Efringen-Kirchen Neues Leben für die alte Halle

Ingmar Lorenz
Für die denkmalgeschützte Güterhalle wird weiterhin eine Nutzungsmöglichkeit gesucht. Foto: Alisa Eßlinger

Die alte Güterhalle am Bahnhof von Efringen-Kirchen soll in Zukunft mehr sein als ein Lagerraum. Der Gemeinderat erteilte der Verwaltung in der Sitzung am Montagabend den Auftrag, verschiedene Möglichkeiten für eine künftige Nutzung zu prüfen.

Von Ingmar Lorenz

Efringen-Kirchen. Möglich sei in der Güterhalle vieles, war in der Sitzung zu erfahren. Ein Fahrradgeschäft, ein Kiosk oder ein Café waren nur einige der Schlagworte, die im Zusammenhang mit einer künftigen Nutzung des Gebäudes während der Debatte fielen. Auch Anfragen für die Nutzung als Büroräume oder als „Working-Space“ habe es schon gegeben, teilte Bürgermeister Philipp Schmid mit.

Grundsätzlich stand in der Sitzung am Montagabend aber zunächst die Frage im Raum, wie allgemein mit dem Bauwerk verfahren werden soll. Da vor allem – aber nicht nur – das Dach marode ist, bestehe Handlungsbedarf. Notdürftig sei die Halle jüngst abgedichtet worden, um der Problematik Herr zu werden, erklärte Bauamtsleiter Marc Braun. Um eine umfassende Sanierung komme die Gemeinde aber nicht herum.

Die Frage war nun, ob das Dach für rund 90 000 Euro instandgesetzt werden soll und die Halle künftig weiterhin als Lagerraum genutzt wird, oder ob eine Sanierung und anschließende Umnutzung – als was auch immer – sinnvoller sei. Die Mehrheit der Gemeinderäte sprach sich für die Umnutzung aus. Die Fraktionssprecher von SPD, CDU und FDP betonten, dass es aus ihrer Sicht Sinn ergebe, das Potenzial, das in dem Gebäude und dessen Lage stecke, nicht brachliegen zu lassen.

Welche Nutzung des Gebäudes künftig möglich ist, darüber wolle man sich Gedanken machen, sobald verschiedene Vorschläge auf dem Tisch liegen. „Wenn der Bau erhalten bleibt, ist bezüglich der Nutzung eigentlich fast alles möglich“, erklärte Braun auf die Frage, welche Rolle der Denkmalschutz hinsichtlich der Nutzungsänderung spielen wird. Ähnlich äußerte sich Gemeinderat Simon Meier (Grüne), der etwa auf die Umnutzung von Kirchengebäuden hinwies, die es immer wieder gebe.

Sein Fraktionskollege Rudi Ritz plädierte indes dafür, das Dach der Halle instand zu setzen und sie auch künftig als Lagerraum zu verwenden. Er befürchtete, dass die Sanierungsarbeiten die Gemeinde im Fall einer Umnutzung erheblich teurer zu stehen kommen könnten. Schließlich sei das Gebäude sehr alt und man wisse nicht, wie die Bausubstanz genau aussehe.

Denkmalschutz macht Abriss unmöglich

Die alte Güterhalle beschäftigt die Gemeinde schon seit einiger Zeit. Sie ist Eigentum der Gemeinde und steht zugleich unter Denkmalschutz. Die naheliegende Lösung, das Gebäude einfach dem Erdboden gleich zu machen, kommt daher nicht infrage. Die Gemeinde wird zwangsläufig immer wieder Geld in das Gebäude investieren müssen.

In der alten Güterhalle lagern bislang die Stände des Gewerbevereins sowie Gegenstände des Museums. Wie in der Sitzung angeregt wurde, soll nun auch zeitnah ein Gespräch mit Helmut Vormann, Vorsitzender des Gewerbevereins, anberaumt werden, um dessen Sichtweise miteinzubeziehen.

Was die Gegenstände des Museums betrifft, bleibt die Frage offen, wo diese gelagert werden sollen, wenn die Halle umgenutzt wird. Deutlich wurde aber, dass den Gegenständen aus Sicht der Verwaltung kein großer Wert beigemessen wird. „Der Aufwand rechtfertigt nicht den Schutz dessen, was drin ist, bis auf ein paar ganz wenige Ausnahmen vielleicht“, sagte Bürgermeister Schmid mit Blick auf die Lagerung der Museumsgegenstände in der alten Güterhalle.

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