Eimeldingen Ästhetische Wissensvermittlung

Seit Reinhard Hubers Interesse an der Fotografie vor mehr als 35 Jahren während seiner Zeit bei der Bundeswehr geweckt worden ist, hält der Eimeldinger die Welt mit dem Blick durch den Sucher und dem Druck auf den Auslöser fest. Die Natur in all ihren Facetten dient ihm als Motiv und ist ihm gleichzeitig persönliche Herzensangelegenheit.

Von Ingmar Lorenz

Eimeldingen. Denn ebenso wichtig wie der Ausdruck in seinen Fotografien ist es Reinhard Huber, über die Tier- und Pflanzenwelt, die er festhält, zu informieren. Bei Dia-Abenden schildert er Details zur der von ihm abgelichteten Flora und Fauna und in seinen Workshops geht es neben Brennweite und Belichtungszeit immer auch darum, wie sich ein Fotograf in der Natur richtig verhält.

Das eigene Wissen, auf dem er dabei aufbaut, hat er sich in vielen Jahren unter anderem bei der Fotogruppe der Kanderner Hochtouristen und als Mitglied der Gesellschaft für Naturfotografie (GDT) angeeignet. Hinzu kamen und kommen Kooperationen mit dem Trinationalen Umweltzentrum oder dem Nabu. Es ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen, beschreibt Huber, wie er die Naturschützer bei Bedarf mit Bildmaterial versorgt und zugleich immer wieder Neues über die Tier- und Pflanzenwelt dazulernt.

Mit eindrucksvollen Bildern die Natur näherbringen

So dienen ihm seine Fotografien als Vehikel der Wissensvermittlung, haben zugleich aber immer auch einen eigenen ästhetischen Anspruch. Wobei, wie Huber betont, beides Hand in Hand geht. Denn ein eindrucksvolles Foto macht es leichter, Informationen über das Motiv zu vermitteln. Diese Vermittlung strebt Huber teils im großen Rahmen an, etwa durch seine Beteiligung an den Projekten wie dem Vortrag „Unser Südwesten“ oder dem Buch „Unsere wilde Heimat“. Aber auch im Kleinen, etwa beim Gespräch mit Bekannten während eines Ausflugs in die Reben, kann man für die Natur sensibilisieren, weiß der passionierte Fotograf.

„Ich erlebe immer wieder etwas Neues“, beschreibt Huber seine anhaltende Faszination für die Naturfotografie. Wobei es aber, wie er sagt, mitunter durchaus auch vorkommen kann, dass an manchen Tagen gar nichts passiert. Schließlich ist die Natur nur bedingt vorhersehbar. Dort aber, wo sie es ist, weiß Huber Bescheid. Er steuert bestimmte Orte auf der Suche nach Motiven gezielt an. Mit dem nötigen Fachwissen, der entsprechenden Geduld und einem Quäntchen Glück, gelingt ihm dann so manche außergewöhnliche Aufnahme.

Um das Motiv nicht nur zu finden, sondern auch entsprechend festzuhalten, ist Huber meist mit mehreren Objektiven unterwegs, berichtet er. Allerdings könne man auch diesbezüglich schon im Vorfeld eine Wahl treffen. Will er etwa die winterliche Stimmung an den Isteiner Schwellen einfangen, wählt er ein Weitwinkelobjektiv, für Detailaufnahmen etwa von Vögeln kommt hingegen das „Tele“ zum Einsatz.

Sein gutes Auge und sein technisches Fachwissen hat sich Huber im Lauf der Zeit angeeignet, nicht zuletzt durch den Austausch mit anderen Fotografen, denen er seine Bilder zeigte. „Da war viel Enttäuschung mit dabei“, blickt er zurück. Denn die Kollegen machten ihn auf Unstimmigkeiten aufmerksam, die ihm zunächst gar nicht aufgefallen waren. Der Mehrwert dieser teils harten Schule aber sei unbestritten, sagt Huber. „Ich habe dadurch extrem viel gelernt.“

Obwohl es ihn über die Jahre zum Fotografieren bis nach Alaska und Kanada gezogen hat, betont Huber, dass man nicht in die Ferne schweifen muss, um großartige Fotos zu machen. Denn auch „vor der eigenen Haustür“ gebe es jede Menge ansprechende Motive, die gegebenenfalls erst auf den zweiten Blick ihre Faszination preisgeben. „Diese Orte müssen nur gesucht und entdeckt werden.“

Das Aussortieren gehört mit dazu

Die Schönheit der hiesigen Natur ist für Huber indes auch eng mit einem aktuellen Projekt verknüpft, denn im Moment arbeitet er unter anderem an einem neuen Vortrag über die Natur im Markgräflerland. Die Realisierung wird aber noch ein wenig Zeit in Anspruch nehmen. „Eine Dia-Show zusammenzustellen, ist ein Riesenaufwand“, weiß der Fotograf. Eine Vielzahl von Aufnahmen liegt ihm zwar bereits vor, aber auch das Aussortieren und Auswählen ist fester Bestandteil des Schaffensprozesses. Und woher weiß man, ob nicht nur die technische Facette einer Aufnahme gelungen, sondern es tatsächlich auch ein großartiges Foto geworden ist? Reinhard Huber hat dafür eine Faustregel: „Man muss das Bild mehr als einmal anschauen wollen.“

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