Efringen-Kirchen (jut). Auf die Kritik von Vereinsmitglied Walter Silbereisen, der Maren Siegmann mangelndes Engagement beim Umbau der Dauerausstellung vorwarf, entgegnete die Museumsleiterin, dass sich der Umbau der Dauerausstellung aufgrund der Sanierung der Alten Schule länger hingezogen habe als gedacht. Zudem habe sie keine Vollzeit- sondern nur eine 60-Prozent-Stelle. Silbereisen verlangte zudem, dass das Konzept einer neuen Dauerausstellung von „zwei Fachleuten überprüft werden soll“, was für heftige Reaktionen bei den Zuhörern sorgte. Siegmann hielt dieses Ansinnen denn auch „schlichtweg für eine Unverschämtheit“.

Auf den Vorwurf Silbereisens, Siegmann habe im Vergleich zu ihrer Vorgängerin nur wenige Sonderausstellungen und damit zu wenige Besucherzahlen generiert, erwiderte Siegmann, sie habe im Rahmen ihrer Anstellung bereits mehr als 800 Stunden für Ausstellungen im Foyer und 1200 Stunden für Ausstellungen in der Alten Schule aufgewendet.

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Auch Hans-Peter Kilz reagierte auf die Äußerungen von Silbereisen: „In vielen Teilen ist ihre Kritik vollkommen unberechtigt, in anderen Teilen gibt es durchaus konstruktive Ansätze, aber das hier ist die falsche Art und das falsche Plenum, kommen Sie doch erst mal zu den Stammtischen“, so Kilz.

Helga Meier ergänzte, dass Siegmann zudem Sprechstunden anbiete, in denen man Kritik anmelden könne.

Gemeinderat Bernd Münkel, der als Bürgermeisterstellvertreter dem Hin und Her folgte, mahnte an, dass man zu einem sachlichen Miteinander zurückkehren solle. „Ich selbst bin beeindruckt von dem, was der Verein und die Museumsleitung leisten“, stellte er fest. Er habe aber auch den Eindruck, dass bei den Vereinsmitgliedern und der Museumsleitung eine große Unsicherheit bestehe, wie ihre Arbeit bei der Gemeinde gewertet werde. Münkel versprach, sich bei Bürgermeister Philipp Schmid dafür einzusetzen, dass es möglichst bald eine definitive Antwort darauf gebe, wie die Zukunft des Museums seitens der Verwaltung gesehen wird.

Efringen-Kirchen (jut). Maren Siegmann, Leiterin des Museums „Alte Schule“, steht in den Startlöchern für den Umbau des ersten Abschnitts der Dauerausstellung. Begonnen wird mit einem „Kartenraum“, denn so viele interessante alte Gemarkungskarten wie Efringen-Kirchen habe kaum eine andere Gemeinde, stellte sie fest.

Siegmann plant zudem wieder historische Wanderungen: Eine davon soll sich zum Denkmaltag-Thema „Was uns verbindet“ um den Bau der Eisenbahnstrecke und die Geschichte der Eisenbahn am Oberrhein generell drehen. „Ein echt spannendes Thema“, war die Reaktion der Besucher der Mitgliederversammlung des Förderkreises Museum „Alte Schule“.

Zudem plant Siegmann einen Rundgang, der sich dem jüdischen Leben und der jüdischen Geschichte Efringen-Kirchens widmen wird.

Mitgebracht hatte Siegmann zudem Ausstellungsgegenstände, die als Repliken von Gegenständen aus der Keltenzeit von Bettina Kocak aus Frankfurt extra für „das Anfassen“ angefertigt wurden und die künftig Besuchern ermöglichen, beim Museumsbesuch auch „haptische Eindrücke“ zu bekommen.

Eine Sonderausstellung wie in den Vorjahren habe es 2017 auch wegen des Abbaus von Überstunden nicht gegeben, erklärte Siegmann. Dafür aber wurden historische Spaziergänge und Vorträge angeboten, die sehr gut angenommen wurden.

Ausgearbeitet wurden von Siegmann zudem Konzepte zum Umbau der Dauerausstellung, um diese wieder attraktiver zu machen. Eine klare Optik sei dabei gefragt. „Ausgesuchte Objekte sollen beispielhaft präsentiert werden, das ist besser als eine Materialflut, und jedes Thema soll auch versteckte Objekte enthalten, die zum Entdecken anregen“, so die Museumsleiterin.

Besucherzielgruppen sind Einheimische, Touristen, Akademiker sowie Lehrer und Schüler. Wobei der Kontakt zu den Schulen und zum Schulzentrum mühsam sei. „Kaum einer der Lehrer weiß, dass es hier ein Museum gibt, denn die Lehrer wohnen nicht hier, sondern in Freiburg, sie haben überhaupt keinen Bezug zur Gegend“, schilderte Siegmann ihre ernüchternden Erfahrungen.

Das Museum werde sich weiterhin mit Aktionen am Ferienprogramm beteiligen und sich mit attraktiven Programmen bei Familien im Gespräch halten“, sagte sie.