Efringen-Kirchen Unternehmen gemeinsam stärken

Weiler Zeitung
Gerade in Sachen Auszubildende und Fachkräfte könnte sich der Beitritt zur Wirtschaftsregion Südwest für Efringen-Kirchen positiv auswirken. Symbolbild: sba Foto: Weiler Zeitung

Insgesamt drei Mal – denn zuerst war die Mehrheit unklar – wurde das Abstimmergebnis aufgerufen, als es jüngst im Gemeinderat um den Beitritt Efringen-Kirchens zur „Wirtschaftsregion Südwest“ ging. Neun Gemeinderäte stimmten dafür, sechs dagegen, vier enthielten sich.

Von Jutta Schütz

Efringen-Kirchen. Die Verwaltung und damit Bürgermeister Philipp Schmid hatten sich im Vorfeld für den Beitritt ausgesprochen. 5000 Euro wird die Gemeinde nun jährlich an die Wirtschaftsregion Südwest überweisen. Dafür werden der Gemeinde vom Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft nun verschiedene Dienstleistungen und Services zur Verfügung stehen. Als besonders interessant könnten sich für die heimische Wirtschaft die Netzwerkverbindungen erweisen, mit denen Geschäftsführer Alexander Mass warb.

Netzwerk des Verbunds nutzen

Für die Bundes- und Landesregierung sei man im Südwesten und am Hochrhein gefühlt oft weit weg, bemerkte Mass, deshalb gilt es vereint über die Gesellschaft für hiesige Unternehmen, den Wirtschaftsstandort, die Kommunen und auch die Region zu werben. Wichtig sei dies auch für die Kommunen und Betriebe, die über die Mitgliedschaft auf Kontakte zurückgreifen und sich bei Fragen helfen lassen können. Maas warb mit vielen aktuellen Beispiele für den Beitritt zur Wirtschaftsförderregion. Innovativ ist zum Beispiel das IT-Netzwerk „Connect Dreiländereck“. Bekanntlich treibt die nur langsam fortschreitende Digitalisierung viele Firmen um. „Über das Netzwerk können Erfahrungen zu Digitalisierungsprozessen in der Region ausgetauscht werden, zudem sind IT-Firmen im Netzwerk präsent, die Softwarelösungen anbieten“, beschrieb Maas Einzelheiten.

Werbung für neue Auszubildende

Bei der Werbung um neue Auszubildende bietet das Netzwerk zum Beispiel die Nutzung eines Jobbusses an. Mit diesem können Schüler Betriebe in den an der Wirtschaftsregion Südwest beteiligten Kommunen besuchen und sich vor Ort über Möglichkeiten eines Praktikums oder einer Ausbildung informieren. Stichwort Ausbildung: Nicht immer kann der Traumberuf vor der Haustür erlernt werden. Eine kleine Mietwohnung zu suchen, ist für Auszubildende aber zeitaufwendig, die Miete oft nicht mit einem Lehrlingsgehalt finanzierbar. „Wir denken hier an ein Wohnheim für Auszubildende, an dem sich mehrere Firmen bei der Finanzierung beteiligen“, sagte Maas.

Gemeinsames Wohnprojekt vorstellbar

Und noch einmal „Wohnen“: Für manche Firmen und Kommunen ergebe es vielleicht Sinn, demnächst in Mehrfamilienwohnhäuser oder ein gemeinschaftliches Hotel für Fachkräfte zu investieren, um Unterkünfte für diese Fachkräfte anbieten zu können, die aus anderen Regionen und Bundesländern angeworben werden. „Wir beobachten, dass diese Fachkräfte oft für sich und die Familie, die nachziehen will, keine größere und vor allem bezahlbare Wohnung mehr finden – gerade gab es bei einer Firma, mit der wir Kontakt haben, den Fall, dass eine hoch qualifizierte Fachkraft aus Berlin nach einem halben Jahr gekündigt hat und zurück in die alte Heimat gezogen ist, weil sie keine Wohnung gefunden hat“, berichtete Maas aus der Praxis.

Einzelne Betriebe können nicht Mitglied werden

Eine Einzelmitgliedschaft für Firmen sieht die Satzung der Wirtschaftsförderung übrigens nicht vor – danach hatte sich Rudi Ritz erkundigt. Er wollte wissen, warum die Kommunen die Mitgliedschaft und die damit verbundenen Kosten übernehmen sollen, was dann je Einwohner 57 Cent kostet.

Karl Rühl gab zu bedenken, dass eine Mitgliedschaft auch deshalb positiv sein könnte, weil nicht nur Betriebe, sondern auch die Gemeinde Fachkräfte sucht.

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