Istein (cl). Das Kalkwerk Istein, der größte Industriebetrieb in der Gemeinde Efringen-Kirchen, ist in neuen Händen: Der Konzern HeidelbergCement hat den Verkauf seiner Isteiner Tochter an die belgische Lhoist-Gruppe abgeschlossen. Über den Verkaufspreis wurde von beiden Seiten Stillschweigen vereinbart, schreiben die beiden Konzerne in einer gemeinsamen Pressemiteilung.

HeidelbergCement hat bisher in Deutschland zwei Kalkwerke betrieben, nämlich die Walhalla Kalk GmbH, eine Mehrheitsbeteiligung in Regensburg, und das Kalkwerk Istein. Beide Werke sind in den vergangenen Jahren modernisiert und mit neuester Ofentechnik ausgerüstet worden und haben 2014 einen Umsatz von etwa 45 Millionen Euro mit rund 180 Mitarbeitern erwirtschaftet. Im Rahmen des Verkaufs der Kalksparte in Deutschland an die belgische Lhoist-Gruppe erfolgte nun die Übergabe des Werkes Istein.

Die Lhoist-Gruppe galt für HeidelbergCement als ein bevorzugter strategischer Partner mit großer Kompetenz im Kalkbereich, was für die Weiterentwicklung beider Werke vorteilhaft sei. Das belgische Familienunternehmen ist einer der weltgrößten Hersteller von Kalk-Erzeugnissen und beschäftigt rund 6 000 Mitarbeiter an 90 Standorten in 25 Ländern.

Für HeidelbergCement war die Kalksparte indes immer nur ein kleines Randgeschäft. Die Heidelberger sind Weltmarktführer im Zuschlagstoffbereich und mit führenden Positionen im Zement, Beton und in weiteren nachgelagerten Aktivitäten einer der größten Baustoffhersteller weltweit. Das Unternehmen beschäftigt rund 45 000 Mitarbeiter an 2 300 Standorten in mehr als 40 Ländern.

Vor diesem Hintergrund wird in Istein der Wechsel zu einem auf Kalk spezialisierten Betrieb durchweg positiv beurteilt. HeidelbergCement hat in den letzten Jahren noch zehn Millionen Euro in eine moderne Ofentechnik investiert. Derzeit läuft die Planung für einen neuen Steinbruch nördlich von Efringen.