Efringen-Kirchen Mehr als der Gesetzgeber verlangt

Nach dem Brand bei der Firma Kühl wird darüber beraten, wie es bei dem Recyclingunternehmen künftig weitergeht. Foto: Lorenz

Efringen-Kirchen - Die Firma Kühl wird beim Neubau der abgebrannten Infrastruktur auf ihrem Firmengelände Maßnahmen umsetzen, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Entsprechende Auflagen macht das Landratsamt, wie bei Gesprächen zwischen der Recycling-Firma und der Behörde deutlich wurde.

„Die Gespräche sind in unserem Sinne gelaufen“, resümiert Hannes Nieder vom Fachbereich Umwelt im Landratsamt Lörrach. Insgesamt sieben Personen vom Landratsamt und der Firma Kühl berieten gestern über das weitere Vorgehen.

Vor etwas weniger als einem Jahr war es auf dem Gelände der Firma zum wiederholten Mal zu einem Großbrand gekommen. Da sich in unmittelbarer Nähe auch Wohnbebauung befindet, war in der sich anschließenden Diskussion in der Gemeinde vor allem das Thema Brandschutz in den Mittelpunkt gerückt – aber nicht ausschließlich. Denn für die in der Nähe des Betriebs lebenden Bürger sind auch der Lärm und der Geruch des Müllbeseitigungsunternehmens ein Problem.

Bei den nun stattgefundenen Gesprächen sei entsprechend nicht nur der Brandschutz, sondern die Gesamtsituation beleuchtet worden, so Nieder. Das Landratsamt habe dabei die Forderung formuliert, dass die Maßnahmen, die von der Firma Kühl im Zuge des Wiederaufbaus umgesetzt werden, über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen müssen.

Damit will man bei der Behörde auch der Tatsache Rechnung tragen, dass eine Genehmigung des Betriebs in der heutigen Form vor dem Hintergrund der geltenden Bestimmungen nicht mehr möglich wäre. Gleichzeitig kann Kühl aber aufgrund des Bestandschutzes an seinem derzeitigen Standort in der Nähe der Wohnbebauung im Efringen-Kirchener Gewerbegebiet festhalten.

Die nun angedachten Maßnahmen über dem gesetzlichen Mindestmaß zielen deshalb auf eine Verbesserung der Gesamtsituation ab. Dazu würden nun entsprechende Gutachten zum Lärm, Staub und Geruch erstellt, erklärt Nieder. „Hinzu kommt das obligatorische Brandschutzgutachten.“

Details müssen noch ausgearbeitet werden

Wie eine Lösung aussehen kann, die Verbesserungen in all den geprüften Bereichen mit sich bringt, müsse noch im Detail ausgearbeitet werden. Möglich sei eine Einhausung. Wie genau diese aussehen könnte, sei aber noch unklar.

Kühl habe sich in der Sache kooperativ gezeigt, erklärt Nieder. Gleichzeitig betont er aber, dass die Umsetzung der baulichen Maßnahmen, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen, keine Option für die Firma ist, sondern eine klare Auflage von Seiten des Landratsamts. „Es ist für den Betreiber Pflicht, die Maßnahmen umzusetzen.“ Nieder rechnet allerdings damit, dass das noch über ein Jahr dauern wird. Bis dahin wird es eine Interimslösung geben. „Diese beinhaltet bauliche Maßnahmen, durch die die gesetzlichen Auflagen eingehalten werden können.“ Dies aber sei dann nicht der Weisheit letzter Schluss, betont Nieder, sondern lediglich eine Übergangslösung, bis die weitreichenderen Maßnahmen umgesetzt seien.

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