Efringen-Kirchen Neue Pläne auf dem Weingut am Klotz

Ingmar Lorenz
Das große Bestandsgebäude auf dem Weingut am Klotz soll einem kleineren Neubau Platz machen. Foto: ov/Eßlinger

Zwar ist die Lese vorbei, auf dem Weingut am Klotz tut sich dieser Tage trotzdem einiges. Ein Schau-Weinberg wird angelegt, und auch für die Gebäude in den Reben oberhalb von Istein gibt es neue Pläne.

Von Ingmar Lorenz

Istein. Kurz zusammengefasst soll hinsichtlich der Gebäude das Alte dem Neuen Platz machen. Das große Bestandsgebäude soll abgerissen werden und an gleicher Stelle ein Neubau entstehen. Wie Miteigentümer Herbert Reinecker erklärt, wird der Antrag dafür dieser Tage gestellt. Das Bestandsgebäude sei so marode, dass sich die Sanierung nicht lohne, legt Reinecker dar.

Der Neubau soll im Wesentlichen auf der Fläche des Bestandsgebäudes stehen, wird allerdings kleiner ausfallen. Denn auf das Obergeschoss wird laut den vorliegenden Plänen verzichtet. Das neue Hauptgebäude beherbergt in Zukunft im vorderen Bereich unter anderem die Verwaltung und die Vinothek beziehungsweise den Verkaufsraum. Der hintere Bereich des Gebäudes soll – wie es auch bisher der Fall war – dem Ausbau der Weine vorbehalten sein. Die noch aus der Zeit der Vorbesitzer stammenden acht Hotel-Zimmer im Obergeschoss fallen weg.

Das kleine, vorgelagerte Gebäude auf dem Weingut bleibt hingegen bestehen. Bislang befand sich dort unter anderem der Verkaufsraum. Da dieser aber künftig im Hauptgebäude unterkommt, kann auch in dem kleineren Bau etwa Neues entstehen. Dort werden laut Reinecker zwei Ferienwohnungen eingerichtet. Eine Gastronomie sei auf dem Weingut weiterhin nicht geplant, betont er. Der Geräteschuppen im hinteren Bereich des Grundstücks wurde saniert und bleibt ebenfalls wo er ist.

Darüber hinaus gibt es auch in den Reben Neuerungen.

Weinbau abseits der Monokultur

Auf einer Parzelle direkt vor dem Weingut entsteht ein Schau-Weinberg, auf dem mit einem Anbau abseits der Monokultur experimentiert wird. Die Idee: Auf der Parzelle gibt es neben den Weinstöcken auch Obstbäume, Sträucher und Steinhaufen, die unter anderem von Vögeln oder Eidechsen bewohnt werden sollen.

Weinbau abseits der Monokultur

Wie der Anbau ablaufen wird, ob Nützlinge das Gebiet tatsächlich umfänglich als Habitat wählen und wie sich der Schau-Weinberg wirtschaftlich darstellen lässt, all das muss sich noch zeigen. Aber eben auch dafür mache man das Experiment, erklärt Reinecker. „Es geht auch darum, Erfahrungswerte zu sammeln.“ Angestrebt werde ein gutes Gleichgewicht zwischen Landwirtschaft und Naturschutz. „Es muss bewirtschaftbar bleiben“, fasst Reinecker zusammen.

Der Anbau von Wein abseits der Monokultur habe Zukunftspotenzial. Allerdings sei ihm zugleich auch bewusst, dass in vielen Betrieben die vorhandene Fläche einfach komplett bewirtschaftet werden müsse, weil der finanzielle Druck sonst zu groß werde. Daher sei auch Flexibilität Trumpf. Denn je nach Rebfläche lassen sich gegebenenfalls einzelne, kleinere Maßnahmen umsetzen. So könnten sich etwa aufgrund der Topografie bestimmte Bereiche – gerade am Rand der Lagen – anbieten, wo zum Beispiel ein kleiner Baum gepflanzt werden könnte. Diese Art des Anbaus könnte künftig ein Mittel sein, um auf einen gegebenenfalls erhöhten gesellschaftlichen Druck mit Blick auf Monokulturen zu reagieren. Bis man aber erste Erfahrungen sammeln kann, wird es noch einige Jahre dauern.

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