Efringen-Kirchen Lieder von der Liebe gesungen

Der Konzertzyklus zum 175-jährigen Bestehen des Sängerbunds hat nach Kirchenkonzert und Matinée einen weiteren Höhepunkt gefunden: Popsongs, Film- und Musicalmelodien unter dem Titel „Best of…“. Es waren zwei Stunden mit bekannten Melodien – und das Publikum ging begeistert mit: „Thank you for the music“ – danke für die Musik.

Von Gerhard Breuer

Efringen-Kirchen. Schon im Vorverkauf zeigte sich die Tendenz „volles Haus“. Sängerbund-Vorsitzender Reinhard Knorr und Dirigent Erhard Zeh zeigten sich erfreut über den großen Zuspruch. Der Chor mit seinen vier Solisten, die amerikanische Sängerin Sandy Williams, die Pianisten Henry Uebel sowie Cornelia Hossfeld, Bass und E-Piano, erzeugten eine Woge der Begeisterung.

Liebe war das erste große Thema des Abends. Bei „You are always on my mind“ bewegten sich schon die Lippen vieler Zuhörer: Das Eis war gebrochen, die noch leicht gedämpfte Grundstimmung der ersten Titel wie verflogen.

„Chiquitita“, der Beitrag der Gruppe zum Jahr des Kindes 1979, geriet zu einer Ode an die Kleinen und Kleinsten, aber der Chor konnte die harten Stakkatoschläge des Pianisten zu Beginn nicht mitvollziehen, und so startete Dirigent Zeh einen zweiten – erfolgreichen Anlauf.

Aus 60 Stücken hatten die Chormitglieder 20 für diesen Galaabend der U-Musik herausgesucht. Auch Zeitgeschichte spielte mitunter hinein, etwa bei „Candle in the Wind“, das Elton John am 6. September 1997, als Prinzessin Diana in Westminster Abbey zu Grabe getragen wurde, in einer speziellen Version vortrug. Der Sängerbund hatte die Stimmung und des Gefühl dieses musikalischen Nachrufs auf die „Prinzessin des Lichts“ erfasst und begeisterte mit musikalischer Kraft und präziser Artikulation.

Ein halbes Jahr vor dem Mauerfall gibt Klaus Meine mit seinen „Scorpions“ ein Konzert in Moskau, und bei einem Spaziergang an der Moskwa erfasst den Musiker der „Wind of change“, ein Stück, das erst zwei Jahre später den Weg in die Charts findet und als „Hymne der Wende“ gilt. Wie passend, es am 30. Jahrestag des Mauerfalls zu singen.

Frischgestärkt nach der Pause fanden sich Interpreten und Zuhörer zum „Halleluja“ von Leonard Cohen zusammen, wobei ein Text das Mitsingen erleichterte. Nach Peter Maffays „Nessaja“ und den wogenden Kornfeldern des Mittleren Westens, den „Fields of Gold“ von Sting, erklang „The Sound of Silence“ von Simon & Garfunkel.

Beim Galakonzert gehörte die Halle Sandy Williams, die mit Kastagnetten das Lebensgefühl der 60er-Jahre und einen deutlich karibischen Touch beschwor, begleitet von Henry Uebel am Akkordeon.

Leidenschaftliche Darbietung

„Les Misérables“ beschreibt Frankreich zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Der Sängerbund bot eine Auswahl aus dem Musical und stellte sich erfolgreich manchen Herausforderungen der rhythmisch und melodiös schwierigen Stücke. Theateratmosphäre kam auf, als von den Sängern die Trikoloren geschwungen wurden, während der Held und Broträuber Jean Valjean auf tragische Weise stirbt.

Louis Armstrong, der große Jazztrompeter, hat ein Lied gesungen von der wunderbaren Welt, von der Schönheit der Natur und dem Glück, Kinder aufwachsen zu sehen: What a wonderful world.

„Ja, was ist das für eine wundervolle Welt“, sagte Zeh. „Wenn man Bilder von Satelliten aus dem Weltall sieht, dann sieht die Erde so friedfertig, schön und gerecht aus. Niemand hungert, nirgendwo ist Krieg. Aber – je näher man kommt, erkennt man, wie wir andererseits unseren Lebensraum bedrohen.“ Dazu passte der Song „From a distance“.

Mit „We are the World“ und „The Rose“ von Bette Midler verabschiedet sich der Sängerbund nach einer leidenschaftlichen und sehr engagierten Darbietung, Sängerinnen und Sänger, die Solisten Nicola Krebs, Stefanie Kubitzki, Thomas Furtwängler und Stefan Kirchgässer nahmen den Applaus der dankbaren 500 Zuhörer gerne entgegen.

Und dann ist es geschafft. Erleichtert liegt man sich in den Armen und Dirigent Erhard Zeh signalisiert mit seinem Daumen nach oben: Gut gemacht. Danke für die Musik.

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