Efringen-Kirchen Schlammfänger und Betonstelen

Rolf Mück
Vo den Hängen südöstlich Egringens wurde zuletzt auch Mais angebaut, wie dieses Bild aus dem Sommer zeigt. Foto: Beatrice Ehrlich

Bezahlbare Ideen zum Schutz vor Starkregen waren Thema bei der Sitzung des Ortschaftsrats in Egringen am Dienstag.

Von Rolf Mück

Egringen. Der wichtigste Tagesordnungspunkt der Ortschaftsratssitzung war das weitere Vorgehen beim Starkregenschutz auf Initiative des Bauamts.

Der anwesende Bauamtsleiter Ulrich Weiß erläuterte wie der Schutz gegen die Auswirkungen der Starkregenereignisse künftig aussehen könnte. Das größere Problem sei die Schlammfracht, welche das Hochwasser von den Feldern südöstlich des Dorfes heranspüle, stellte er fest. „Meine Hauptintention ist, den Schlamm am Ort seines Entstehens zurückzuhalten“, erklärte er im Nachgespräch am Telefon.

EroL-Empfehlungen kaum finanzierbar

Drei Wege seien hier möglich, so Weiß: Zum einen die Ausführung der Empfehlungen des von der Gemeinde beauftragten Planungs- und Ingenieursbüros oder die Befolgung des Handlungskonzepts des Leuchtturmprojektes EroL des Landkreises sowie drittens Maßnahmen auf regionaler Ebene von Seiten der Ortschaft und der Gemeinde. Die Maßnahmen, welche vonseiten des Ingenieursbüros und im Rahmen des Leuchtturmprojekts vorgeschlagen seien, würden von der Gemeinde aber kaum finanzierbar sein, so Weiß. Er sprach dabei von Beträgen bis über einer Million Euro. Nun gebe es aber auch auf lokaler Ebene verschiedene Ideen, wie man dem Hochwasser entgegentreten könne. Aktionen des Ortschaftsrats wie die Säuberung der Bankette haben schon stattgefunden, wie Ortsvorsteher Bernd Meyer ausführte.

Die Planung für die Errichtung von Schlammfängern und Betonstelen mit Holz davor sei durch die Gemeinde ebenfalls durchgeführt worden, wie Ulrich Weiß weiter erläuterte. Diese Planung müsse nun umgesetzt werden. Daneben könnte man weitere Maßnahmen ergreifen, so seine Idee, wobei er auch auf Anregungen durch die Bürger hoffe.

Entsprechende Maßnahmen wurden denn auch in der Sitzung mit den anwesenden Zuhörern lebhaft diskutiert. Eine Grundidee sei auch, so die weiteren Ausführungen von Ulrich Weiss, den Schlamm schon am Rande des Dorfes oder auf den Feldern abzufangen. Dazu müssten Schlammfangstreifen oberhalb des Dorfs angelegt werden, Grünstreifen mit Weidenrutenzäunen oder Hecken. Das große Problem bei der Thematik Schlammfracht sei die Bepflanzung der Felder, wie Weiß weiter ausführte.

Wertvolle Erde geht verloren

Liege die Bodenkrume in der für Starkregenereignisse kritischen Zeit zwischen März und Juni ungeschützt da, steige die Gefahr von Schlamm- oder besser gesagt Erdabschwemmungen, erläuterte der Bauamtsleiter im Nachgespräch. Dies sei etwa beim Mais der Fall, dessen Pflänzchen zu diesem Zeitpunkt noch sehr klein seien. Wenn es dann kräftig regnet, werde nicht nur Schlamm ins Tal geschwemmt, sondern es ginge zusätzlich noch wertvolle Erde verloren, merkte er an.

Die Landwirte, welche diese Bereiche bewirtschaften, seien nicht bereit, mehr Grünflächen anzulegen, berichtete Ortsvorsteher Bernd Meyer in der Ortschaftsratssitzung. Man wolle nun auch, so Bauamtsleiter Weiß, über das Landwirtschaftsamt die Bauern dazu bewegen, die Fruchtfolge so zu planen, dass die Schlammproblematik besser berücksichtigt sei.

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