Efringen-Kirchen Täglich getestet zur Tagesmutter

Beatrice Ehrlich

In der Kindertagespflege müssen Ein- bis Dreijährige drei Mal in der Woche auf Corona getestet werden. Tagesmütter im Rebland überlassen das in der Regel den Eltern.

Von Beatrice Ehrlich

Eimeldingen/Istein. Tag für Tag treffen Kleinkinder im Haus der Tagesmutter andere Kinder. Deshalb gilt dort seit Montag die gleiche Regel wie in Kindertagesstätten: Kinder ab einem Jahr müssen drei Mal in der Woche getestet werden.

Silke Voß-Schwarz, Tagesmutter in Eimeldingen, ist froh, dass die Kinder nun auch getetestet werden, bevor sie morgens zu ihr kommen. „Das bedeutet zwar mehr Aufwand für alle Beteiligten, aber man fühlt sich sicherer“, sagt sie. Mit den Eltern von zwei ihrer derzeit drei Tageskinder aus Eimeldingen und Weil am Rhein hat sie verabredet, dass sie den Test abends zu Hause durchführen. Das geschehe dann in Verbindung mit der täglichen Zahnpflege, die in diesem Alter auch eingeführt wird. Ein weiteres Kind ist elf Monate alt und muss noch nicht getestet werden. Auch die Eltern hätten die Testpflicht begrüßt, obwohl sie wie auch sie selbst, alle geimpft und geboostert seien. Denn die Varianten würden ja davor nicht halt machen, und man müsse auch an andere denken, Ältere in erster Linie, mit denen die meisten ja “hoffentlich“ noch Kontakt hätten.

Lolli-Tests stoßen auf mehr Akzeptanz

Dafür, dass Lolli-Tests auch für Tageseltern angeschafft werden, hat sich die Eimeldinger Gemeinderätin sich beim Gemeindeveraltungsverband stark gemacht. Denn als bei einem Verdachtsfall in ihrer Gruppe einmal alle Kinder getestet werden mussten, hatte sich eines strikt geweigert, das Wattestäbchen in die Nase gesteckt zu bekommen. Für vier Wochen haben die Eltern die Tests nun ausgeteilt bekommen, das Ergebnis wird täglich auf einem Blatt Papier dokumentiert. Sie testet sich auch jeden Tag selbst: „Ich kann nicht von Kindern und Eltern etwas erwarten, was ich selbst nicht tue“.

Gabriele Schmid betreut im Efringen-Kirchener Ortsteil Istein insgesamt neun Kinder zu unterschiedlichen Zeiten. Ihre Begeisterung über die neue Vorschrift hält sich in Grenzen: „Ich bin nicht ganz so begeistert darüber, dass Einjährige sich wirklich testen müssen“, sagt sie. Schließlich hätten gerade kleine Kinder weniger Kontakte zu Außenstehenden, sie bewegten sich im geschützten Rahmen mit ihren nächsten Umgangspersonen. Dennoch hat Schmid in der vergangenen Woche an alle Eltern Tests ausgeteilt. Hier muss die Probe noch aus der Nase entnommen werden, aber das soll sich bald ändern. Auch in Efringen-Kirchen bekommen die Tagesmütter künftig Lolli-Tests zur Vefügung gestellt wie in Efringen-Kirchen. Auch sie lässt sich von den Eltern jeden Tag das Ergebnis aufs Handy schicken und eine Bescheinigung vorlegen, die sie dann vier Wochen aufbewahren muss, so wie auch die Dokumentation über ihre eigenen täglichen Tests.

„Ich habe es mir nicht gewünscht, aber ich finde es auch nicht negativ. Es ist okay“, sagt Carolin Kern, Mutter von Martha, die in wenigen Tagen ein Jahr alt wird, und gerade die Eingewöhnung bei Gabriele Schmid durchläuft.

Da die sich derzeit ausbreitende Omikron-Variante auch Kinder betreffe, verspreche man sich von den regelmäßigen Tests mehr Sicherheit für die Betreuungspersonen, sagt Sabrina Scherer vom für die Rebland-Gemeinden zuständigen Fachdienst Kindertagespflege in Weil am Rhein, der beim Familienzentrum Wunderfitz angesiedelt ist.

Entscheidung liegt bei den Tagesmüttern

Die Entscheidung, wo die Tests durchgeführt werden, liege bei den Tagespflegepersonen, berichtet sie. Doch nur wenige Tagesmütter hätten sich dafür entschieden, die Tests zumindest einmal pro Woche bei sich durchzuführen.

Die Eltern hätten unterscheidlich reagiert, die meisten würden die Entscheidung mittragen. Nur eine Familie habe ihr Kind direkt abgemeldet, um der Testpflicht zu entgehen. Wenn ein Kind sich vehement zur Wehr setze, werde es nicht zum Test gezwungen, versichert sie.

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