Efringen-Kirchen Neuausrichtung genießt Priorität

Efringen-Kirchen - Bei ihrer Generalversammlung blickte die Genossenschaft „Markgräfler Winzer“ nicht nur auf die aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen, sondern zog auch nach einem Jahr seit der Umfirmierung Bilanz. Mit der Neuausrichtung ist die Genossenschaft auf einem guten Weg, aber es bleibt viel zu tun.

Wie Geschäftsführer Hagen Rüdlin in seinem Bericht darlegte, gestaltet sich der Absatz von Wein deutschlandweit zunehmend schwierig. Sowohl die Einkaufsmenge als auch die Frequenz sei rückläufig. Auch beim Blick auf die deutschlandweite Zielgruppe gebe es keine guten Nachrichten. Denn der Wein sei vor allem bei der älteren Generation beliebt. Ein Ziel müsse es daher sein, vermehrt jungen Leuten den Wein im wahrsten Sinne des Wortes schmackhaft zu machen.

„Großer Jahrgang“ 2019 wirkt sich positiv aus

Die „Markgräfler Winzer“ bewirtschaften eine Fläche von rund 900 Hektar, erklärte Rüdlin. Die beiden großen Säulen beim Blick auf die Sorten sind weiterhin der Gutedel und der Spätburgunder. Der Herbst 2018 sei ein „großer Jahrgang“ gewesen. „Das war uns nach 2017 sehr willkommen.“ Damals hatten Frostschäden zu größeren Einbußen geführt.

Der Absatz in Discountern und Supermärkten spiele für die Genossenschaft weiterhin eine bedeutende Rolle. Dabei gelte es auch, für die Kunden einen Anreiz zu schaffen, Wein aus heimischer Produktion zu kaufen. Zumal deutschlandweit mehr als 50 Prozent des Weins aus dem Ausland importiert werde.

Umfirmierung mit umfassenden Änderungen

Die allgemeinen Entwicklungen in der Wein-Branche stellen die Genossenschaft daher vor Herausforderungen. „Wir haben in dieser Situation zwei Möglichkeiten“, erklärte Rüdlin. So könne man günstiger werden, was allerdings nicht anzustreben sei, oder man ändere das Image der Genossenschaft, um sich auf dem Markt besser zu positionieren. Dazu hatte die Genossenschaft vor genau einem Jahr ihre Umfirmierung beschlossen. „Es ging dabei nicht nur darum, uns nach außen ein neues Gesicht zu geben.“

Neue Absatzgruppen finden

Vielmehr sei mit der Umfirmierung auch eine deutliche Neuausrichtung einhergegangen, so Rüdlin, der im Zuge dessen auf die neuen Weinlinien und überarbeitete interne Strukturen hinwies. Auch die Integration spezieller Software habe eine wichtige Rolle im ersten Jahr als „Markgräfler Winzer eG“ gespielt – ebenso wie personelle Veränderungen.

Gerade mit Blick auf die Erschließung neuer Zielgruppen habe sich die Genossenschaft auch intensiv mit dem Thema Kommunikation und Außenwirkung auseinandergesetzt. „Es war viel Arbeit, aber wir sind noch nicht fertig“, fasste Rüdlin zusammen. Die Genossenschaft neu auszurichten, sei nicht auf Knopfdruck möglich. Vielmehr handle es sich um einen mehrjährigen Prozess.

Zentraler Standort nicht ausgeschlossen

Auf Nachfrage aus dem Kreis der rund 90 Winzer, die in die Fischinger Läufelberghalle gekommen waren, erklärte Rüdlin, dass man künftig auch über die Zukunft der Standorte Ballrechten-Dottingen und Ehrenkirchen nachdenken müsse. Die „Zukunftsfähigkeit“ beider Standorte werde geprüft, wobei nicht ausgeschlossen sei, dass langfristig ein zentraler Standort möglicherweise die bessere Lösung sei. „Wir werden aber im Herbst ganz normal an beiden Standorten Trauben annehmen“, erklärte Rüdlin, dass die weitere Entwicklung schrittweise und mit ausreichend Zeit erfolgen wird.

Höhere Vermarktungsgrenze sorgt für Wertzuwachs

Verbandsprüfer Karl Becher stellte den Jahresabschluss vor. Positiv habe sich auf vor allem die gute Ernte 2018 ausgewirkt.

Die Vermarktungsgrenze sei von 90 auf 100 Liter erhöht worden. Dadurch gab es mehr Wein, der bewertet werden konnte, was wiederum zu einem Wertzuwachs führte.

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