Efringen-Kirchen Kreativität aus der Sprühdose

Efringen-Kirchen - Wo zuvor verschiedene Schriftzüge und wilde „Tags“ ins Auge stachen, bietet sich nun wieder ein einheitliches Bild: Zahlreiche Jugendliche in Efringen-Kirchen haben Spraydosen in die Hand genommen und die Fassade des Juz auf Vordermann gebracht. Damit wird die Bindung der Jugendlichen an ihre Einrichtung gestärkt und zugleich der Standort des Jugendzentrums aufgewertet, sagt Jugendleiter Jens Künster.

Eine große Faszination für Graffiti beobachtete Künster bei den Jugendlichen schon seit längerer Zeit. Bereits vor gut zwei Jahren habe es Gespräche dazu gegeben, wie diese Kunstform aufgegriffen und umgesetzt werden könnte. Denn für Künster war klar, dass man das Interesse der Jugendlichen unbedingt fördern muss. Und da Graffitis eben mehr sind als Geschmiere oder „Tags“, habe es sich angeboten, die Jugendlichen bei der Gestaltung der Graffitis anzuleiten.

„Die Alternative wäre gewesen, dass entweder ein Profi das Graffiti gestaltet, oder dass die Jugendlichen ganz alleine drauflos sprühen“, erklärt Künster. Bei der Aktion am Montag habe man sich nun für den „goldenen Mittelweg" entschieden. Denn den Jugendlichen stand der Graffiti-Künster Fabian Bielefeld mit Rat und Tat zur Seite. Er half nicht nur bei der Auswahl der Motive, sondern erklärte auch technische Feinheiten – etwa die Umsetzung optischer Effekte wie Schatten oder Glanzlichter.

Großer Dank an die Gemeinde

Die Graffiti-Kunst auf diese Art und Weise zu vermitteln, sei bislang schlicht an den dafür nötigen finanziellen Mitteln gescheitert, sagt Künster. „Ich bin deshalb sehr dankbar, dass die Verwaltung die Kosten übernommen hat.“ 500 Euro seien zur Verfügung gestellt worden, was einem Drittel des Budgets entspricht, das Künster für das Juz jährlich zur Verfügung steht. Wären die Kosten nicht von der Gemeinde übernommen worden, hätte man sich die Aktion denn auch aller Voraussicht nach nicht leisten können, oder hätte auf vieles andere verzichten müssen.

Unter den mindestens zwölf Jugendlichen, die sich an der Aktion zwischen 16 und 21 Uhr beteiligten, waren einige, die mit Graffitis bislang noch gar keine Erfahrungen hatten. Andere brachten Vorkenntnisse mit – nicht immer aus einem unbedingt ganz seriösen Umfeld. „Es war uns auch ganz klar ein Anliegen, Graffiti aus der Illegalität herauszuholen“, betont der Jugendleiter. Zugleich hebt er auch den pädagogischen Wert der Aktion hervor. Denn durch die intensive und kreative Arbeit am Juz werde die Bindung der Jugendlichen zu ihrer Einrichtung gestärkt. Und auch die breite Öffentlichkeit profitiere von der Aktion. „Das Juz steht wie auf dem Präsentierteller“, erklärt Künster.

Interesse soll weiter gefördert werden

Die benachbarte Landstraße sei stark frequentiert und auch auf dem Parkplatz und dem angrenzenden Gelände des TuS sei häufig viel los. Gerade deshalb sei es zu begrüßen, dass der Standort des Juz durch das neue Kunstwerk aufgewertet wird.

Das Interesse der Jugendlichen an der Graffiti-Kunst will der Jugendleiter auch in Zukunft stärken. „Wir tauschen uns über mögliche Ideen etwa mit Gemeinderäten aus, die uns regelmäßig im Juz besuchen.“ Vorstellen könnte er sich beispielsweise eine Graffiti-Wand, blickt Künster in die Zukunft.

Im Rahmen des Ferienprogramms der Gemeinde bietet das Juz verschiedene Sport-Turniere an. Einige freie Plätze gibt es noch für das Basketball-Turnier am 20. August. Wer Interesse hat, kann sich bei der Gemeinde Efringen-Kirchen (kinderferienprogramm@efringen-kirchen.de oder Tel. 07628/806261) sowie bei Jens Künster, Tel. 0151/61617926, melden.

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