Efringen-Kirchen Verlagerung des Müllproblems?

Solange die Isteiner Schwellen noch überschwemmt sind, findet sich im Uferbereich nahezu kein Müll. Foto: Zoë Schäuble

Istein -  Der Efringen-Kirchener Grünen-Ortsverein nimmt die Vermüllung der Isteiner Schwellen derzeit nicht als akutes Problem wahr. Reaktionen in den sozialen Netzwerken auf unseren jüngsten Artikel zur Müllsituation lassen aber darauf schließen, dass das Hochwasser und die Überschwemmung des Uferbereichs das Problem lediglich verlagert haben.

Leser berichten von Müll im Wald

Diverse Kommentare und Fotos der Vermüllung an den Schwellen und im angrenzenden Waldgebiet erreichten uns unlängst. Der Müll liege nicht mehr im Uferbereich, dafür jetzt im Wald, kommentierten Leser. Ob das der Realität entspricht, will Gemeinderat und Mitglied des Grünen-Ortsvereins in Efringen-Kirchen so nicht bestätigen: „Ob der Müll nun anstelle im Fluss im Wald verteilt ist – darüber haben wir keine Informationen.“

Auf einer Skala von eins bis zehn bewertet der Grünen-Ortsverein die Situation derzeit mit einer drei. „Wegen des Hochwassers ist die Verschmutzung nicht so schlimm.“

Die Mülleimer an den Parkplätzen oder Wegen seien nach wie vor stark frequentiert, das nehmen zumindest die Grünen wahr. „Manchmal liegt der Müll auch neben dem Mülleimer.“

Besonders in der ersten Jahreshälfte habe man sich intensiv mit der Müll-Problematik auseinandergesetzt. „Primär ging es uns darum, die Zuständigkeit für die Schwellen und die anfallenden Aufräum- und Müllsammelaktionen zu klären“, erklärt Schulte.

Zuständigkeit ist geklärt

Der Rhein ist eine öffentliche Wasserstraße, genauer Bestandteil des Bundeswasserstraßennetzes, was den Bund zum Eigentümer macht. Der Bund verwaltet den in Baden-Württemberg liegenden Rheinabschnitt von Basel bis Mannheim durch die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung.

„Wir haben uns mit dem Regierungspräsidium Freiburg ins Benehmen gesetzt und auch beim Landkreis Lörrach nachgefragt, wer für die Vermüllung zuständig ist.“ Die Werkhofmitarbeiter des Regierungspräsidiums seien, so habe man erfahren, für das Entmüllen des Rheinufers zuständig und damit auch für die Isteiner Schwellen.

„Allerdings holen die natürlich keine Kleinstmengen an Müll ab“, weiß Schulte. Das liege dann wiederum im Aufgabenbereich des örtlichen Werkhofs. „Von den Werkhofmitarbeitern des Regierungspräsidiums wird nur gemeinwohl- sowie umweltgefährdender Müll abgeholt.“

Ehrenamtliche sind gefragt

Daher seien auch die Ehrenamtlichen gefragt, wenn es um das händische Aufsammeln mit Müllgreifzangen gehe. Ein Eingreifen seitens des Ortsvereins sei derzeit aber nicht angezeigt. Da das Wetter aber gerade stabil ist und die Temperaturen in die Höhe klettern, vermutet Schulte schon bald einen Anstieg des Mülls. „Die Schwellen laden Touristen und Einheimische zum Erholen ein. Mehr Leute bedeutet auch mehr Müll.“

Auf die Hilfe Ehrenamtlicher könne man aber nicht verzichten, verdeutlicht Schulte. Am 11. September findet der nächste RhineCleanUpDay und am 18. September der World CleanUpDay statt. Die örtliche Abfallwirtschaft unterstützt diese Müllsammelaktionen.

CleanUps: Gemeinsamen Müllsammelaktionen

Bei den CleanUps organisieren sich überregional verschiedene Organisationen und Gruppen zu gemeinsamen Müllsammelaktionen.

Die teilnehmenden Gruppen, Initiativen und Vereine werden vom Eigenbetrieb Abfallwirtschaft bei der Entsorgung der gesammelten Abfälle unterstützt. Dafür muss im Vorfeld eine sogenannte „Putzete“ beantragt werden.

Noch bis zum 31. August können sich Interessierte bei der Abfallwirtschaft zum RhineCleanUp anmelden. Der Anmeldeschluss für den World Cleanup ist am 8. September. Die Putzete erlaubt die kostenfreie Entsorgung des gesammelten Mülls.

Weitere Informationen sowie das Antragsformular finden sich online unter www.abfallwirtschaft-loerrach-landkreis.de/cleanup.

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