

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