Efringen-Kirchen Noch eine Barbarafeier soll es geben

Kommandant Philipp Haberstroh (r.) und Elmar Fuchs von der Firma Geo&Safety Consult (Mitte, stehend) dankten den an den Arbeiten Beteiligten. Fotos: Lorenz Foto: Weiler Zeitung

Die Zukunft der Untertageanlage (UTA) Efringen-Kirchen steht fest: Nach dem Abschluss der Rückbauarbeiten im kommenden Jahr bleiben zwei kleinere Teile der Anlage als Denkmal erhalten. Den Großteil der Fläche wird die Firma Lhoist künftig für den Kalkabbau nutzen.

Von Ingmar Lorenz

Efringen-Kirchen. Im Rahmen der Barbarafeier am Mittwochabend stellte Elmar Fuchs, Sicherheitssachverständiger der Firma Geo&Safety Consult, die weiteren Pläne vor. „Die vierte Feier zu Ehren der heiligen Barbara in der UTA wird die letzte sein“, erklärte Fuchs, dass die Rückbauarbeiten im Jahr 2020 abgeschlossen sein werden – zumindest, wenn alles nach Plan läuft. Nach dem Abschluss der Arbeiten bleiben das vordere Südportal und der Divisionsgefechtsstand als Denkmäler erhalten, während der größte Teil zum Kalk-Abbaugebiet der Firma Lhoist wird.

Laut Werksleiter Oliver Arts hat das Unternehmen zwar nicht den Stollen selbst, aber mehrere Grundstücke von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) erworben und verhandelt derzeit noch über den Verkauf eines Waldgrundstücks.

Der Stollen ist Teil des Bereichs Kalkgraben, für den die Genehmigung zum Abbau (Erweiterung Kapf IV) bereits vorliegt.

Einen genauen Zeitpunkt, wann die Arbeiten zum Abbau an der Stollenanlage beginnen sollen, kann Arts noch nicht benennen. Man werde sich an den Plan für den Abbau im Bereich Kalkgraben halten. Aus Sicht des Werksleiters wird es aber noch gut und gern zehn Jahre dauern, bis mit den Arbeiten an der Stollenanlage begonnen wird.

Während sich Arts’ Blick also noch einige Zeit in die Zukunft richtet, schaute Fuchs in seiner Rede zum Barbara­tag auch auf die bislang unternommenen Arbeiten zurück.

Im Dezember 2017 hatten die Vorbereitungen zum Rückbau in der UTA begonnen. Damals standen vor allem die Kommunikation und die Belüftung an erster Stelle. Denn die Sicherheit der Arbeiter hatte bereits zu diesem frühen Zeitpunkt höchstes Priorität.

Beteiligte zeigen sich mit bisherigem Verlauf zufrieden

Bis Mitte November 2018 wurde dann der Lazarettstollen bis auf die Asbestsanierung entkernt. Am 5. November 2018 wurde planmäßig mit den Entkernungs-Rückbauarbeiten im Sanitätsstollen begonnen.

Aktuell stehe der Ausbau der asbestbelasteten Brandschutzklappen an, erklärte Fuchs, der sich mit dem Verlauf der Arbeiten zufrieden zeigte, bei denen die Sicherheit stets an erster Stelle stehe.

Bürgermeister Philipp Schmid dankte in seiner Ansprache allen Beteiligten. Die traditionelle Barbarafeier sei bedeutend, da es sich um eine wichtige Tradition im Bergbau handele. Zudem betonte Schmid, dass man zwar viel Irdisches für die Sicherheit tue, „eine göttliche Rückfallebene kann aber nicht so falsch sein“.

Fuchs ehrte mehrere an den Arbeiten Beteiligte im Rahmen der Barbarafeier, darunter den Ehrenkommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Efringen-Kirchen und stellvertretenden Werksleiter bei Lhoist, Werner Schmid, die Feuerwehrleute Fabian Setzler und Katharina Aldag sowie Kommandant Philipp Haberstroh.

Dieser wiederum gab den Dank für die hohe Motivation in seiner Rede an alle beteiligten Einsatzkräfte zurück. Aus Sicht der Feuerwehr blicke er der voraussichtlich letzten Barbarfeier im kommenden Jahr mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen. Denn die Freiwillige Feuerwehr begleitet die Arbeiten im Stollen aus Sicherheitsgründen sehr eng und bekam dabei wertvolle Einblicke ins Grubenrettungswesen.

Damit es auch künftig nicht zu Unfällen kommt, baten zudem die Pfarrer Steffen Mahler und Martin Karl in einer Andacht um den Beistand der heiligen Barbara, verbunden mit einem von allen Rednern gewünschten „Glück auf!“.

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