Efringen-Kirchen Korridore für den Artenschutz

Beatrice Ehrlich
Blühwiesen wie diese können als Lebensraum für Insekten Teil eines Biotopverbunds sein. Foto: Beatrice Ehrlich

Die Verbindung von Biotopen untereinander leistet einen wichtigen Beitrag zum Überleben gefährdeter Arten. Vivien von Königslöw erklärte im Gemeinderat Efringen-Kirchen, wie sich Gemeinden einbringen und dafür Fördergelder bekommen können.

Von Beatrice Ehrlich

Efringen-Kirchen. Ein Biotop allein ist zwar eine erster Schritt hin zu mehr Biodiversität und Artenschutz. Seltene Tiere und Pflanzen können dort zwar zunächst relativ ungestört gedeihen. Sie sind aber dennoch dem Verschwinden beziehungsweise Aussterben ausgeliefert, wenn sie nicht in regelmäßigem Austausch stehen mit anderen Exemplaren ihrer Art, etwa zum Zweck der Fortpflanzung. Zwischen den verschiedenen Lebensräumen müssen also offene Verbindungskorridore bestehen, die möglichst nicht durch breitere Straßen, Gebäude und andere physische Barrieren sowie intensiv genutzte Landwirtschaftsflächen durchbrochen werden. Erst spät habe man festgestellt, wie wichtig solche Korridore und die daraus entstehenden Biotopverbünde für den Artenschutz sind, erläuterte die Biologin und „Biotopverbunds-Botschafterin“ beim Landschaftserhaltungsverband Lörrach Vivien von Königslöw im Gemeinderat Efringen-Kirchen.

Gemeinden sollen Flächen benennen

Weil solche Korridore im Naturschutzgesetz des Landes Baden-Württemberg jetzt auch verpflichtend vorgeschrieben sind, ist nun jede Gemeinde aufgerufen, geeignete Flächen auf ihrer Gemarkung zu benennen und dem Landratsamt zu melden. Bis 2030 sollen insgesamt 15 Prozent im Offenland, also außerhalb von Wäldern, einem Biotopverbund angehören, präzisierte von Königslöw. Für deren Pflege können dann Fördergelder vermittelt werden, entweder in Form von Fünf-Jahres-Verträgen für bestimmte Maßnahmen wie Beweidung oder Mahd, oder aber für Einzelmaßnahmen wie beispielsweise ein Streuobstschnitt. Auch die Planung der Flächen durch ein Landschaftsplanungsbüro unterliege der Förderung, die 90 Prozent der entstehenden Kosten umfasst, stellte die Biotopverbunds-Botschafterin in Aussicht. Dabei kann es sich um Böschungen entlang von Straßen ebenso handeln, wie um Flächen, die auch landwirtschaftlich genutzt werden, etwa Weinberge.

Ein vorbildliches Projekt unter- und oberhalb der Lösswand am Läufelberg hatte von Königslöw vor Kurzem zusammen mit Winzer Dirk Brenneisen und Martin Krause vom „Rebstock“ in Egringen der Öffentlichkeit vorgestellt. Dort wurden Blühmischungen zwischen Reben und anderen Pflanzungen ausgesät, um den in der Lösswand siedelnden Wildbienen mehr Nahrung anzubieten.

Während Gemeinderat Bernd Münkel sich dafür interessierte, ob man sich so auch seine private Wiese mähen lassen könne – „Wir vermitteln nur“, erhielt er zur Antwort, äußerte Gemeinderat Kevin Brändlin die Sorge, landwirtschaftlich genutzte Flächen könnten auf diese Art und Weise zu Naturschutzflächen umgewidmet werden, wo dann der Einsatz bestimmter Spritzmittel nicht mehr erlaubt sei. Dies sei nicht so, stellte der ebenfalls in der Sitzung anwesende Florian Thielmann von der Naturschutzbehörde des Landratsamts klar.

  • Bewertung
    2

Umfrage

Sorgen von Mietern in der Energiekrise

Es wird kälter und es wird wieder mehr geheizt. Sei es aus ökologischen, ökonomischen oder geopolitischen Gründen: Sind Sie bereit, die Heizung in diesem Winter ein wenig runterzudrehen, um Gas zu sparen?

Ergebnis anzeigen
loading