Efringen-Kirchen Jubel und Gänsehautmomente

Weiler Zeitung, 25.03.2018 21:41 Uhr

Gefeierter Isteiner Musikverein: Das Orchester unterhielt am Samstagabend in der nicht ganz gefüllten Isteiner Festhalle mit modernen Blasmusikarrangements und überzeugte mit filigran einstudierten Werken, die an musikalischer Perfektion kaum zu überbieten waren. Für ihre Leistung wurden das Orchester und Dirigent Daniel Moroso mit viel Applaus bedacht.

Von Marco Schopferer

Istein. Zum vierten mal zeigte Dirigent Moroso bei einem Jahreskonzert, zu welchen musikalischen Höchstleistungen er die Isteiner Musiker führen kann. Moderne Blechklänge, gepaart mit choralartigen Passagen: Das ist das Geheimrezept der Isteiner Musiker. Dabei zeigte sich das Orchester erneut offen gegenüber modernen Klangwelten, ohne aber in Trivialitäten abzugleiten.

Faszinierende Klangwelten

Einer der Höhepunkte: Das eigentlich für Jugendorchester von dem Schweizer Komponisten Mario Bürki verfasste „Indian Fire“, bei dem die Musiker Kriegsgesänge und Indianergeheul imitieren und die Schlacht der uniformierten Blauröcke gegen die Ureinwohner eindrücklich in faszinierende Klangwelten umsetzten und die Begeisterungsfunken nur so sprühten. Dramatisch sanftmütig das fulminante Ende, nebst musikalischem Sonnenaufgang, nach der verlorenen Schlacht, denn das Leben muss weiter gehen.

Und selbst die für so manche Ohren kitschig anmutende Latin-Liebesschnulze „Besame Mucho“ (Küsse mich ganz viel) brachten die Musiker dank des modernen Arrangements von Markus Götz und dem auf die fein austarierten Kontraste achtenden Dirigenten Moroso zu einem Klangerlebnis.

Besonders viel Applaus erhielt Louis Jourdan am Flügelhorn für seine filigrane Sololeistung, die Gänsehautmomente hervorrief.

Zuvor hatte man schon eingangs die Besucher mit „Des Sons Animé“ von Dirk Brossé, dem flotten Stück „The Golden Lady“, dem fulminantem „Euregio“ und dem „Telefunkenmarsch“ auf einen besonderen Konzertabend eingestimmt.

Finaler Höhepunkt

Dem breiten Repertoire moderner Blasmusik bediente sich das Orchester auch mit „Arsenal“ von Jan van der Rost und einem Medley der fetzigen „James Last Golden Hits“; wunderschön inspirierend umgesetzt waren der holländische 90er Jahre-Hit „Eleny“ und das spritzige „Rock Classics“-Medley von Deep Purple bis Mick Jagger als finaler Höhepunkt.

Das Publikum war begeistert, ließ sich freudig auf eine Reise in die moderne Blasmusik entführen, feierte das Orchester nebst dem begnadeten Dirigenten Moroso, und klatschte auch eine Zugabe heraus.

Durchs Programm führte nach dem Debüt beim Weihnachtskonzert charmant Michael Kiffe mit Sohn Julian, als Hintergrundtextleserin wirkte Monika Grauer mit.