Efringen-Kirchen Überschwemmungen zu Leibe rücken

Reinhard Cremer
Bei Starkregen gelangen die Schlammmassen bis ins Dorf, hier die Kreuzung Fischinger Straße/Reinacher Weg (links)/Burgmatten (rechts) Foto: Reinhard Cremer

Egringen (cre). Seit Jahren sind wirksame Maßnahmen gegen die Auswirkungen von Starkregen auf die Landwirtschaft und Siedlungen ein Dauerthema. Auch der Egringer Ortschaftsrat beschäftigte sich am Montag mit diesem Thema.

Immer wieder sind in den vergangenen Jahren bei Starkregen Wasser- und Schlammmassen von den Feldern am Läufelberg über die Betonstraßen vom Schützenhaus kommend und am Ortsausgang Richtung Dorf geströmt. Bereits im vergangenen Jahr betonte Bauamtsleiter Marc Braun, es sei wichtig, mit den Landwirten das Gespräch bezüglich der Felderbewirtschaftung zu suchen (wir berichteten).

Maisanbau schadet

Genau dies war auch das Thema, welches der stellvertretende Bauamtsleiter, Dragoljub Miric, jetzt wieder im Ortschaftsrat zur Sprache brachte. Miric betonte, dass es zwar auf die Schnelle keine endgültige Lösung gebe, eine Reduzierung des Maisanbaus jedoch schon viel bewirken könne. Er favorisierte eine wechselnde Bestellung der Felder. Abhilfe schaffen könnten bereits quer zum Hang anzulegende Grün- und/oder Weizenstreifen zwischen den Maiskulturen. Er führte als Beispiel den Bereich Kleinfeldele an. Dort seien, obwohl kein großer Kanal für den Wasserabfluss vorhanden, kaum Schäden zu beklagen gewesen. Der Grund sei, dass dort kein Mais stehe.

Ebenso wichtig aber sei es, die vorhandenen Kanäle auf 800 bis 1000 Millimeter Durchmesser auszubauen.

Ortsvorsteher Bernd Meyer pflichtete ihm bei und bestätigte, dass solche Maßnahmen bereits geplant seien, die Kosten für ihre Umsetzung aber in die Millionen gehen würden. Ohne Zuschüsse sei das nicht zu stemmen. Diese seien jedoch nicht vor dem nächsten Jahr zu erwarten.

Unabhängig davon müsse das Wasser möglichst oberhalb der Felder entschleunigt und auf die Fläche verteilt werden, sagte er. Voraussetzung dafür sei, dass bei solchen Maßnahmen die Landwirte auch mitmachten.

Es sei nur möglich, ergänzte er im Anschluss an die Sitzung im Gespräch mit unserer Zeitung, Vorhaben umzusetzen, deren Durchführung auch kontrollierbar seien.

Bauern fordern Ausgleich

Bei der Sitzung anwesende Landwirte wehrten sich nicht grundsätzlich gegen die Einrichtung von Grünstreifen oder den Zwischenanbau eng wachsender Getreidearten, forderten aber von der Gemeinde dafür eine Entschädigung. Was die Schächte und Kanäle betrifft, schilderte ein Zuhörer, dass die Schächte wohl die Wassermassen schlucken könnten, diese jedoch so schnell kämen, dass sie über die Schächte hinwegschössen. Allgemein richtete sich die Kritik der anwesenden Landwirte dagegen, dass immer wieder „nur geschwätzt“, aber nichts getan werde. Alle bisherigen Maßnahmen hätten auf Eigeninitiative beruht. Als Beispiel, dass es auch schneller gehe, führte ein Zuhörer Haltingen an, wo es gelungen sei, unter Einbeziehung aller Beteiligten eine schnelle Lösung zu finden. Es müssten eben alle – Landwirte, Gemeinde, Landratsamt – gemeinsam an einem Strang ziehen.

Alle waren sich einig, dass es jetzt an der Zeit für wirksame Maßnahmen sei. Ortsvorsteher Meyer kündigte an, dass in der nächsten Woche Gespräche mit dem Bauamt geplant seien, mit dem Ziel, erst einmal „eine kleine Lösung“ zu finden.

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