Efringen-Kirchen Sparen, sparen, sparen

Beatrice Ehrlich
Im Sommer heizt die Sonne das glasverkleidete Rathaus in Efringen-Kirchen, im Winter kühlt es ab auf 19 Grad. Foto: Ehrlich

Auch in Efringen-Kirchen schlägt die Stunde verstärkter Energiesparmaßnahmen. Nach dem Willen von Verwaltung und Gemeinderat soll unter anderem auf Warmwasserbereitung in vielen kommunalen Gebäuden verzichtet, und die Straßenbeleuchtung zwischen ein und fünf Uhr am Morgen abgeschaltet werden.

Von Beatrice Ehrlich

Efringen-Kirchen - Ein Katalog mit diversen Energiesparmaßnahmen, der bereits im August mit Vertretern der Fraktionen in der AG Klimaschutz überarbeitet und mit weiteren Vorschlägen ergänzt worden war, stieß auf allgemeine Zustimmung im Rat.

Gemeinderätin Selina Denzer (Grüne) hatte zwar zunächst noch Bedenken vorgebracht, betreffend die Sicherheit auf nächtlichen, unbeleuchteten Straßen, wollte dies aber nicht als grundsätzliches „Nein“ verstanden wissen. Aufgrund der Verkehrssicherungspflicht der Gemeinde blieben ohnehin viele zentrale Stellen trotz allem beleuchtet, versicherte Hauptamtsleiter Clemens Pfahler.

Schüler sollen duschen können

Denzers Fraktionskollegin Anja Schaffhauser hatte ihrerseits Sorge darüber geäußert, Schüler würden durch das Abstellen des Warmwassers daran gehindert, nach dem Sportunterricht zu duschen, was mehrere, auch humorvolle, Wortmeldungen aus dem Rat zur Folge hatte, unter anderem die von Hans-Peter Buck, der bekanntgab, in 40 Jahren als Sportlehrer habe er keinen Schüler je nach dem Sport duschen sehen. Dass ausgerechnet zwei Grüne die Energiesparmaßnahmen hinterfragten, verwundere ihn nun doch, kommentierte Kevin Brändlin dann noch – ebenfalls mit einem Augenzwinkern.

Keine grundsätzliche Kritik im Rat

Grundsätzlich wurde aber keine Kritik laut an den vorgeschlagenen Sparmaßnahmen. Es herrscht Konsens über die dringende Notwendigkeit, den Heizenergie- und Stromverbrauch deutlich zu senken. Selbst was die Einschränkung der Weihnachtsbeleuchtung im Kernort und den Ortsteilen betrifft, gab es keine Einwände, sondern vielmehr sogar den Vorschlag, auf Weihnachtsbeleuchtung komplett zu verzichten. Helmut Grässlin, Ortsvorsteher von Mappach, beendete schließlich die Debatte mit dem Argument, durch ein schnelleres Ende der Sitzung könne auch Energie gespart werden.

Der Katalog sei noch Veränderungen unterworfen, erläuterte Hauptamtsleiter Pfahler im Nachgang zur Sitzung. Vieles sei zudem bereits umgesetzt worden, etwa die Abschaltung von Warmwasser sowie Kühlschränken im Rathaus.

Im Detail:

In ihrem Arbeitspapier schlagen Verwaltung und AG Klimaschutz unter anderem folgende Energiesparmaßnahmen vor: Zu Beginn der Heizperiode am 1. Oktober wird die Raumtemperatur in kommunalen Gebäuden auf 19, in Schulen und Kindergärten auf 20 Grad in genutzten sowie 15 Grad in ungenutzten Räumen eingestellt. Die Jalousien in den Schulen werden so programmiert, dass die Sonneneinstrahlung als zusätzliche Wärmequelle genutzt werden kann. Die Gemeinde verzichtet auf Weihnachtsbeleuchtung mit Ausnahme der Weihnachtsbäume am Rathaus und den Verwaltungsstellen (noch in der Diskussion) sowie auf die Außenbeleuchtung. Das Warmwasser wird ausgeschaltet, außer in Schulmensen und Kindergärten. Die Straßenbeleuchtung wird ausgeschaltet. Im Gespräch ist auch ein Energiezuschlag zu den Nutzungsgebühren für Gemeindeliegenschaften mit Ausnahme regelmäßigen Trainings- und Probenbetriebs.

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