Efringen-Kirchen Trainer Streich bei Flüchtlingskickern

SC-Trainer Christian Streich (2.v.l.) in Egringen mit Fußballern des Flüchtlingswohnheimes: Gerade im Fußball zähle keine Nationalität oder Hautfarbe. Foto: Marco Schopferer Foto: Weiler Zeitung

Von Marco Schopferer

Egringen. Fernsehen, Radio, die Deutsche Presseagentur (dpa) und zahlreiche weitere Journalisten: Wohl noch nie wurde das Treiben auf dem Egringer Rasen für ein solch großes Publikum vor die Linse gebracht. Es spielte Rot gegen Blau.

„Ich konnte gar nicht glauben, was da heute in der Zeitung stand, dass Christian Streich hier her kommt“, freute sich ein älterer Egringer, der es sich auch nicht nehmen ließ, den Kult-Trainer des SC Freiburg per Handschlag am Spielfeldrand in ein kurzes Gespräch zu verwickeln. So ähnlich ging es wohl vielen der rund 100 Schaulustigen, die beim Bolzplatz hinter dem Friedhof das besondere Ereignis mitverfolgten. Die unterschiedlichsten Nationen spielen dort seit einigen Wochen schon allwöchentlich und dribbelten dort am Dienstagabend nicht für einen Preis, sondern für Anerkennung.

Und dem SC-Trainer Christian Streich war auch daran gelegen, den Fokus auf die Flüchtlinge zu legen. Kurz zuvor hatte er die Gemeinschaftsunterkunft in Efringen-Kirchen besucht, „Ich habe auch die Zelte, das Essen dort gesehen, die Soße drauf“, sagte er auf Nachfrage, stockte in seinen Worten, war sichtlich betroffen und wurde ganz still.

„Wie sollen wir spielen, zehn oder 15 Minuten pro Halbzeit“, wird er gefragt. „Spielt einfach, Hauptsache ihr kickt“, sagte Streich und genau das passierte danach. Fußballer unterschiedlichster Nationalitäten gaben auf dem Egringer Kickplatz, was sie konnten. „Ich denke, dass manch ein Verein von der Spielstärke unserer Spieler profitieren würde“, sagte Co-Trainer Mike Bach und weiter: „Wir haben einen außergewöhnlichen Pool an wirklich sehr talentierten Spielern in unseren Reihen“.

Der TuS Efringen-Kirchen und der SV Istein hätten dies längst erkannt, auch bereits „Fabelhaftes geleistet“, und „jetzt bekommen wir auch noch Unterstützung aus der oberen Etage des Fußballhimmels“, freute sich Mike Bach, und der Sprecher der Flüchtlinkskicker Bailor pflichtete bei: „Diese großzügige Spende an Fußbällen, Trikots und Schuhen gibt uns das Gefühl, Willkommen zu sein“. Dank gab es vom Spieler-Sprecher auch für die Gemeinde Efringen-Kirchen und „ihre freundliche Unterstützung sowie Gastfreundschaft, die sie uns entgegenbringt. Dies gibt uns ein Gefühl, dazu zu gehören“, lobte Bailor.

Ab November werden die fußballbegeisterten Kicker dann auch auf dem Bolzplatz hinter dem Flüchtlingsheim ihrer Passion nachkommen können. Aus der Pressestelle des Landratsamts wurde auf Nachfrage versichert: „Die Tore für den Bolzplatz wurden bereits bestellt. Es gibt keinen Liefertermin, man hofft aber auf in spätestens drei Wochen. Rechnet man noch die Zeit für die Verankerung im Boden ein, die vor dem Frost stattfinden sollte, dann könnte im Lauf des Novembers der Platz in Betrieb genommen werden.“

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