Efringen-Kirchen Kleine Säle, große Herausforderung

Seit dieser Woche sind seitens der Landesregierung wieder Veranstaltungen mit bis zu 100 Teilnehmern erlaubt. Die Kulturschaffenden in Efringen-Kirchen reagieren aber noch zurückhaltend, denn es gibt noch viele offene Fragen.

Von Ingmar Lorenz

Efringen-Kirchen. „Das nächste Konzert, das am 21. Juni in Blansingen stattgefunden hätte, wurde bereits zu Beginn der Corona-Krise von den Musikern selbst abgesagt. So geht es bei uns erst am 27. September weiter“, blickt Ursula Junker, Mitorganisatorin der Konzerte in der Blansinger Peterskirche, auf den aktuellen Stand der Dinge. Die Ansage der Landesregierung, Veranstaltungen mit bis zu 100 Teilnehmern wieder zu ermöglichen, habe noch keine größeren Auswirkungen nach sich gezogen. „Ich möchte noch ein wenig abwarten, was sich weiterhin ändert“, erklärt Junker. Die weiterhin geltenden Abstands- und Hygieneverordnungen einzuhalten, gestalte sich aus ihrer Sicht in der Blansinger Peterskirche eher schwierig. Allein schon deshalb, weil die Kirche nicht sehr groß sei. „Außerdem wird es atmosphärisch dann eher schwierig“, glaubt sie. „Ich denke, ich warte ab bis Anfang August. Dann sehen wir weiter.“

Auch Walter Kösters und Eckhard Lenzing, die Veranstalter der Kammerkonzerte in Efringen-Kirchen, geben sich noch zurückhaltend. Das Konzert, das am 21. Juni hätte stattfinden sollen, müssen sie auf jeden Fall noch absagen. Die nun beschlossenen Lockerungen seien für Veranstalter zu begrüßen. Allerdings sei zugleich ein Mindestabstand von 1,5 Metern vorgeschrieben, den man im Saal der „Alte Schule“ in Efringen nicht einhalten könne. „Da wir aus den Abendeinnahmen den Hauptteil unserer finanziellen Mittel erwirtschaften, können wir bei zirka 20 Personen nicht wirtschaftlich Konzerte durchführen“, erklärt Lenzing. Denn 20 Personen würden unter Einhaltung der geltenden Regeln im Saal Platz fänden.

Für den Beginn der neuen Saison am 25. Oktober haben Kösters und Lenzing eine Umfrage im Publikum gestartet, ob dieses auch in einem anderen, größeren Raum zu einem Konzert kommen würde. „Diese Sicherheit brauchen wir, denn wir werden die Karten im Vorverkauf anbieten müssen und können keine Abendkasse einrichten“, erklärt Lenzing.

Publikum wird an Entscheidungsfindung beteiligt

„Die Umfrage haben wir als Brief per E-Mail an das Publikum versendet. Wir haben unseren Wunsch erklärt, mehr über die persönliche Einschätzung der Situation zu erfahren. Eine Frist haben wir nicht gesetzt.“ Die Antworten treffen nun nach und nach ein. Bis Mitte Juli soll dann eine Entscheidung getroffen werden. „Hierzu warte ich auch noch auf Antwort von den beiden Musikern des ,Jungen Podiums’, die von Ende Januar auf Oktober wechseln müssten, da ursprünglich ein Quartett aus Japan spielen sollte, dies aber seine ganze Deutschlandtournee auf das folgende Jahr verschoben hat“, beschreibt Lenzing die Herausforderungen bei der Organisation.

Wenn die Möglichkeit bestehe, in einem größeren Raum mit etwa 50 Personen ein Konzert im Oktober veranstalten zu können, und das Publikum bereit ist zu kommen, werde man alle Hebel in Bewegung setzen, um „mal wieder Musik live erklingen zulassen“. Eines aber stellen die Organisatoren unmissverständlich klar: „Generell ist und bleibt die Sicherheit und Gesundheit unseres Publikums oberste Priorität.“

Im Übrigen müsse man nun weiterhin das Beste für die Zukunft hoffen und dabei auf die Forschung setzen, um dem Virus seine Gefährlichkeit zu nehmen.

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