Speerwurf à la Eiszeitjäger und Informationen zu den Werkzeugen, die die Menschen in der Eiszeit herstellten sowie zum Markgräfler Jaspis: Der „Tag des Geotops“ auf dem Gelände des steinzeitlichen Bergwerks in Kleinkems war wieder ein voller Erfolg.

Von Jutta Schütz

Kleinkems . Dank der Bergwacht Istein, die mit Sarah Strack, Kai Korenz und Bernhard Auer den Aufstieg sicherte, konnten sich mehr als 30 Interessierte einreihen, um die Reste des steinzeitlichen Bergwerks in Augenschein zu nehmen. Die Führung auf dem Felsvorsprung mit Einblick in die Höhlen übernahm Joachim Gröbke vom Förderkreis Museum Alte Schule.

Gröbke und Monika Ranallo haben mittlerweile eine Informationsschrift zusammengestellt, die die wichtigsten Fakten zum „Jaspisbergwerk in der Kachelfluh“ zusammenfasst. Der Titel ist eine Anlehnung an die wissenschaftliche Abhandlung von Robert Lais, der sich als Erster ausführlich mit den Funden beschäftigte. Entdeckt wurden die steinzeitlichen Überbleibsel bei einer Gleisneuverlegung seitlich der Hauptgleise der Rheintalbahn, die für den Kalkabbau in Kleinkems nötig wurde. Jaspis fand vielseitige Verwendung

Im Bergwerk, so Gröbke, wurden vor allem Jaspisknollen bergmännisch abgebaut. Diese wurden für die Weiterverarbeitung zu Werkzeug, aber auch zu Waffen benötigt.

Die Menschen arbeiteten auf einem schmalen Vorsprung und arbeiteten sich auf vier Horizonten seitwärts in die Felsen vor. „Die negativen Ausbuchtungen der Jaspisknollen kann man heute noch sehen“, informierte Gröbke die Besucher.

Museumsleiterin Maren Siegmann hatte reichlich Literatur zur Eiszeit mitgebracht – darunter auch schöne Bücher für Kinder sowie Fachzeitschriften zum Markgräfler Jaspis.

Auf großes Interesse stießen Schneidwerkzeuge und Waffen, die mit Jaspisanteilen gefertigt wurden, etwa kleine Messer. Dabei wurde ein scharfe Jaspisspitze in einen Holzgriff eingelassen und mit Birkenpech, dem Kleber der Steinzeit, befestigt. „Sieht ein bisschen aus wie ein Skalpell“, fand ein Besucher.

Vor rund 32 000 Jahren entdeckte die Menschheit das Feuerschlagen. Das funktioniert mit Pyrit oder Markasit, also Schwefelkies, Feuerstein und Zunder, einem leicht brennbaren Baumpilz. Die Redensart „Brennt wie Zunder“ kennt dabei eigentlich jeder.

Pyrit oder Markasit reibt man zum Feuermachen aneinander – dabei entstehen Funken, die wiederrum müssen mit dem Zunder in Berührung kommen. Bildet sich eine Flamme, „dann muss man sie anblasen“, erklärte Siegmann.

Steinzeitlicher Speerwurf kam gut an

Die Museumsleiterin beschrieb auch die verschiedenen Formen des Jaspis und dessen Farbgebung. Gerne hätte das Museum Kunstwerke, hergestellt aus heimischen Jaspis, im Rahmen einer Ausstellung gezeigt – „aber einige aus Jaspis hergestellte Kunstgegenstände kosten große Versicherungssummen, die wir nicht haben“, bedauerte sie.

Für die Kinder war der Speerwurf mittels einer Speerschleuder der Hit – heute findet das Verfahren, einen Ball mittels einer Schleuderhilfe weiter zu befördern, als dies mit bloßer Muskelkraft möglich wäre, etwa im Hundesport Verwendung.

Die Grundschüler Emma Sofie Fischer aus Efringen und Liam Oettlin aus Egringen hatten den Trick schnell raus und schleuderten die Speere über 20 Meter weit. Liams Vater, Matthias Oettlin, schaffte locker bis zu 50 Meter Weite.