Von Marco Schopferer Efringen-Kirchen. Großeinsatz des Technischen Hilfswerks (THW) und Roten Kreuzes (DRK) am Samstag in Efringen-Kirchen: Über 100 Helfer mit gut zwei Dutzend Einsatzfahrzeugen rückten schon am Morgen am Flüchtlingsheim beim Eckberg an. Am Nachmittag mussten weitere Kräfte aus Todtnau und Lörrach alarmiert werden, um eine Notfallunterkunft für Flüchtlinge zu errichten. Die Hitze setzte den Helfern mächtig zu. Die örtliche Feuerwehr war bei diesem humanitären Hilfseinsatz außen vor, der Katas­trophenschutz des Landkreises hatte damit DRK und THW beauftragt. Nichtsdestotrotz waren Gesamtkommandant Werner Schmid, sein Stellvertreter Philipp Haber­stroh und Kommandant Markus Greiner am Vormittag für ein paar Stunden vor Ort und schauten dem emsigen Treiben von THW und DRK. Und auch Bürgermeister Philipp Schmid machte sich gemeinsam mit Ordnungsamtsleiterin Sonja Nabbefeld am Vormittag ein Bild von der Lage. Da hatten die rund 100 Helfer bereits alle Hände voll zu tun, die Schweißtropfen standen ihnen auf der Stirn. Unablässig sorgte das DRK für Getränkenachschub. Ab zehn Uhr morgens gab es auch Käse- und Schinkenbrötchen, zu Mittag eine Erbsensuppe für alle Helfer und ganz am Ende ein Eis. Doch dieses wollte sich erst über acht heiße Stunden in praller Sonne verdient werden. Die Hitze war auch der Grund, warum das Landratsamt am Nachmittag noch spontan DRK-Helfer aus Lörrach und Todtnau alarmieren musste. „Die Ressource Mensch als wichtigster Helfer drohte unter der brütenden Hitze Schaden zunehmen“, so Nils Huber vom Fachbereich Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises. Der Gabelstapler des THW meldete sich vorab schon ab. Immer wieder musste er abgekühlt werden, verweigerte aufgrund der Hitze den pausenlosen Dienst. Die Helfer sahen Stunde um Stunde ein Camp wachsen, das bei ihnen sichtlich Betroffenheit auslöste. Fünf auf acht Meter ist die Grundfläche für ein Zelt, das ab Mittwoch 20 Menschen in je zehn Doppelstockbetten unterbringen soll. Am Mittwoch kommen die ersten Flüchtlinge Ursprünglich sollten darin noch die Spanplattenschränke untergebracht werden, doch daraus wurde nichts. Spontan musste ein eigenes Schrankzelt aufgebaut werden, das aber auch in seiner Enge und ohne Spintschlösser kaum praktikabel sein wird. Doch dieses Problem wird am Montag die Heimleitung lösen müssen, bevor am Mittwoch die ersten Flüchtlinge in das Zeltprovisorium einziehen. Erste Kandidaten für den Einzug gibt es bereits: Alle zehn alleinstehenden Männer, die von Heimleiterin Susanne Maria Kraft für einen Umzug in die Zelte angefragt wurden, stimmten zu. Das gibt dann ab nächster Woche etwas Luft in den festen Behausungen für schwer taumatisierte Familien. Dort werden dann 220 Menschen, in den Zelten weitere 100 Menschen leben. Eine Dauerlösung ist das Zeltcamp für das Landratsamt nicht. Bis zuletzt versuchte man auf diese Unterbringungsmöglichkeit zu verzichten, sie gilt als ultimative Notlösung. Spätestens Ende Oktober werden die nicht winterfesten Zelte in Efringen-Kirchen wieder abgebaut. 50 000 Euro kostet die Notunterkunft unter Planen am Efringen-Kirchener Eckberg an Infrastruktur, doch der Landkreis, THW und DRK werden auch nach dem Abbau Ende Oktober bleibende Werte behalten: Zelte, Doppelstockbetten und technische Gerätschaften werden eingelagert.