Efringen-Kirchen „Ruhige und gediegene“ Stimmabgabe

Für die Wahl wurde ein Hygienekonzept erarbeitet. Die getroffenen Maßnahmen haben sich bewährt.Foto: sba Foto: Weiler Zeitung

Der Wahlsonntag war aufgrund der Corona-Pandemie mit vielen Fragezeichen versehen. Würde alles wie geplant funktionieren? Würden sich alle an die Hygiene-Regeln halten? Und könnte in allen Ortsteilen ausgezählt werden? Im Rückblick zieht Clemens Pfahler nun ein positives Fazit. Den Ablauf der Wahl bezeichnet der Hauptamtsleiter der Gemeinde Efringen-Kirchen als „ruhig und gediegen“.

Von Ingmar Lorenz

Efringen-Kirchen. Dabei hatte es im Vorfeld so einiges zu beachten gegeben. „Die größte Herausforderung bestand darin, sich in etwas hineinzudenken, was wir noch nie hatten“, beschreibt der Hauptamtsleiter. Eigentlich sei die Organisation einer Landtagswahl kein Hexenwerk, allerdings habe sich diesmal die Frage gestellt, wie man die Infrastruktur Pandemie-sicher machen kann. Es wurden Hygienekonzepte ausgearbeitet, die Räumlichkeiten angepasst und Eventualitäten in Betracht gezogen. Letztlich habe man aber gerade auch mit Blick auf andere Gemeinden und größere Städte „auf kleiner Flamme gekocht“, betont Pfahler. Den Ball flach zu halten, sei die richtige Entscheidung gewesen, resümiert er. „Alles hat funktioniert.“

Durch den relativ hohen Anteil an Briefwählern habe man bereits im Vorfeld davon ausgehen können, dass in den Wahllokalen nicht viel los sein würde. „Ich hätte gedacht, dass wir die 3000er-Marke noch knacken“, sagt Pfahler mit Blick auf die Briefwähler. Letztlich beantragten 2615 Bürger die postalische Stimmabgabe ab.

Viele Bürger nutzten die Briefwahl

Erwartungsgemäß war am Sonntag in den Wahllokalen dann auch verhältnismäßig wenig los, auch weil man davon abgesehen hatte, Wahlbezirke zusammenzulegen. Zu längeren Wartezeiten sei es seines Wissens nach nicht gekommen, sagt Pfahler. Die Rückmeldungen aus den Wahllokalen in den Ortsteilen hätten ergeben, dass es ein „steter Fluss“ an Wählern war. Auch zu Zwischenfällen im Zusammenhang mit der Einhaltung (beziehungsweise der Nichteinhaltung) der Hygienemaßnahmen sei es nicht gekommen. Für den Fall, dass die Maske zu Hause vergessen wurde, war man seitens der Gemeinde ebenso vorbereitet. In diesem Fall konnte eine Mund-Nasen-Bedeckung zur Verfügung gestellt werden.

Der hohe Anteil an Briefwählern führte auch dazu, dass man seitens der Verwaltung die Möglichkeit in Betracht ziehen musste, dass weniger als 50 Wähler ihre Stimme vor Ort abgeben würden. In diesem Fall wäre ein Auszählen der Stimmen im jeweiligen Wahllokal nicht möglich gewesen. Die Wahlzettel hätten erst in ein anderes Wahllokal gebracht werden müssen und wären dann gemeinsam mit den dort abgegebenen Stimmen ausgezählt worden. „Das war aber letztlich gar kein Thema“, sagt Pfahler. Am Nachmittag habe er bei den Ortsteilen nachgefragt, wie es diesbezüglich aussieht. Das Ergebnis: Bereits in allen Ortsteilen hatten mehr als 90 Bürger ihre Stimme abgegeben.

Gelungene Generalprobe für die Bundestagswahl

Die Erfahrungen, die man bei der Landtagswahl am Sonntag gesammelt hat, werden auch vor dem Hintergrund der im September anstehenden Bundestagswahl von großer Bedeutung sein. Der Hauptamtsleiter wird nun noch Rücksprache mit den Ortsvorstehern halten, die alle auch als Wahlhelfer im Einsatz waren, um in Erfahrung zu bringen, ob man hinsichtlich der Räumlichkeiten eventuell noch an der einen oder anderen Stellschraube wird drehen müssen. Insgesamt habe er aber nicht den Eindruck, dass große Veränderungen nötig seien, so Pfahler. Die Zusammenlegung von Wahllokalen sei wohl auch bei der Wahl im September nicht nötig, zumal es sich hinsichtlich des Auszählens bewährt habe, an der bisherigen Anzahl festzuhalten. Diesem Aspekt wird bei der Bundestagswahl gesteigerte Bedeutung zukommen, da sich das Auszählen durch die Abgabe von Erst- und Zweitstimme im Vergleich zur Landtagswahl etwas aufwendiger gestalten wird.

Bürgermeister Philipp Schmid spricht allen, die sich mit ihrer Stimmabgabe an der Wahl beteiligt haben, seinen Dank aus. Die Wahlbeteiligung liege bei stolzen 69,7 Prozent. „Die Wähler haben damit zum Ausdruck gebracht, dass ihnen an der zukünftigen Politik im Land Baden-Württemberg etwas liegt“, so Schmid. Er dankt darüber hinaus auch den Beschäftigten der Verwaltung, die die Wahl vorbereitet und begleitet haben, sowie den zahlreichen ehrenamtlichen Wahlhelfern, die uneigennützig in ihrer Freizeit für einen reibungslosen Ablauf der Wahl sorgten. Abschließend gratuliert Schmid den gewählten Abgeordneten Josha Frey und Jonas Hoffmann.

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