Eimeldingen Höhere Kosten beim Abwasserverband

Christoph Schennen
Das Abwasser des Abwasserzweckverbands Unteres Kandertal wird in der Kläranlage Bändlegrund in Weil am Rhein gereinigt und in den Rhein eingeleitet. Foto: Archiv/Eßlinger

Eimeldingen /Unteres Kandertal - Die Versammlung des Abwasserzweckverbands (AZV) Unteres Kandertal hat am Mittwoch die am 30. Juni 2021 beschlossene Eröffnungsbilanz zum 1. Januar 2019 aufgehoben. Die Bilanz basierte auf Erfahrungswerten, die nicht mit den Anlagekarten überein stimmten. Die Verbandsversammlung hat anschließend die neue Eröffnungsbilanz zum 1. Januar 2019 beschlossen. Sie stimmte auch dem Beitrittsbeschluss der Reduzierung der Kreditermächtigung zu. Die Haushaltssatzung sah eine Kreditaufnahme von 400 000 Euro vor, das Landratsamt genehmigte in seiner Haushaltsverfügung aber nur eine Kreditaufnahme von 200 000 Euro. Die Behörde verwies auf die hohe Liquidität des Verbands, die zunächst verbraucht werden müsse, ehe ein Kredit aufgenommen werden könne. Die Bekanntmachung der Haushaltssatzung erfolgt mit der reduzierten Kreditermächtigung.

Rufbereitschaft für Überlaufbecken kostet

Verbandsrechner Achim Blaschke stellte dann noch kurz den Haushalt 2023 vor. Er sieht eine erhöhte Betriebskostenumlage für die Regenüberlaufbecken (RÜB) in Höhe von 305 470 Euro vor, weil eine Rufbereitschaft für abends, wochenends und feiertags eingerichtet wurde, um auf Störfälle unmittelbar reagieren zu können. Die Betriebskostenumlage für den Sammler liegt mit 911 850 Euro ebenfalls über den Vorjahresansatz. Erstattungen erhalten der Wieseverband und der GVV Vorderes Kandertal. Der Ansatz hat sich erhöht aufgrund der Preissteigerungen und der geplanten Übernahme der Verwaltung des Abwasserzweckverbands durch den Wieseverband Lörrach zum 1. Januar 2023.

Die Bewirtschaftungskosten werden sich wegen steigender Energiekosten voraussichtlich um 30 000 Euro auf 57 000 Euro erhöhen. Der Strompreis hat sich von 17 Cent auf 50 Cent pro Kilowattstunde erhöht.

Ersetzt werden soll die Messtechnik im RÜB Eimeldingen (30 000 Euro). Für den Stauraumkanal Binzen werden neue Schieber für den Notüberlauf (7000 Euro) installiert; das Pumpwerk Märkt bekommt eine Notfallpumpe und ein Notstromaggregat (62 000 Euro). Damit reagiert der Verband auf einen möglichen Blackout, wie Verbandsvorsitzender Oliver Friebolin betonte. Das Abwasser fließt von Kandern nach Märkt nach unten. Damit sich bei einem Stromausfall nicht alles in Märkt staut, könne die Schmutzfracht mittels Notstromaggregat hochgepumpt werden, so Friebolin.

Notstromaggregat für den Fall eines "Blackouts"

Geplant für 2023/2024 ist auch der Neubau des Beckens Wollbach. Für das Projekt soll eine Verpflichtungsermächtigung in Höhe von 1,28 Millionen Euro eingegangen werden. Sie soll im übernächsten Jahr durch einen Kredit finanziert werden. Weil aber noch unklar ist, wo das Becken errichtet wird, und welche Kosten der Neubau verursacht, vertagte das Gremium den Beschluss über den Haushaltsplan 2023. Beschlossen wurde aber die Anschaffung des Notstromaggregats.

Abschließend wurde über die geplante Übernahme von Tätigkeiten durch den Wieseverband Lörrach informiert. Dazu bedarf es einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung, in der Rechte und Pflichten festgehalten werden. Auch die Satzung des Abwasserzweckverbands muss dafür geändert werden. Vor Unterzeichnung des Vertrags wird derselbe auf Wunsch von Daniela Meier der Verbandsversammlung vorgelegt.

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