Efringen-Kirchen „Voller Energie und Tatendrang“

Timo Pilz freut sich auf die Arbeit am Schulzentrum Efringen-Kirchen.Foto: zVg Foto: Weiler Zeitung

Mit Beginn des neuen Schuljahrs wechselt Timo Pilz von Grenzach-Wyhlen nach Efringen-Kirchen, wo er die Leitung des Schulzentrums übernehmen wird. Bei regelmäßigen Aufenthalten macht er sich derweil bereits jetzt mit der Situation in Efringen-Kirchen vertraut. Sein Wechsel fällt aufgrund der Corona-Krise in eine außergewöhnliche Zeit. Dennoch ist Pilz voller Vorfreude und Tatendrang.

Von Ingmar Lorenz

Efringen-Kirchen. Im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt Timo Pilz, wie der Beginn seiner Tätigkeit als Rektor abläuft, auf welchem Weg er die Schule sieht und was ihm als Rektor besonders wichtig ist.

Frage: Herr Pilz, Ihr Wechsel ans Schulzentrums fällt aufgrund der Corona-Krise in eine turbulente Zeit. Erschwert das den Einstieg?

Das ungewöhnlichste in diesen Tagen ist sicherlich eine Schule ohne Schüler und Lehrkräfte, ausgenommen der Notbetreuung, zu erleben. Ich hatte bisher noch keine Gelegenheit, mich persönlich bei Kollegen, Eltern oder den Schülern vorzustellen. So wie jedem anderen fehlt auch mir der direkte Kontakt und Austausch mit meinen Mitmenschen. Es steht außer Frage, dass diese Beschränkungen absolut sinnvoll und wichtig sind. Jetzt ist es umso wichtiger, diszipliniert, geduldig und vor allem solidarisch zu sein. Neben dem Standortwechsel ist es für mich auch gleichzeitig ein Rollenwechsel. Ich war zuvor als Lehrer für die Fächer Mathematik, Technik und Sport in Grenzach-Wyhlen tätig. Neben meiner Leidenschaft zu unterrichten entwickelte ich auch zunehmend großes Interesse an Schulentwicklungsprozessen. In Grenzach-Wyhlen war ich etwa in der Steuergruppe, einem erweiterten Schulleitungsteam, in dem ich viele Aufgaben und Verantwortung übernommen habe.

Für die neue Aufgabe sehe ich mich sehr gut gewappnet. Die Erfahrungen in Grenzach-Wyhlen und die herzliche Aufnahme hier am Schulzentrum in Efringen-Kirchen helfen mir sehr.

Frage: Was steht im Moment ganz oben auf Ihrer Prioritätenliste?

Wir als Schulleitungsteam arbeiten gerade an der Wiederaufnahme des stark eingeschränkten Schulbetriebs am 4. Mai. Kürzlich haben wir zusammen mit Bürgermeister Schmid, Hauptamtsleiter Pfahler und Bauamtsleiter Lehmeyer über Maßnahmen gesprochen, um das erarbeitete Konzept des Kultusministeriums unter strikter Einhaltung des Infektionsschutzes umzusetzen. Ich möchte an dieser Stelle die sehr gute, konstruktive und enge Zusammenarbeit mit der Gemeinde hervorheben. Schön, wenn alle an einem Strang ziehen. Darüber hinaus liegt der Fokus auch auf dem Fernlernunterricht. Die Lernplattform Moodle wird von unseren engagierten Lehrkräften durch viele Funktionen Stück für Stück erweitert. Dies ist wichtig und notwendig, da viele Klassen noch nicht so schnell vor Ort präsent sein werden. Sie sehen, ich bin schon gleich voll angekommen, das ist auch gut so. Ich bin voller Energie und Tatendrang.

Frage: Auch die Schulsanierung ist ja in vollem Gange. Sehen Sie diesbezüglich derzeit noch die Herausforderungen, die die Bauarbeiten mit sich bringen, oder schon die Chancen, die sich durch die Erneuerung ergeben werden?

Die momentane Situation schreibt auch gute Geschichten. So kann mit der Schulhaussanierung früher als geplant begonnen werden. Vergangenen Montag war zusammen mit dem Architekten Roland Böttcher eine Schulhausbegehung und Vorbesprechung. Bereits gestern konnten die Renovierungsmaßnahmen in zwei Klassenzimmern im Bau 2 beginnen. Momentan überwiegt die Freude, dass es endlich weitergeht. Wie die Baumaßnahmen gegebenenfalls den Schulbetrieb beeinträchtigen könnten lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Hier werden die Abläufe der Baumaßnahmen ständig eng miteinander abgestimmt.

Frage: Wie kann man sich so einen Übergang in der Schulleitung konkret vorstellen?

Mein Dank geht an die beiden Konrektoren Nina Möbius und Frank Hofmaier, die in diesem besonderen Schuljahr das Schulzentrum hervorragend geleitet haben. Keine leichte Aufgabe, wenn neben dem Tagesgeschäft auch unvorhersehbare Dinge wie das Sturmtief Sabine und die Schulschließung wegen der Corona-Pandemie anstehen. Wie bereits erwähnt, arbeiten wir als Schulleitungsteam sehr eng zusammen. Für mich ist es jetzt vor allem wichtig, die Abläufe und Strukturen im Schulzentrum kennenzulernen.

Frage: Wo sehen Sie die größten Potenziale im Schulzentrum, auf die Sie aufbauen möchten?

Ich denke, die Frage kommt noch zu früh, da ich mir erst wie erwähnt einen allgemeinen Überblick über alle Strukturen und Abläufe verschaffen muss. Potenzial liegt aber immer vor allem in meinen Kollegen. Jeder kann mit seinem Engagement und Ideen zur nachhaltigen Qualitätsentwicklung und -sicherung beitragen. Meine Aufgabe ist es unter anderem, Impulse zu setzen und die Fähigkeiten und Fertigkeiten jedes Einzelnen zu fördern.

Frage: Gibt es etwas, was sich mit Ihnen als Schulleiter grundsätzlich ändern wird?

Es ist klar, dass jeder Schulleiter seiner Schule seine eigene Handschrift verleiht. Ich möchte wie bereits erwähnt eine nachhaltige Qualitätsentwicklung und -sicherung in allen Bereichen der Personal-, Unterrichts- und Organisationsentwicklung. Neben Routinen, die Sicherheit und Halt geben, sind Visionen das, was eine Entwicklung ausmacht. Prozesse müssen immer verbindlich und überprüfbar sein, ergänzt, hinterfragt und schlussendlich auch korrigiert werden. Eine Schule befindet sich immer auf dem Weg. Wir werden diesen Weg mit allen am Schulleben beteiligten Personen und Partnern, also Kollegen, Schülern, Eltern, Schulträgern und externen Partnern, zusammen bestreiten.

Frage: Werden Sie ausschließlich in der Leitung oder auch als Lehrer tätig sein? Wo liegen Ihre eigenen fachlichen Schwerpunkte?

Unterrichten ist nach wie vor meine Leidenschaft. Die Aufgaben eines Rektors sind natürlich so umfänglich, dass die eigene Tätigkeit zu unterrichten stark zurückgefahren werden muss. Wie dies in meinem Fall aussieht, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Die Planungen für kommendes Schuljahr beginnen aber bald.

Frage: Wird es nach der Corona-Krise noch eine offizielle Einführung oder etwas Ähnliches geben?

Wie die offizielle Amtseinführung aussehen wird, weiß ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. Dafür ist die Schulaufsichtsbehörde zuständig.

Timo Pilz, Jahrgang 1983, wohnt zusammen mit seiner Lebensgefährtin in Freiburg. Nach dem Studium an der PH in Weingarten kam er im Februar 2012 zum Vorbereitungsdienst ins RP Freiburg an die Realschule in Grenzach-Wyhlen. Dort hat er nach Beendigung des Vorbereitungsdienstes eine freie Stelle angetreten und unterrichtet seither dort die Fächer Mathematik, Technik und Sport.

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