Eimeldingen Arbeit und Wohnraum weiter akut

Die Erarbeitung des Integrationskonzepts für den Verwaltungsverband Vorderes Kandertal ging in Eimeldingen in die zweite Runde. Foto: Daniela Buch

Eimeldingen - Der zweite Workshop für die gemeinsame Erarbeitung eines Integrationskonzepts für die Verbandsgemeinden des vorderen Kandertals fand am Freitag in Eimeldingen statt. Die Teilnehmer hatten die Aufgabe, ein noch breiteres Spektrum an Leitsätzen und Zielen zu formulieren, und konkrete Maßnahmen für deren Umsetzung zu entwickeln.

Moderiert wurde der Workshop von den beiden Prozessbegleitern der Führungsakademie Baden-Württemberg, Marina Leibfried und Thomas Uhlendahl. Das Projekt läuft im Rahmen des Programms „Integration durch bürgerschaftliches Engagement und Zivilgesellschaft“, das vom Ministerium für Integration und Soziales des Landes Baden-Württemberg in die Wege geleitet wurde. Ziel ist es, ein Integrationskonzept gemeinsam zu entwickeln und gemeinschaftlich zu tragen.

Der Startschuss fiel bei einer Auftaktveranstaltung im Januar dieses Jahres. Beim ersten Workshop, der Ende März stattfand, hatten die Themenfelder Vereinsleben und bürgerschaftliches Engagement, kulturelle Identität und Rollen- und Familienbilder, Alltag und Regeln in Deutschland sowie Ängste und Ressentiments im Mittelpunkt gestanden.

Behandelt wurden nun die Themenfelder Sprache und Bildung, Kommunikation zwischen Institutionen und Behörden, Wohnen und Mobilität sowie Integration in den Arbeitsmarkt. 20 Teilnehmer hatten sich zum dreistündigen Workshop eingefunden, darunter Vertreter der Verwaltungen und Gemeinderäte, Mitglieder der Flüchtlingshelferkreise und Geflüchtete. An den Tischen wurde darüber diskutiert, ob die Leitsätze und Ziele zu den drängendsten Herausforderungen passen sowie Ergänzungen dazu gemacht.

In einer weiteren Runde ging es dann darum, vielversprechende Ideen in den Fokus zu rücken. Anschließend wurden Maßnahmensteckbriefe erstellt, in denen die jeweiligen Vorgehensweisen kurz beschrieben sowie die Beteiligten und ein Zieldatum für die Realisierung benannt wurden. Für die verschiedenen Bereiche wurden von den Teilnehmern zahlreiche Maßnahmen ins Blickfeld gerückt.

Sprache und Bildung

Vorgeschlagen wurde von den Teilnehmern, Sprachunterricht für alle Kinder und Erwachsene mit Bedarf zu fördern und die notwendige Infrastruktur wie Räume und Transport zu unterstützen, mit dem Verwaltungsverband, Schulverwaltungen und Arbeitgebern als Beteiligten.

Deutsch müsse als gemeinsame Sprache gefördert werden. Angedacht wurde, Kurse weiter zu entwickeln und kostenlos anzubieten, auch zu Randzeiten für Berufstätige. Auch ein monatlich stattfindendes und sofort umsetzbares Sprach-Café in den Verbandsgemeinde für Begegnung und Sprachübung wurde ins Gespräch gebracht.

Kommunikation mit Behörden

Damit die Kommunikation mit den Behörden funktioniert, sollen Formulare in einfacher Sprache,formuliert werden. Diese Maßnahme könnte schon bis zum Frühjahr 2020 umgesetzt werden.

Auch eine mehrsprachige Info-Broschüre mit Informationen über Behörden, Ärzte, öffentlichen Nahverkehr und Ansprechpartnern sei umsetzbar.

Wohnen und Mobilität

Weiterhin müsse Wohnraum geschaffen werden, sowohl durch die Ausweisung neuer Gebiete als auch die Nutzung bestehender Flächen. Zum Thema Mobilität wurde unter anderem vorgeschlagen, die Einführung des Ein-Euro-Tickets durch Kommunen und Busunternehmen im Verwaltungsverband zu prüfen.

Integration in den Arbeitsmarkt

Um Geflüchtete in den Arbeitsmarkt zu integrieren, wurde unter anderem ein Arbeitgeber-Programm für die Ausbildung und Einstellung von Migranten ins Spiel gebracht. Fortbildungen und finanzielle Förderung für Arbeitgeber, unter Beteiligung von Gewerbevereinen, Verband, Jobcenter und externen Fachleuten, wurden außerdem angedacht.

Innerhalb der kommenden zwei Wochen werden die Ergebnisse der Begleitgruppe im Verband vorgelegt. Die Abschlussveranstaltung ist für den 8. November vorgesehen. „Im besten Fall haben wir dann ein fertiges Konzept, das auch politisch abgestimmt ist, und das dann in die Umsetzungsphase starten kann. Ein Fahrplan für die Integration von Zugezogenen und das Zusammenleben aller Menschen“, sagte Thomas Uhlendahl.

Die endgültige Abstimmung über das Integrationskonzept obliegt der Verbandsversammlung des Gemeindeverwaltungsverbands.

Sie möchten alle Nachrichten aus Ihrer Gemeinde lesen?
Dann testen Sie unser ePaper – 3 Wochen völlig gratis und unverbindlich! Klicken Sie HIER.

  • Bewertung
    0

Newsticker

blank

Umfrage

<!-- 'image.alt' is undefined -->

Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass Arbeitszeiterfassung Pflicht werden soll. Was halten Sie davon?

Ergebnis anzeigen
loading