Efringen-Kirchen In besonderen Bibeln blättern

Kurt Renk (rechts) und sein zwölfjähriger Enkel Manuel Stächele informierten zu Neuheiten im Bibelmuseum und ließen sich von einem Besucher aus Riedlingen eine sehr alte Bibel zeigen, die der Gast mitgebracht hatte. Foto: Jutta Schütz Foto: Weiler Zeitung

Viel los war im Bibelmuseum in der Lutherkirche schon mittags: Kurt Renk, der ehrenamtliche „Museumsleiter“ des Bibelmuseums, hatte jede Menge zu tun und beantwortete zusammen mit seinem zwölfjährigen Enkel Manuel Stächele die Fragen der Besucher, die zum Tag des offenen Denkmals kamen.

Von Jutta Schütz

Efringen-Kirchen. „Wir haben in der Zeitung und in der Online-Berichterstattung gelesen, dass das Bibelmuseum geöffnet hat und wollten schauen, was es Neues gibt“, hörte man von den Neugierigen, die zum Teil aus der Schweiz – aus Basel und der Region Bern –, vom Hochrhein und aus der Region Müllheim angereist waren. So mancher Bürger aus Efringen-Kirchen schaute ganz spontan vorbei, schließlich verwies auch ein Hinweisschild vor der Kirche auf das geöffnete Museum.

Neben neuesten Infos zum Museumsbestand konnte man sich zudem bei Kaffee und Kuchen austauschen, den die Helfer in der Kirche bereitgestellt hatten.

Auch jüngere Generation zeigt Interesse

Manuels Bruder Torben und einer seiner Schulfreunde führten die Besucher, die die alte Kirchturmuhr sehen wollten, in das obere Turmgeschoss. „Die Uhr haben wir extra aufgezogen, so dass man die Mechanik beobachten kann“, erklärten die jungen Helfer. Manuel Stächele machte die Besucher noch auf die kleinste Bibel aufmerksam. „Die hat 482 Seiten und ist nur drei mal vier Zentimer groß. Lesen kann man die Texte nur mit einem Vergrößerungsglas“, sagte er.

Das Angebot, in einigen der über 150 Jahre alten und neueren Bibeln selbst blättern zu dürfen (Handschuhe lagen bereit) oder sich im Entziffern der Kurrentschrift an Einträgen in den Bibeln – hier besonders in der neu zugegangenen Zandt-Bibel aus dem 18. Jahrhundert – zu üben, wurden gerne angenommen.

Dank der Übersetzung von Peter Kunze aus Weil, gab es die „Lösungen“ zu den Aufzeichnungen in moderner Druckschrift nachzulesen. „Ich habe noch Sütterlin in der Schule gelernt und auch in der Bibelstunde hatten wir damit zu tun“, berichtete ein Schweizer. „Lesen geht noch, schreiben kann ich die alte Schrift nicht“, bekannte er.

Manuel Stächele, der sich wie sein Großvater sehr für alte Bibeln interessiert, ist mittlerweile ein echter Fachmann für die Bestände. Auch er konnte den Gästen sehr viele Fragen zu einzelnen Bibeln und auch den Bilddarstellungen in den Schriften beantworten. „In Mathe hatten wir die römischen Zahlen, das nutzt mir jetzt viel, weil ich die Jahre der Drucklegung entziffern kann“, freute sich der Schüler, der sich zudem im Lesen der alten Druckschriften übt.

Ein Gast aus Riedlingen hatte die Bibel seiner Vorfahren, die vermutlich im 18. Jahrhundert gedruckt wurde, eingepackt und zeigte diese Kurt Renk.

„Leider fehlt bei dieser Bibel das Deckblatt, das zeigen würde, wann und wo die Bibel gedruckt wurde“, meinte Renk. Er riet deshalb dazu, die Bibel nicht zu restaurieren, was sehr teuer wäre, sondern lieber als besonderes Familienerbe vielleicht in eine Vitrine zu legen. „Nur sollte nicht zu viel Sonnenlicht auf das Buch fallen, denn Licht, insbesondere direktes Sonnenlicht, schadet nicht nur Bildern, sondern auch Büchern“, sagte er. „Die Bibel kann man dann bei besonderen Gelegenheiten hervorholen und zeigen“, schlugen der Museumsleiter und eine fachkundige Besucherin vor.

Historisches regt zum Nachdenken an

Angesichts der handschriftlichen Zeugnisse wurde überlegt, „was einmal von uns übrig bleibt, aus unserer modernen Zeit – Festplatten, Disketten und andere Datenträger, von denen die Informationen verloren gegangen sind – schade, dass gerade Handschriftliches kaum noch gefragt ist“, so die Gäste.

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