Efringen-Kirchen Jazzchor sorgt für Gänsehaut pur

Weiler Zeitung, 16.04.2018 22:35 Uhr

Einen stimmungsvollen und belebenden Abend mit viel Rhythmus, Humor und jeder Menge Musik versprachen die Sängerinnen von „Scat’n Types“ ihrem Publikum im Egringer Rathaussaal. Und sie hatten nicht zu viel versprochen.

Egringen . Die elf Sängerinnen, kongenial am Piano begleitet von ihrem Chorleiter Henry Uebel, beweisen, dass sie mit ihren Stimmen und den sparsam eingesetzten Requisiten sowie dezenter Choreografie eine maximale Wirkung erzielen können.

Lieder, die zum Innehalten anregenden, wechselten sich problemlos mit flotten Gute-Laune-Stücken ab, Oldies folgten auf aktuelle Hits. Ebenso gab es viele ironische Stücke, teils mit schwarzem Humor zu hören. In den ersten Liedern – „Drück die Eins“ von Annette Louisan, in dem einem männlichen Anrufer geraten wird, doch endlich die Null zu drücken, „These Boots are made for Walking“, dem Oldie von Nancy Sinatra und „You me“, ein Lied aus einem Musical über afrikanische Kultur, das zum Nachdenken anregt – hatten die Frauen ebenso das Sagen wie in den übrigen Stücken. Mal derb, wie in „Bitte, bitte“ von Ina Müller, wo dem inzwischen Ungeliebten empfohlen wird, vom Balkon zu springen, mal selbstironisch wie in „Steppin’ out“, in dem die Sängerinnen mit einem Hauch Glamour mimisch demonstrieren, welchen Aufwand frau zu treiben hat, bis sie fit für den abendlichen Ausgang ist.

Die meisten Frauen im Saal – aber wohl auch viele Männer – konnten nachvollziehen, wie Hefe wirken kann. Leider geht sie nicht nur im Teig auf: „In jeder Frau steckt ein Stückchen Hefe“. Nur geht diese, wie die Sängerinnen gestenreich demonstrierten, immer an den falschen Stellen auf.

Ein gesanglicher Höhepunkt war das mit viel Applaus bedachte „You raise me up“, mit dem die Sängerinnen zeigen konnten, dass sie auch in höheren Stimmlagen sicher sind.

Mit den deutschen Farben, Hawaii-Kränzen oder Punk-Perücken wurde mit Andreas Bouranis „Auf uns“ an die Fußball-WM 2014 erinnert und der Nationalelf viel Erfolg für die anstehende WM gewünscht.

Gesanglicher Ausflug nach Schweden

Mit dem letzten Lied wagte der Chor einen gesanglichen Ausflug ins Schwedische. „Gabriellas Song“ ist die Hauptmelodie aus dem Film „Wie im Himmel“ und war nicht zu unrecht für den Oscar nominiert. Dem Chor gelang es, dem balladesken Lied, in dem eine von ihrem Mann misshandelte Frau endlich den Absprung wagt, etwas Eindringliches, aber dennoch Kraftvolles zu verleihen – Gänsehaut pur.

In der Pause zollte Erhard Zeh, Mitglied des Präsidiums des Obermarkgräfler Chorverbandes und Chordirigent, im Gespräch mit unserer Zeitung den Sängerinnen Lob.

Festzuhalten bleibt, dass die „nur“ elf Sängerinnen den Liedern mehr Volumen zu verleihen in der Lage sind, als so manch größerer Chor. Die Choreografie setzte dem Ganzen das i-Tüpfelchen auf.

Langer Applaus eines begeisterten Publikums bestätigte den Sängerinnen und ihrem Chorleiter einen tollen Auftritt.