Eimeldingen Auf den Spuren der „Eisernen Hand“

Der Autor Armin Zwerger war zu Gast im Eimeldinger „Bücherwurm“. Foto: Daniela Buch Foto: Weiler Zeitung

Der Autor Armin Zwerger war zu Gast im „Bücherwurm“ in Eimeldingen und las Auszüge aus seinem Kriminalroman „Über die Eiserne Hand hinüber“ vor, der im Jahre 1942 in der hiesigen Grenzregion spielt.

Von Daniela Buch

Eimeldingen. Die Lesung fand in Kooperation mit der Volkshochschule Weil am Rhein und Vorderes Kandertal statt.

Zwei deutsche Agenten werden in Zwergers Buch beim illegalen Übertritt über die Grenze von Schweizer Grenzpolizisten erschossen. Das NS-Regime vermutet eine „undichte Stelle“. Und der Ortsvorsteher, der Gauleiter und die örtlichen Behörden versuchen, Vater Heimer den Vorgang anzuhängen, der als Doppelagent verrufen ist und seinen jüngsten Sohn Paul immer wieder für Aufträge heranzieht. Der 13-jährige Junge zeigt Schmugglern und Flüchtlingen den Weg, und dies wird ihm zum Verhängnis, da man dem Vater nicht habhaft werden kann. Paul wird gezwungen, die gesamte Grenzstrecke bis zum körperlichen Zusammenbruch abzulaufen. Er wird dabei verhört, schwer misshandelt und halb tot im Schnee liegengelassen. Der behinderte Bruder Jan findet Paul übel zugerichtet, bis jedoch die Eltern und ein Arzt hinzukommen, ist es zu spät und der Junge erliegt seinen Verletzungen. In den Akten wird es offiziell als „Unfall im Steinbruch jenseits der Grenze“ vermerkt.

Die Familie Heimer denkt nun ebenfalls an Flucht. Von Verwandten aus Wehr können sie indes keine Hilfe erwarten.

Ein letztes Mal nimmt Vater Heimer einen Auftrag an, der ihm viel Geld einbringen soll: eine jüdische Familie in die Schweiz zu bringen. Sein ältester, unehelicher Sohn Beat, der aus einer Affäre mit einer Schweizerin hervorgegangen ist, arbeitet als Grenzpolizist und soll helfen.

„Der Hintergrund ist Realität“

„Die Handlung ist erfunden, allerdings ist der Hintergrund Realität“, erklärte Armin Zwerger, der in Inzlingen wohnt, in Freiburg Politologie, Geschichte und Germanistik studiert hat und in der Erwachsenenbildung in Lörrach tätig ist. Bevor er aus seinem Roman vorlas, zeige Armin Zwerger historische Fotografien, um die damalige Situation und die Beschaffenheit des Geländes, die Grenzsteine und den acht Meter breiten und drei Meter hohen, mit Stacheldraht umwickelten Grenzzaun zu erläutern.

Ein Blick auf die Landkarte machte den ungewöhnlichen Verlauf der Grenze zur Schweiz hin anschaulich – die „Eiserne Hand“, ein Stück Schweizer Terrain zwischen Grenzach, Bettingen, Inzlingen, Stetten, Riehen und Weil am Rhein, mit einem fingerartigen Fortsatz zwischen Inzlingen und Stetten, an dem der Grenzzaun fehlte.

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