Efringen-Kirchen Trotz Gebührenanpassung im Minus

Die Gebühren für die Fischinger Kindertagesstätte werden zum 1. Oktober erhöht. Foto: sba

Fischingen - Auch in Fischingen entschied der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung, dass die Elternbeiträge für die Kindertagesstätte bei nicht genutzter Dienstleistung erlassen werden sollen. Zum 1. Oktober werden auch die Betreuungsbeiträge um 4,4 Prozent erhöht.

Für den Gemeinderat steht fest: Eltern, die keine Betreuung für ihre Kinder in den Monaten April, Mai und Juni genutzt haben, werden die Kita-Gebühren erlassen. Zwar wurde ab dem 27. April landesweit die Notbetreuung erlaubt, allerdings ging dieser Kelch an Fischingen vorüber. Daher werden die gesamten Gebühren für den Monat April an die Eltern zurückerstattet.

Für die Eltern, die die erweiterte Notbetreuung ab dem 25. Mai und die Regel-Kita seit dem 29. Juni nutzen, werden die Gebühren mit der tatsächlich beanspruchten Dienstleistung verrechnet. „Die Gemeinde wird geschätzt knapp 40 000 Euro verlieren. Zwar wird das Hilfspaket des Landes die Zahl abschwächen, aber dennoch verlieren wir salopp gerechnet rund 5000 Euro monatlich“, schilderte Bürgermeister Axel Moick.

Moderat anpassen

Damit schritt Moick auch schon zum zweiten Abstimmungspunkt: die Beitragsanpassungen für die Kindertagesstätte in Fischingen. Der Grund für die Anpassung seien die kontinuierliche Steigerung im Personalschlüssel und die Lohnerhöhungen, teilte Moick mit. So seien beispielsweise in den Jahren 2018/2019 der Personalschlüssel auf 4,34 Prozent erhöht worden und die Tariflohnerhöhung gestiegen. Der stellvertretende Bürgermeister und Mitglied im Kindergarten-Kuratorium, Michael Ullrich, wies darauf hin, dass die ursprüngliche Gebührenanpassung im Februar hätte stattfinden sollten, doch durch Corona vertagt wurde. Ullrich und Moick sprachen sich beide für den 1. Oktober aus, um die Erhöhung geltend zu machen.

Gemeinderätin Anke Hollnagel schlug vor, die Gebührenanpassung um ein Jahr zu verschieben, damit Eltern auch weiterhin Entlastung erfahren. Doch Moick sprach sich gegen den Vorschlag aus: „Wir müssen den Ergebnishaushalt ausgleichen und auch mit der Gebührenerhöhung sind wir trotzdem noch im Minus, auch ohne Corona.“ Er erklärte, dass auch die kleinen Beträge sich aufsummieren können, und wenn die Gebühren bei dem gleichen Betrag blieben, würde die Gemeinde weiter ins Minus fallen. „Die Luft wird immer dünner und wir müssen an anderen Stellen dann einsparen, wie Jugend- oder Seniorenarbeit.“

Auch Gemeinderat Michael Becherer sprach sich gegen Hollnagels Vorschlag aus: „Wir sind jetzt schon zwei Prozent unter dem, was andere Gemeinde verlangen (Vorgabe vom Gemeindetag sind 20 Prozent). Für die Einzelhaushalte sind das ,Peanuts’, aber für die Gemeinde fällt der Verlust höher aus.“ Schließlich liege der Eigenfinanzierungsanteil beim veranschlagten ordentlichen Ergebnis für dieses Jahr bei 133 000 Euro, so Ullrich.

Moick schlug vor, dass zum 1. Oktober die Gebühren um 4,4 Prozent erhöht werden, aber dafür für zwei Jahre stabil bleiben. Diesem Vorschlag stimmte der Gemeinderat zu.

Künftige Beiträge

Die Beiträge ab dem 1. Oktober sehen nun wie folgt aus: Für den halben Tag (HT) von 8 bis 13 Uhr zahlen Eltern für ihr Kind zwischen drei und sechs Jahren 97 Euro (vorher 92 Euro) und für Kinder zwischen zwei und drei Jahren 194 (184). Für die verlängerten Öffnungszeiten( ÖV) von 7.30 bis 14 Uhr ab drei Jahren kostet es 121 Euro (115) und unter drei 242 (230). Dass Eltern mit Kindern unter drei Jahren mehr zahlen, liege daran, dass Kleinkinder die Plätze doppelt belegen, erklärte Moick.

Der Beitrag für die Betreuung der Schulkinder für Rand- und Ferienzeit liegt ab Oktober bei 55 Euro (50). Auch das Mittagessen wird um einen Euro erhöht, sodass es sich nun pro Mahlzeit um 3,50 Euro handelt. „Das Essensgeld hatte sich davor nicht gerechnet“, erklärte Moick diese Erhöhung.

Der Bürgermeister teilte im Zuge dessen mit, dass die Plätze der VÖ (22), HT (18) und Schulkindbetreuung (zehn) derzeit alle belegt seien.

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