Efringen-Kirchen Mit Feuer gegen den Frost

Huttingen - Während sich die ganze Welt nur noch um das Thema Corona zu drehen scheint, haben die Obstbauern in der Region derzeit andere Sorgen: Die Frostnächte bedrohen die Anlagen. Um die Temperaturen möglichst hochzuhalten, werden verschiedene Maßnahmen ergriffen.

„Das nächste Problem ist immer das größte“, sagt Kevin Brändlin mit Blick auf die kalten Nächte, die derzeit seine Ernte bedrohen. Aber der Obstbauer, Kreis- und Gemeinderat hat wie viele andere Landwirte im Markgräflerland den Schutz seiner Anlagen in Angriff genommen. Dieser ist vor dem Hintergrund der nächtlichen Minusgrade auch notwendig. „Die Anlagen befinden sich teilweise bereits in der Vollblüte“, erklärt Brändlin. Kommt es in dieser Situation zu Erfrierungen, drohen im schlimmsten Fall große Ernteausfälle. Alle in dieser Situation möglichen Vorsichtsmaßnahmen werden nun getroffen. „Wir haben die Hagelnetze geschlossen“, erklärt Brändlin. Die Wärme soll auf diese Weise während der Nacht besser in den Anlagen gehalten werden. „Dadurch lassen sich die Temperaturen um etwa ein halbes oder ein Grad erhöhen“, weiß der Obstbauer.

Die zweite Option zum Schutz der Anlagen bildet das Aufstellen der sogenannten Frostkerzen. Dabei handelt es sich um Eimer, die mit Paraffinwachs gefüllt sind. „Sobald sich abzeichnet, dass die Minustemperaturen die Schadensgrenze erreichen, zünden wir die Frostkerzen an.“ Gemeinsam mit den aufgespannten Hagelnetzen ergebe sich in den Anlagen ein thermischer Effekt, und die Temperatur steigt – hoffentlich – in einen weniger kritischen Bereich.

Dabei gilt als Faustregel: Je kälter es ist, desto mehr Kerzen werden benötigt. In seinen Anlagen hat Brändlin etwa 100 der Eimer mit Paraffinwachs pro Hektar aufgestellt – insgesamt zwischen 400 und 500 Stück.

Das Problem sind dabei die Kosten. „Das geht unheimlich ins Geld“, bringt es Brändlin auf den Punkt. Denn jede Kerze koste etwa zehn Euro.

Schutz vor Frost hat derzeit höchste Priorität

Trotzdem habe es in seinem Betrieb derzeit absolute Priorität, alle möglichen Maßnahmen zum Schutz vor Frost zu ergreifen. Darin habe ihn auch ein Rundgang durch seine Anlagen nach der ersten kalten Nacht auf Montag bestätigt. Denn es habe bereits erste Schäden gegeben.

Deshalb blickt Brändlin auch den kommenden Nächten mit Sorge entgegen. Denn in diesen soll es nochmals deutlich kälter werden.

Gleichzeitig muss sich Brändlin wie alle anderen Landwirte auch mit der derzeitigen Ausnahme-Situation aufgrund des Coronavirus arrangieren. Diese rückt für ihn aber erst dann wieder ins Zentrum, wenn die Frostnächte vorbei sind. Das Thema Corona sei bis dahin sprichwörtlich „auf Eis gelegt“, so Brändlin. Denn natürlich beschäftige es ihn beispielsweise, ob Saisonarbeiter bei der Ernte werden helfen können. „Das nützt mir aber alles nichts, wenn ich keine Ernte habe“, findet Brändlin deutliche Worte. Es müsse deshalb alles getan werden, was zum Schutz der Anlagen vor Frost möglich ist. „Anschließend können wir nur noch zuschauen, was passiert.“

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