Efringen-Kirchen Stehender Applaus für Musikverein

Weiler Zeitung, 20.11.2017 23:51 Uhr

Von Reinhard Cremer

Vor 15 Jahren hat der Musikverein Istein sein erstes Kirchenkonzert veranstaltet. Inzwischen entwickelte es sich fast zu etwas wie einem Standard in der Gemeinde Efringen-Kirchen. Am Sonntagabend füllten wieder zahlreiche erwartungsvolle Besucher die Kirchenbänke. Sie wurden auch dieses Mal nicht enttäuscht.

Istein. Mit sieben aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stammenden oder zumindest in dieser Zeit neu arrangierten Werken hatte das Orchester mit seinem Dirigenten Daniel Moroso, der auch jetzt wieder im Frack gekleidet den Taktstock schwang, ein breit gefächertes, interessantes Programm zusammengestellt. Pfarrgemeinderatsvorsitzender Michael Kiffe moderierte, unterstützt von Sohn Julian, den Abend.

Eröffnet wurde das Konzert mit der „Festivus Fanfare“, die, wie der Moderator aus der Beschreibung des Stücks zitierte, sich sehr gut für festliche Anlässe und Konzerte eigne. Ein gelungener Einstieg.

Katastrophe und ferne musikalische Galaxien

Kraftvoll symbolisierte „The Sound of Unity“ das, wofür es die kleine flandrische Gemeinde Riemst in Auftrag gegeben hatte: Einigkeit. Von einer Katastrophe der Luftfahrt berichtete das folgende Werk. Es schilderte die Geschichte des Luftschiffes „Hindenburg“, beginnend mit dem glorifizierten Start des pompösen Zeppelins, über das Inferno bei der Landung in Lakehurst und der in der „Hymn of Silence“ zum Ausdruck kommenden Schockstarre der dieses Ereignis erlebenden Menschen. Das Publikum in der St. Michael-Kirche hingegen spendete der Aufführung sehr lebhaften Beifall.

Genüsslich zurücklehnen konnten sich die Besucher beim Choral „To my Country“. In ferne musikalische Galaxien hingegen entführte das Orchester die Zuhörer mit „Cassiopeia“. Diesen Namen trug ehedem eine äthiopische Königsgemahlin, die zur Strafe für ihren Hochmut von Poseidon für ihr weiteres Dasein als gleichnamiges Sternenbild an das Firmament verbannt wurde. Ein sinfonisches Gedicht, mal ruhig, mal aufrührend, je nach Fortschritt der Geschichte, vom Orchester und seinen Solisten interpretiert.

Lieblingstitel ins Programm mit aufgenommen

Das Ballett „Copellia“ gehört bis heute zum Standardrepertoire des klassischen Balletts, wie Michael Kiffe zu berichten wusste. Aus dem ersten Akt spielte das Orchester den „Czardas“, bearbeitet für Blasorchester. Das Werk wird bestimmt von rhythmischen, wechselnden Melodien, mal verspielt, mal wild. Das Publikum spendete dafür anhaltenden Beifall.

Anlässlich des Jahreskonzerts hatten die Besucher das Medley aus dem Musical „Man of la Mancha“ zu ihrem Lieblingstitel gewählt. Sehr zur Freude der nun Anwesenden war es ins Programm des Kirchenkonzerts aufgenommen worden.

Mit kräftigem Applaus verlangte das Publikum nach einer vorab schon vom Vorsitzenden des Musikvereins, Stephan Windmüller, zugesagten Zugabe. Auch ohne Ansage war Ravels Bolero sehr schnell zu erkennen. Das Eiskunstlaufpaar Jayne Torvill und Christopher Dean machte bei den Olympischen Spielen 1984 diesen Titel auch für die unvergesslich, denen ansonsten Orchestermusik gleichgültig war. Alles läuft in diesem Stück auf das finale Crescendo hinaus. Mit stehendem Applaus bedankten sich die Besucher für einen sehr unterhaltsamen Abend und eine bravouröse Leistung von Dirigent und Orchester.

Mit „Highland Cathedral“ verabschiedeten sich die Register des Orchesters einzeln vom Publikum und konnten so noch einmal den ihnen gebührenden Beifall entgegen nehmen. Ein Apéro im Gregoriushaus rundete den Abend ab.

 
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