Eimeldingen Kernpunkt: Sich gegenseitig helfen

Die Initiatoren der Bürgerhilfe Eimeldingen: (v.l.) Rita Joao, Johannes Keller, Uwe Günther, Adolf Kasper, Margit Heusch, Erika Hülpüsch und Hartmut Kern Foto: Ingmar Lorenz Foto: Weiler Zeitung

„Es ist ein großartiges Projekt“, fand nicht nur Bürgermeister Oliver Friebolin lobende Worte für die Bürgerhilfe Eimeldingen, die sich und ihre künftige Arbeit in der Sitzung des Gemeinderats vorstellte. Gemeinderäte und Zuhörer waren beeindruckt.

Von Ingmar Lorenz

Eimeldingen. Die Grundidee sei, dass sich die Leute gegenseitig helfen, erklärte Hartmut Kern stellvertretend für die in der Sitzung anwesenden Initiatoren des Vereins „Bürgerhilfe Eimeldingen“, der sich derzeit in der Gründungsphase befindet (wir haben berichtet). Kern erklärte zunächst, wie die Idee für die Gründung entstanden war. Im Zentrum der Überlegungen stand die Idee, dass Bürger anderen Bürgern helfen. Besonders Senioren sollen davon profitieren, mit dem Ziel, dass sie möglichst lange in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben können.

Die Initiatoren aus Eimeldingen nahmen sich die Bürgerhilfe Fröhnd zum Vorbild. Das System funktioniert dort folgendermaßen: Die Person, die eine Leistung in Anspruch nehmen will, wird ebenso wie der Helfer Mitglied im Verein.

Will beispielsweise ein älterer Mitbürger beim Einkaufen begleitet werden, kann er sich an die Bürgerhilfe wenden. Diese vermittelt dann den Helfer. Die beiden gehen gemeinsam einkaufen. Anschließend wird auf einer Karte festgehalten, welche Leistungen durch den Helfer erbracht wurden. Diese werden vom Senior bezahlt, der die Rechnung dann bei seiner Krankenkasse einreicht und das Geld – sofern er eine Pflegestufe hat – zurückerstattet bekommt. Bei der Bezahlung des Helfers handelt es sich um eine Aufwandsentschädigung. Denn nicht das Geldverdienen, sondern das soziale Engagement stünden im Vordergrund, so Kern.

Hilfe auch über Eimeldingen hinaus

Das Fröhnder Modell soll nun auch in Eimeldingen angewendet werden. Aber auch darüber hinaus. Denn das Landratsamt habe der Bürgerhilfe empfohlen, die Satzung so zu gestalten, dass auch Personen aus dem näheren Umfeld nicht abgewiesen werden müssten. „Wir haben deshalb den GVV mit in die Satzung aufgenommen“, erklärte Hartmut Kern.

Die Finanzierung des Vereins erfolgt zu einem Teil über den Mitgliedsbeitrag, der bei 36 Euro jährlich liegt. Zum anderen erhofft sich der Verein auch finanzielle Unterstützung durch Spenden.

Das würde sich anbieten, erklärte die Seniorenbeauftragte der Gemeinde, Erika Hülpüsch, die ebenfalls zu den Initiatoren der Bürgerhilfe zählt. Denn den Betrag, den die Gemeinde an die Bürgerhilfe gegebenenfalls spenden würde, bekäme der Verein in gleicher Höhe aus Mitteln der Pflegeversicherung.

Zu den anwesenden Initiatoren zählten neben Kern und Hülpüsch auch Margit Heusch, Adolf Kasper, Uwe Günther, Johannes Keller und Rita Joao. Damit war die Gemeinde G5 stark vertreten, was aus dem Ratsrund zu dem Hinweis führte, dass der Verein überkonfessionell tätig sein müsste. Damit rannten die Räte bei Hartmut Kern offene Türen ein.

Tätigkeit soll überkonfessionell sein

„Uns liegt viel daran, dass ganz Eimeldingen im Vorstand vertreten ist.“ Deshalb freue er sich auch, dass Petra Friebolin, die Frau des Bürgermeisters, ihre Mitarbeit zugesagt habe. Zudem will Kern, dass auch der Gemeinderat im Vorstand vertreten ist. Gespräche dazu laufen.

Ob sich auch die evangelische Kirche beteiligen werde, wollte Friebolin vom anwesenden Pfarrer Jochen Debus wissen. „Das kann ich heute Abend nicht beantworten“, erklärte der Pfarrer. Er wolle die Sitzung des Kirchengemeinderats in der kommenden Woche abwarten.

Um seine Arbeit koordinieren zu können, wünscht sich der Verein Räume im Rathaus. Dieser Standort biete sich auch deshalb an, weil das Gebäude barrierefrei zugänglich ist. Insgesamt zeigte sich der Gemeinderat vom Konzept der Bürgerhilfe sehr angetan. Am Ende der Vorstellung spendeten die Ratsmitglieder den Initiatoren Applaus.

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