Efringen-Kirchen Kleinod für Einheimische und Gäste

Arbeitsplätze, Tourismus, Wohnraum und Einkaufsmöglichkeit – in Blansingen soll in den kommenden Jahren in einem ehemaligen Gutshof ein wahres Kleinod sowohl für Einheimische als auch für Gäste entstehen.

Von Ingmar Lorenz

Blansingen. „Es geht darum, moderne Annehmlichkeiten mit dem Charme historischer Architektur zu verbinden“, fasst Petra Rosignol zusammen. Sie hat das geplante Projekt in Blansingen mit initiiert. An der Alemannenstraße soll ein denkmalgeschützter Gutshof umgebaut werden. Das historische Anwesen besteht neben dem Garten aus einer großen Scheune, einer Remise und zwei Winzerhäuschen. Insgesamt umfasst die Anlage rund 1600 Quadratmeter. Durch seine Größe und die hervorragend erhaltene Substanz biete der Gutshof vielfältige Möglichkeiten für die künftige Nutzung, erklärt Rosignol.

Für den Umbau liegt bereits die Zusage für Fördermittel aus dem ELR-Programm des Landes Baden-Württemberg vor – und zwar für alle drei Bereiche, die durch das Projekt gestärkt werden: Arbeiten, Wohnen und Grundversorgung.

Arbeit und Tourismus

„Es ist ideal für den touristischen Betrieb“, ist sich Rosignol mit Blick auf das Anwesen in Blansingen sicher. In der Scheune sollen sechs Appartements mit Bad und Küche entstehen, die unabhängig voneinander zugänglich sind. Zwischen 30 und 80 Quadratmeter werden den Gästen dabei zur Verfügung stehen. Somit wird es möglich sein, die Appartements unabhängig voneinander parallel zu vermieten, aber auch gemeinsam, beispielsweise an Firmen, Familien oder Kursteilnehmer. Individualreisende, Familien oder auch Unternehmen – alle sollen Erholung, Ruhe und Entspannung finden, so Rosignol.

Ergänzt werden die Räumlichkeiten in der Scheune unter anderem durch einen Gewölbekeller, eine große Küche und eine Garage, in der E-Autos und E-Bikes geladen werden können.

Die Remise wird vielfältig nutzbar sein. Auch hier stehen Zimmer mit Küche und Bad zur Verfügung. Als Tagungsraum biete sich das Gebäude an, sei aber beispielsweise auch als Ferienhäuschen für zwei befreundete Paare ideal, erklärt Rosignol.

An der Remise wird sich der Umbau des Gutshofs wohl am deutlichsten nach außen zeigen, denn die historische Bausubstanz bleibt zwar erhalten, der Aufbau aber wird verglast und mit einem „Holzvorhang“ versehen.

Eines der Winzerhäuschen wird darüber hinaus ebenfalls als Ferienhaus vermietet werden. Dieses für den Tourismus vorgesehene Gebäude-Ensemble ist im Besitz einer GmbH und wird künftig von Rosignol gepachtet.

Durch das touristische Angebot werden in Blansingen auch Arbeitsplätze entstehen – mindestens drei Stellen, bei entsprechender Auslastung eventuell auch mehr.

Wohnen

Das zweite zum Gutshof gehörende Winzerhäuschen befindet sich direkt im Besitz von Rosignol. Hier werden zwei keine Wohnungen entstehen. „Diese werden dann dauervermietet“, blickt die Initiatorin voraus. Damit soll auch Wohnraum für Singles oder junge Paare geschaffen werden.

Grundversorgung

In diesem zweiten Winzerhäuschen ist zudem die Einrichtung eines Dorfladens geplant. „Der Laden soll zum einen eine Möglichkeit für die Gäste sein, sich während ihres Aufenthalts zu versorgen, ist aber natürlich auch für die Blansinger ideal.“ Verkauft werden in dem Dorfladen Produkte aus der Gegend: Milch, Eier, Backwaren und vieles mehr werde aus Blansingen selbst oder der Gemeinde Efringen-Kirchen kommen.

Transparenz

Der Laden wird direkt vom Hof aus zugänglich sein, wo auch Sitzgarnituren aufgestellt werden können. Dadurch solle auch ein sozialer Treffpunkt in Blansingen entstehen, wo man sich auf einen Kaffee und ein Stück Kuchen treffen kann, erklärt Rosignol.

Überhaupt ist ihr daran gelegen, dass die Einheimischen in das Projekt mit einbezogen werden und auch davon profitieren. So könnten beispielsweise Winzer die Räumlichkeiten, die an der Alemannenstraße entstehen werden, für Weinproben nutzen. Entsprechend sucht Rosignol den engen Kontakt zu den Weinbauern, den Vereinen, der Ortsverwaltung, den Landfrauen, dem Bauamt und dem Gemeinderat. „Ich setze stark auf Transparenz.“

Dabei betont Rosignol auch nachdrücklich, dass die Anlage keine Konkurrenz für bereits bestehende Angebote sein will – weder beispielsweise für die „Traube“ noch für Dorfläden in anderen Ortsteilen. Im Gegenteil solle durch das Projekt das Angebot für Gäste und Einheimische erweitert werden.

Zeitplan

Bis der Umbau des denkmalgeschützten Anwesens abgeschlossen ist, wird es aber noch etwas dauern. „Wir rechnen mit rund eineinhalb Jahren für die Baumaßnahmen“, berichtet Rosignol. Geprüft werde noch, ob die Einrichtung des Dorfladens eventuell vorgezogen werden kann.

Zunächst aber werden die Bauanträge eingereicht. Liegt die Baugenehmigung dann vor, soll es im Sommer mit den Arbeiten losgehen.

Erfahrung

Die nötige Erfahrung, um dem Projekt in Blansingen zum Erfolg zu verhelfen, bringt Petra Rosignol mit: Seit mehreren Jahren betreibt sie ihr Gästehaus im Gässle in Kirchen. Auch dabei wird die Schönheit der historischen Architektur mit Modernität verbunden.

Mit dem Projekt in Blansingen macht Rosignol, die Jura studiert hat und später unter anderem als Kommunikationsberaterin tätig war, nun die Gastgeberkultur zu ihrem Haupterwerb.

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