Von Jutta Schütz

Efringen-Kirchen. Noch ist es nicht so weit, aber: Maren Siegmann sammelt derzeit Ideen für die Überarbeitung der Dauerausstellung im Museum Alte Schule. Eine spannendere Präsentation der vorhandenen Exponate ist ihr Ziel. Und auch einige fehlerhafte Beschriftungen müssten ausgetauscht werden. Der Zeitpunkt könnte nicht besser sein.

Denn die Schule erhält derzeit im Zuge einer Renovierung neue Fenster. „Da wird dann auch innen ein Teil der Ausstellung abgedeckt und verräumt“, meint Siegmann. Die Sonderausstellungen seien im Museum oder im Rathausfoyer immer die echten „Highlights“ für Bürger, Touristen und die Gemeinde. Aber hat man ein Museum, sollen Besucher ja auch ganzjährig durch dessen Attraktivität angelockt werden. Da heißt es dann, dass sich eine Dauerausstellung auch mal verändern muss.

Die Räume im Museum sind laut Siegmann „nach wie vor gut“. Aber ein Umbau und anderer Aufbau der Dauerausstellung würde sich nach rund 20 Jahren anbieten, findet sie: „Es hat sich viel getan in der Museumspädagogik.“ Es gehe bei einer Neuausrichtung der Dauerausstellung darum, „dass man Klischees, die teilweise vor vielen Jahren hier verarbeitet wurden, nicht länger übernimmt und vor allem Wert auf das Zusammenspiel von Optik und Beschreibung legt“, erklärt die Museumsleiterin.

Im Museum Alte Schule gibt es die Abteilung, die sich mit dem Jaspis-Abbau beschäftigt und ein Modell des Jaspis-Bergwerks bei Kleinkems zeigt. Das steinzeitliche Bergwerk soll nun nach mehreren Jahren wieder durch eine Treppe begehbar werden. „Allein deshalb lohnt es sich, die geschichtlichen Hintergründe dieser außergewöhnlichen Attraktion der Gemeinde wieder im Museum auf den neuesten Stand zu bringen“, findet Siegmann.

Den Bestand im Keller „mal ordentlich katalogisieren“

Zusätzlich gibt es im Museum noch die Abteilung, die das Leben vor 100 Jahren zeigt und unter anderem eine vollständig eingerichtete Küche sowie Kleidung und andere Gebrauchsgegenstände der Kaiserzeit präsentiert. Alte Landkarten der Gemarkung machen wie das Rutenmaß frühe Vermessungen anschaulich.

Ein weiteres Thema ist die Religion: die römische und die jüdische. Efringen-Kirchen hatte bis zur NS-Herrschaft eine Synagoge und auch eine gut integrierte jüdische Bürgerschaft. Dem Weinbau ist ein weiterer Teil der Dauerausstellung gewidmet.

„Im Depot und im Keller gibt es noch interessante Ausstellungsstücke, die müssten ebenfalls mal ordentlich in den Bestand aufgenommen und katalogisiert werden“, erzählt Siegmann. Gegebenenfalls könne man Ausstellungsstücke auch austauschen, um neuen Wind in die Räume zu bringen. „Wenn ich mir etwas wünschen könnte, wäre es ein begehbares Schaudepot. Da könnte man viele Objekte, die wir im Archiv oder im Depot gelagert haben, dreidimensional allen Besuchern zeigen“, schwärmt sie und fügt dann an: „So etwas ist natürlich sehr teuer und gibt es noch sehr selten.“

2016/17 könnten wieder Sonderausstellungen stattfinden: Sollte das Bergwerk bis dahin begehbar sein, wäre eine Sonderausstellung zum Bergwerk Kleinkems natürlich das Maß der Dinge: „Allein zur Bedeutung und Erforschung des Bergwerks gäbe es ganz viel zu sagen, auch zum Jaspis-Abbau und, und, und...“

Ganz spannend sei aber auch ein populäres Thema: „Die Zähmung des Wolfs“, heißt ein Arbeitstitel. „Dazu kann man Mythen, Märchen, Hundegeschichten, Knochenfunde bringen; das ist auch etwas zum Mitmachen“, sagt Siegmann vor dem Hintergrund, dass es Wölfe über kurz oder lang wieder in Baden-Württemberg geben werde.

Wolfsgruben gab es beispielsweise bei Kandern. Gab es auch welche rund um Efringen-Kirchen? „Das wäre zu erforschen“, macht Siegmann neugierig.