Eimeldingen Energiewende schlägt Ackerland

Weiler Zeitung
Trotz der Solarmodule können Pflanzen wachsen und Niederschläge aufgenommen werden, weiß Ortsplaner Stephan Färber. Foto: Ingmar Lorenz

Der Gemeindeverwaltungsverband Vorderes Kandertal (GVV) hat grünes Licht gegeben für den Solarpark an der A 98 bei Eimeldingen im Gewann See-Rain. Es geht um 2300 Module, deren jährliche Leistung von etwa 800 000 Kilowattstunden der Versorgung von 250 Haushalten entspricht. Dafür muss ein guter Hektar Ackerland weichen.

Von Alexandra Günzschel

Eimeldingen. Bei zwei Enthaltungen durch die Gemeinden Binzen und Rümmingen hat die Verbandsversammlung des GVV die elfte Änderung des Flächennutzungsplans einstimmig gebilligt und damit den Feststellungsbeschluss auf den Weg gebracht.

Die Änderung muss nun noch dem Landratsamt Lörrach zur Genehmigung vorgelegt werden, damit das Verfahren zum Abschluss kommt.

In der Kritik bei diesem Projekt stand von Anfang an der Verlust der landwirtschaftlichen Fläche. Es sei zunehmend schwieriger geworden, solche Flächen zu pachten oder zu kaufen, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Letztlich war dies auch der Grund, warum sich die Gemeinden Binzen und Rümmingen bei der Abstimmung enthielten. Dem gegenüber steht der Beitrag zur Energiewende durch den Solarpark Eimeldingen.

Im Gemeindeverwaltungsverband wurde zunächst nach besser geeigneten Flächen für den Solarpark gesucht.

Erfolg hatte man mit dieser Suche allerdings nicht, wie Ortsplaner Stephan Färber in der GVV-Sitzung ausführte.

Der Standort in Eimeldingen erwies sich als derjenige mit den geringsten negativen Auswirkungen.

Keine Flächenversiegelung

Färber bemerkte zudem, dass bei dem Projekt von einer wirklichen Flächenversiegelung eigentlich nicht die Rede sein könne. Denn die Solarmodule werden nur punktuell im Boden verankert, so dass die Funktion des Bodens zur Aufnahme von Niederschlägen erhalten bleibt. Selbst Pflanzenwachstum ist weiterhin möglich. Eigentlich sei dies sogar eine Flächenaufwertung, hob Färber hervor, zumal ökologische Ausgleichsmaßnahmen für den Solarpark Eimeldingen gefordert werden.

Als schärfster Kritiker erwies sich in der Sitzung einmal mehr Oliver Baumert. Er sprach von einem Renditeprojekt von einem privaten Investor und befürchtete, dass dadurch ein Präzedenzfall geschaffen werde. Anstelle von Flächen im Außenbereich würde Baumert lieber das noch vorhandene Potenzial innerorts im Bereich von Industrieflächen für Photovoltaikanlagen nutzen.

Baumert vertrat die Gemeinde Binzen bei dieser Sitzung allein. Er bemerkte, dass Verbandsvorsitzender Andreas Schneucker anderer Meinung sei und man sich deshalb enthalte.

„Wir denken an die Landwirtschaft“, begründete die stellvertretende Verbandsvorsitzende Daniela Meier die Enthaltung aus Rümmimngen.

Oliver Fribolin verkündete für die Gemeinde Eimeldingen Zustimmung. Er bemerkte, dass die Versiegelung durch Sportflächen oder ähnliches als problematischer zu bewerten sei.

Da das Thema vorab schon besprochen war, gab es darüber hinaus keinen Gesprächsbedarf mehr. Unproblematisch waren auch die Abwägungen zu den im Zeitraum der Offenlage eingegangenen Stellungnahmen der Behörden und Träger öffentlicher Belange.

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