Eimeldingen Der Naturschutz hat Priorität

Die Genossenschaft Bürgerenergie Dreiländereck wird am Eimeldinger Wuhr auf Binzener Gemarkung ein Wasserkraftwerk bauen. Wirtschaftliche Interesse stehen dabei aber nicht im Vordergrund, sondern der Naturschutz.

Von Ingmar Lorenz

Eimeldingen. Denn wichtiger als das Kraftwerk selbst ist das geplante Biotop samt Fischpass an der Kander. Durch diesen wird das Gewässer im Bereich des Eimeldinger Wuhrs für Fische – speziell Barben – künftig passierbar. Bislang ist die meterhohe Steilkante ein unüberwindbares Hindernis.

Wie Martin Völkle von der Genossenschaft Bürgerenergie Dreiländereck erklärte, sei die Gemeinde ohnehin verpflichtet, bis zum Jahr 2025 eine Richtlinie umzusetzen und die Durchlässigkeit für Fische zu gewährleisten.

Durch den Bau des Kraftwerks, für das die Genossenschaft finanziell aufkommen wird, könne man zugleich einen Beitrag zur Umstellung auf erneuerbare Energien leisten.

Der Fischpass wird von der Gemeinde finanziert und wird voraussichtlich mit 50 bis 60 000 Euro zu Buche schlagen. Durch die Richtlinie müsste die Gemeinde das Geld aber ohnehin in die Hand nehmen, auch wenn es die Pläne mit der Bürgerenergie Dreiländereck nicht geben würde. Somit schlagen Gemeinde und Genossenschaft gewissermaßen zwei Fliegen mit einer Klappe.

Mit Blick auf die Kosten wies Völkle zudem darauf hin, dass es für den Bau des Fischpasses voraussichtlich Fördergelder vom Land geben wird.

Ein weiter Vorteil der Anlage könne zudem darin bestehen, die Schulen mit ins Boot zu holen, nachdem die Baumaßnahmen abgeschlossen sind. Die Kinder könnten bei Besuchen der Anlage sowohl etwas über die Wanderung der Fische als auch über das Thema Stromerzeugung lernen.

„Die Realisierung des Vorhabens ist schon für 2020 angepeilt“, erklärte Völkle den zeitlichen Ablauf.

Sorge um den Mühlbach

Großes Lob gab es seitens der Gemeinderäte für die von Völkle vorgestellten Pläne. Aus den Reihen der Zuhörer wurden jedoch Sorgen um den Mühlbach geäußert. Dieser zweigt im Bereich des Eimeldinger Wuhrs von der Kander ab.

Der Wasserstand sei im Mühlbach ohnehin häufig zu niedrig. Ob sich der Bau der Anlage diesbezüglich nicht negativ auswirken wird, wollten die Zuhörer wissen. Schließlich müssten künftig der Fischpass, der Mühlbach und die Turbine mit Wasser versorgt werden.

In seiner Antwort ließ Völkle keinen Zweifel an der Priorisierung. „Die Turbine bekommt im Zweifel das wenigste oder gar kein Wasser.“

Auch Bürgermeister Oliver Friebolin erklärte, dass man den Mühlbach besonders im Blick behalten werde. Der Rathauschef lobte das vorgestellte Projekt. „Ich glaube, die Unterstützung der Gemeinde ist Ihnen gewiss“, sagte Friebolin an Völkle gewandt.

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