Welmlingen (cl). Wo sich Haselbach und das Lettenbächlein zum Engibach vereinigen, liegt das alte Mühlendorf Welmlingen. Vermutlich drehten sich dort schon vor 1200 Jahren Mühlräder, und Spuren hinterließen Menschen auf der Gemarkung schon in der Steinzeit. Doch der Name des Dorfs taucht erstmals in einer Urkunde aus dem Jahr 1113 auf. Diese älteste schriftliche Erwähnung feiern die Welmlinger mit einem Veranstaltungsreigen das ganze Jahr über. Dessen Höhepunkt markiert das heute beginnende dreitägige Jubiläumsfest. Für das Ereignis, das für die Lokalhistorie denkwürdig ist, hat sich das 495-Seelen-Dorf hübsch herausgeputzt. Architektonische Schmuckstücke fallen dabei ins Auge, etwa das Ensemble mitten im Dorf an der Alten Landstraße. Um den historischen Brunnen von 1789 herum gruppieren sich das Kirchlein St. Cäcilia, das in seiner heutigen Form um 1720 entstand, der heutige Landgasthof "Hirschen", der eine fast 200-jährige Tradition und wechselvolle Geschichte hinter sich hat, sowie das ehemalige Waschhäuschen aus dem 19. Jahrhundert. Unmittelbar daneben, an der Alten Landstraße 11, liegt das ehemalige Vogtshaus, ein Winkelgehöft mit Fachwerk aus dem 17. Jahrhundert. Eine über Generationen wichtige Familie im Dorf waren die Hopp, die fast alle Ämter im Dorf mal inne hatten. Grabsteine des Geschlechts finden sich in der Kirche von Blansingen, dem Nachbarort, zu dem Welmlingen kirchlich immer gehörte. Wirtschaftlich spielten in Welmlingen jahrhundertelang zwei Mühlen eine wichtige Rolle. Am Ortseingang von Süden her steht rechts am Mühlenweg am Engibach die "Niedere Mühle", die bis 1955 über einen Kanal mit Wasser des Haselbachs betrieben wurde. An die "Obere Mühle" am Haselbach erinnert noch der Mahlstein an der Stelle im Holzenweg 2, an der die Mühle einst stand. Das Mühlenrad ist denn auch das wesentliche Element im Dorfwappen. Die frühere Reichsstraße verlief bis 1934 durch das Dorf und heißt heute "Alte Landstraße". Für die Begradigung dieser Fernstraße, die heutige Bundesstraße 3, wurde ein Teil des Rebbergs abgegraben und als Damm aufgeschüttet. 1962 wurde eine neue Schule gebaut, in der nur sieben Jahre Unterricht stattfand. Das Gebäude dient heute als Gemeindehalle, und ein Anbau bietet Platz für die Feuerwehr. In den Jahren 1978 und 79 wurde die Kanalisation gebaut " das ganze Dorf war eine einzige Baustelle.