Efringen-Kirchen Noch läuft das Vereinsleben

Ingmar Lorenz
Trotz Warnstufe können die Musikvereine weiterhin ihre Konzerte planen. Durchdachte Hygienekonzepte und die hohe Impfquote machen es möglich. Foto: pixabay/Hans Braxmeier

Die geltende Warnstufe sorgt in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens für Verunsicherung. Droht ein erneuter Stillstand? Unsere Zeitung hat sich bei Vereinen in Efringen-Kirchen umgehört, wie die Lage dort eingeschätzt wird.

Von Ingmar Lorenz

Efringen-Kirchen. Zwar stehen die geplanten Veranstaltungen auf wackligen Beinen, bisweilen können die Vereine ihre Tätigkeiten aber weiter fortsetzen. Nicht zuletzt die hohen Impfquoten machen das möglich.

Musikverein Istein

„Im Moment sehen wir noch keinen totalen Stillstand“, berichtet Stephan Windmüller, Vorsitzender des Musikvereins Istein. „Da bei uns im Verein alle Aktiven geimpft sind, können wir, Stand heute, unsere Proben in der Festhalle durchführen.“ Selbstverständlich sei, dass die Musiker dabei die geltenden Regelungen einhalten.

Auch das Konzert am 27. November sei weiterhin geplant. Es soll unter Beachtung der 2G-Regeln stattfinden, was auch bedeute, dass der Auftritt auch in der Alarmstufe stattfinden könnte. „Wir werden aber eine Konzertbestuhlung machen, und die Stühle mit Abstand aufstellen, obwohl wir das nicht machen müssten“, erklärt Windmüller. Da im Moment die Warn- und zum Zeitpunkt des Konzerts eventuell auch die Alarmstufe gilt, müssen die Zuhörer Masken während der Veranstaltung tragen. „Dasselbe gilt für die Musiker, bis diese den Platz auf der Bühne eingenommen haben“, so der Vorsitzende. Seitens des Vereins hofft man, dass die Maskenpflicht nicht allzu viele Konzertbesucher davon abhält, zu kommen.

Der Musikverein Istein beschränkt sich beim Konzert zudem ausschließlich auf das Musikalische und verzichtet in diesem Jahr auf Ehrungen. „So können wir den Zeitrahmen eng halten, damit man die Masken nicht über Stunden anbehalten muss“, erklärt Windmüller.

Die Ehrungen sollen dann im Rahmen der Jahresfeier am 9. April nachgeholt werden.

Musikverein Egringen

Ganz ähnlich stellt sich die derzeitige Situation für den Musikverein Egringen dar. Auch dort hat man sich mit den geltenden Corona-Regeln arrangiert. Die Proben können unter Einhaltung der aktuellen Regelungen weiterhin stattfinden, berichtet Vorsitzender Martin Frey. Bei diesen wird derzeit das für den 11. Dezember geplante Konzert vorbereitet.

Natürlich sei noch unklar, wie sich die Lage bis dahin entwickeln wird, blickt Frey auf die ansteigenden Corona-Zahlen. Bei der Planung gehe man aber weiterhin davon aus, dass das Konzert stattfinden wird.

Geprobt wird weiterhin mit Abstand und unter Anwendung des bewährten Hygienekonzepts, legt der Vorsitzende des MV Egringen dar.

TuS Efringen-Kirchen

Das Erreichen der Warnstufe im dreistufigen Warnsystem des Landes Baden-Württemberg hat auch Auswirkungen auf den TuS Efringen-Kirchen, legt Vereinssprecher Thorsten Sütterlin dar. „Mit in Kraft treten dieser Warnstufe vom 3. November wird für den Zutritt zum Innenraum – also etwa zu den Umkleidekabinen – ein sogenanntes 3G+ benötigt.“ Das heißt, dass Genesene, Geimpfte oder Getestete mit einem PCR-Test, der nicht älter als 48 Stunden ist, Zutritt haben. Sport im Freien war zunächst mit 3G, also mit einem negativen Schnelltest möglich. Am 4. November wurde diese Regel nochmals angepasst, berichtet Sütterlin. Beim Wettkampf- oder Ligen-Betrieb wurde für den Innenbereich 3G eingeführt, ein teurer PCR-Test war somit nicht nötig.

Der Trainingsbetrieb könne fortgesetzt werden, so Sütterlin. TuS-Sportler die nicht genesen oder geimpft sind, können die Umkleidekabinen im Sportheim jedoch nicht nutzen. Sie kommen in Sportkleidung zum Training.

„Die Warnstufe wird aus meiner Sicht von kurzer Dauer sein, da die Alarmstufe bald erreicht wird“, blickt Sütterlin voraus. Dann gilt für Innenbereich wie Außensport die 2G-Regel. „Wir haben eine sehr hohe Impfquote im Verein, es sind nur ganz wenige TuS-Sportler von den Maßnahmen betroffen.“ Schüler seien ausgenommen – sie werden in der Schule regelmäßig getestet.

Die Entwicklung der Pandemie in den nächsten Wochen werde zeigen, wohin die Reise geht, sagt Sütterlin. „Ich hoffe, dass es zu keinem Stillstand oder Saisonabbruch mehr kommen wird.“ Veranstaltungen, die nicht im Freien stattfinden, plane der Verein aktuell eher kurzfristig, da langfristige Planungen derzeit wenig praktikabel erscheinen.

Sängerbund

Wie Reinhard Knorr, Vorsitzender des Sängerbunds Efringen-Kirchen, erklärt, sei der Chor zurzeit durch die Verordnungen nicht wesentlich in seinen wöchentlichen Aktivitäten eingeschränkt, da ausnahmslos alle Chormitglieder geimpft sind. „Selbst bei einer etwaigen Infektion einer Person sind ja alle geschützt, zumindest gegen schwere Verläufe“, so Knorr- „Wir werden daher auch am Ewigkeitssonntag in der Christuskirche singen – zumindest nach heutigem Stand der Dinge – allerdings oben auf der Empore und nur mit einem Teilchor.“ In welchem Rahmen die geplanten Konzerte stattfinden können, stehe noch in den Sternen, was sehr frustrierend sei.

„Ähnlich sieht es bei unserem geplanten Flohmarkt aus.“ Obwohl der Sängerbund plant, nur geimpfte Aussteller und Besucher zuzulassen, könnte es Einschränkungen bei der Anzahl der Tische geben. Eventuell seien auch Masken nötig.

„Diese ganze Situation ist wirklich zum Haareraufen, weil das ganze Dilemma ausschließlich an der niedrigen Impfquote liegt“, ärgert sich Knorr. „Mir ist völlig unverständlich, warum immer noch so viele zögern oder sogar die Impfung verweigern.“

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