Efringen-Kirchen „Vertagen ist nicht mein Ding“

Beatrice Ehrlich
Jederzeit gesprächsbereit: Der amtierende und wieder kandidierende Bürgermeister Philipp Schmid beim Pressegespräch am Dienstag im Rathaus Efringen-Kirchen. Foto: Beatrice Ehrlich

Sechs Tage sind es noch hin bis zum Bewerbungsschluss für die Bürgermeisterwahl am 6. November. Mit einem Pressegespräch startete Amtsinhaber Philipp Schmid in die heiße Phase des Wahlkampfs.

Von Beatrice Ehrlich

Efringen-Kirchen - Schmid hat bereits frühzeitig erklärt, das Amt weitere acht Jahre auszuführen zu wollen. Neben dem vielfach gescheiterten „Dauerkandidaten“ Samuel Speitelsbach ist er bisher der einzige Kandidat, der seine Unterlagen eingereicht hat.

Einem möglicherweise ernsthafteren, weiteren Kandidaten oder einer Kandidatin – eine solche wurde von den im Gemeinderat vertretenene Parteien angekündigt – schaut Schmid mit Gelassenheit entgegen. „Das ist gut für das demokratische Miteinander“, betont er.

Reaktion auf Krisen

Als im „fast permanenten Krisenmodus“ hat Philipp Schmid seine Arbeit in den vergangenen acht Jahren im Rathaus von Efringen-Kirchen in früheren Gesprächen beschrieben. Aus seiner Sicht ist es damit noch nicht zu Ende, im Gegenteil: Die Energiefrage, die Zunahme der ankommenden Flüchtlinge, aber auch die generelle Finanzlage der gemeinde bereite Sorgen, so der Bürgermeister. Aktuell beschäftige man sich im Rathaus mit der Umsetzung der ersten Maßnahmen gegen die Energiekrise, außerdem arbeite man daran, die Notstromversorgung in der Rathaus und in der Mehrzweckhalle zu sichern. Notfallpläne, auch für die Ortschaften, werden erstellt, für den Fall, dass es tatsächlich einmal zu einem längeren Stromausfall kommt.

Auch was weiter laufende Projekte betrifft, schaut Schmid lieber voraus als zurück: Die Entwicklung des Baugebiets Gießenfeld 2, wo die Gemeinde mittlerweile so viele Grundstücke habe erwerben können, dass man einen Schritt weiter gehen könne – wohl eher in Reihenhaus- oder Geschosswohnungsbau als in Richtung Einfamilienhaus, so Schmid. Daneben stünden das Bürgerbeteiligungsverfahren zur Weiternutzung der Güterhalle sowie Planung und Bau des neuen Feuerwehrhauses auf dem Programm.

Feuerwehrhäuser besichtigt

Am Samstag hat Philipp Schmid mit Vertretern der Gemeindeverwaltung und des Gemeinderats zusammen mit Thomas Thiele, dem Beauftragten für das Vergabeverfahren, verschiedene Feuerwehrhäuser in Nordbaden angeschaut, und dabei neue Erkenntnisse gewinnen können, wie er sagt.

„Man kann es nicht allen Leuten zu hundert Prozent recht machen“, räumt Philipp Schmid selbstkritisch ein, gefragt nach der Kritik der vergangenen Monate an seinem Kommunikationsstil. Bei einem Workshop mit dem Gemeinderat habe er zwar einiges dazugelernt, am Ende aber doch in die Runde der Räte gesagt: „Ihr seid, wie Ihr seid, und ich bin, wie ich bin“.

Wichtig seien ihm Authentizität und Offenheit, sagt Schmid. „Wer etwas mit mir besprechen will, kann einen Termin ausmachen oder mich anrufen“, versichert er. Vorschlägen aus den Reihen des Rats, seiner Mitarbeiter oder von Bürgern seien ihm demnach lieber als das bloße „Abnicken“ von Verwaltungsvorlagen. Man müsse aber auch bedenken, dass am Ende des Tages eine Entscheidung getroffen werden und diese dann auch zum Ende geführt werden müsse, beschreibt er seine Rolle. „Angelegenheiten zu vertagen ist nicht mein Ding“

"Klärende Gespräche"

Bei Wahlkampfauftritten in Efringen-Kirchen und den Teilorten bis zur Wahl will Philipp Schmid nun „klärende Gespräche“ führen, dies auch angesichts der zunehmenden Komplexität von Entscheidungen auf kommunaler Ebene.

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