Efringen-Kirchen Was Strom und Heizung kosten

Beatrice Ehrlich
Als eines der größten Gebäude im gemeindlichen Besitz hat das Rathaus in Efringfen-Kirchen einen hohen Energieverbrauch, produziert aber auch selbst Strom mit einer PV-Anlage auf dem Dach. Foto: Beatrice Ehrlich

Beim Treffen der AG Klimaschutz am Donnerstag geht es um Sparmaßnahmen für die gemeindeeigenen Gebäude. Wie im Gemeinderat am Montag deutlich wurde, gibt es außerdem unterschiedliche Vorstellungen über künftige Maßnahmen für den Klimaschutz.

Von Beatrice Ehrlich

Efringen-Kirchen - „Vielleicht kommt ja jemand auf eine Idee, die wir noch gar nicht hatten“, zeigt sich Bürgermeister Philipp Schmid ganz offen im Hinblick auf die Zusammenkunft am Donnerstag. Außer ihm sind Vertreter der vier Gemeinderatsfraktionen in der AG Klimaschutz vertreten, die es seit etwa einem Jahr gibt und die sich bereits drei Mal getroffen hat. Karl-Friedrich Hess von der SPD – auf deren Initiative die AG Klimaschutz gegründet wurde – hat zudem angeregt, Experten zu bestimmten Themen zu dem Treffen mitzubringen.

Anja Schaffhauser (Grüne) rief in Erinnerung, dass das Thema Energieeffizienz und -einsparung schon vor sechs Jahren auf dem Programm stand: „Schon damals haben wir gesagt, wir müssen an die Gebäude.“ Sie erinnerte an die ehemalige Gemeinderätin Marlies Billich, die sich über Jahre vergeblich für mehr erneuerbare Energien in der Gemeinde eingesetzt habe.

Ihre Vorschläge seien damals von den anderen Gemeinderäten stets abgeblockt worden. Seitdem sei man in Efringen-Kirchen keinen Schritt vorangekommen, stellte Schaffhauser fest: „Wir haben die Zeitenwende ignoriert.“

"Wir haben die Zeitenwende ignoriert"

Karl-Friedrich Hess machte in seiner Stellungnahme den Wunsch nach konkreten Ergebnissen deutlich: „Wir wollen einen Workshop mit Ergebnis, so dass wir endlich das Heft des Handelns in die Hand nehmen können.“ Diesen Vorschlag, sowie die Idee, weitere Fachleute mit ins Boot zu nehmen, hat er daher auch schriftlich an den Bürgermeister und die anderen Mitglieder der Gruppe gesandt, berichtet er im Nachgang,

Als grundsätzlich gut bezeichnet Gemeinderat Simon Meier, der für die Grünen-Fraktion an der AG Klimaschutz teilnimmt, die Gespräche in der Gruppe. Was die Ergebnisse betreffe, komme man allerdings eher schleppend voran, kommentiert er auf Nachfrage. Den Vorschlag von Hess, dieses Mal konkrete Ergebnisse festzuhalten, hält er daher für gut.

Für Bürgermeister Schmid stehen indessen bei dem Treffen am Donnerstag erst einmal die Ad-hoc-Maßnahmen im Mittelpunkt, um „über den Winter zu kommen“, wie er sagt. „Ich hoffe, dass wir uns da recht schnell auf Vorschläge einigen können“, sagt der Bürgermeister.

Erst die Ad-hoc-Maßnahmen, dann die strategische Ausrichtung

Alles weitere betreffe die strategische Ausrichtung, dafür will Schmid auch die Energieagentur des Landkreises Lörrach mit im Boot haben, dies aller Wahrscheinlichkeit aber schon in der nächsten Gemeinderatssitzung, bei der auch die konkreten Sparmaßnahmen beschlossen werden sollen. Auch mit Unterstützung einer entsprechenden Software soll dann ein kommunales Energiemanagement implementiert werden.

Generell kritisch sieht Schmid den hohen Gebäudebestand der Gemeinde: „Die kommunalen Liegenschaften fressen uns die Haare vom Kopf.“ Karl Rühl (CDU), der ebenfalls beim Treffen der Arbeitsgruppe dabei sein wird, will neben Sparpotenzialen („Jeder Cent, den wir nicht ausgeben, ist gut“), auch Möglichkeiten ausloten, kommunale Gebäude effizienter zu nutzen, etwa durch Bündelung von Veranstaltungen, so dass etwa eine Halle nur an einem Tag geheizt werden müsste.

  • Bewertung
    2

Umfrage

Wladimir Putin

Der russische Präsident Wladimir Putin droht im Ukraine-Krieg mit dem Einsatz von Atomwaffen. Wie schätzen Sie die Aussage ein?

Ergebnis anzeigen
loading