Efringen-Kirchen PM Kalkwerk – 10:30 Uhr

Im Isteiner Kalkwerk rollen nun die Steine um den Steinbruch „Kapf“ anstatt hindurch. Ermöglicht wird dies durch die neugebauten Förderbänder, die außerdem bis zu vier Millionen Tonnen mehr Stein-Abbau bringen. Vor Ort werden die Veränderungen deutlich, wie Oliver Arts, Leiter des Kalkwerks, aufzeigt.

Von Alisa Eßlinger

Istein . Die Umsetzung des Bauprojekts dauerte fast zweieinhalb Jahre einschließlich der Planungen, Genehmigungen und dem tatsächlichen Bau. Der neue Förderbandabschnitt ist bereits seit Dezember 2019 fertiggestellt. Die Inbetriebnahme war eigentlich für März geplant gewesen, doch durch die coronabedingte Grenzschließung konnte die italienische Firma, die das Bauprojekt ausführte, ihre Arbeit nicht beenden.

Doch seit fünf Wochen befördern die neuen Bänder die abgetragenen Steine bis zum Werk. Durch den neuen Verlauf der Förderbänder ermöglicht es dem Kalkwerk außerdem, noch rund drei bis vier Millionen Tonnen mehr Steine freizulegen. Der Abbau kann laut Arts daher noch bis zu zehn Jahre in diesem Gebiet dauern. Dabei sollen der Kalkgraben und der Steinbruch Kapf im Wechsel abgebaut werden.

Rund 2,3 Millionen Euro kostete das Projekt. Nun verlaufen die zwei neuen Förderbänder neben der Straße anstatt quer durch den „Kapf 3“. Davor wies das Förderband eine Länge von einem Kilometer auf, nun ist es um 500 Meter erweitert.

96 Stunden für Übergang

„Das alte Förderband wurde in einem offenen Graben gebaut, mit Beton-Wänden verschalt und zugeschüttet. Bei dem Bauprojekt wurde das bestehende Band aufgebrochen und an den Abzweigungen zu den neuen Förderbändern wurden Übergabestationen eingerichtet. Damit sich die neuen Förderbänder am Rand des Kalkwerk-Geländes anpassen konnten, mussten drei Übergänge geschaffen werden.

Um einen nahtlosen Produktionsübergang zwischen alten und neuen Förderbändern zu ermöglichen, hatte die Maschinenbaufirma nur 96 Stunden Zeit, das alte Band abzutrennen und umzubauen sowie die neuen Bänder in Betrieb zu nehmen. „Rund 20 Mann waren vor Ort, um den Umbruch zu schaffen“, hebt der Leiter des Isteiner Kalkwerks hervor. Zur Überbrückung wurde der abgetragene Stein in zwei Puffer und vier Silos im Werk zwischengelagert.

Lärm vermeiden

Allerdings seien diese Übergangsstationen noch zu lärmintensiv. Daher will Arts die Übergabe zwischen den Bändern noch verbessern: „Die Steine fallen gegen einen Gummipuffer. Von diesem prallen sie an die Metallwand, und das erzeugt diesen Lärm. Daher wollen wir das Gehäuse mit Gummipuffer auskleiden.“ Außerdem wird derzeit noch das alte Förderband zurückgebaut.

„Die neuen Bänder liegen nun auch tiefer, um einen Schallschutz zu haben“, erklärt Arts. Dazu wolle man die Böschungen, in denen die neuen Förderbänder offen liegen, begrünen sowie Obstbäume aufstellen, um dem Rekultivierungsplan gerecht zu werden.

Baubetrieb lief weiter

Das Kalkwerk in Istein ist laut Arts „relativ gut“ durch die Corona-Krise gekommen. „Im April hatten wir eine leichte Delle hinsichtlich des Umsatzrückgangs verzeichnet, aber das hatte sich schnell wieder regeneriert“, schildert Arts. Auch die Grenzschließung hatte das Isteiner Kalkwerk kaum gemerkt: „Der Transport über die Grenze verlief problemlos weiter.“

Lediglich der Umsatzrückgang zeigte, dass das Kalkwerk auch Kunden in der Schweiz und Frankreich bediente. Zu Gute kam dem Isteiner Kalkwerk, dass sie zur betreiberkritischen Infrastruktur gehören und die Baubranche auf Hochtouren lief und somit auch der Bedarf vorhanden war.

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