Eimeldingen Meinungen zu Tempo 30 verschieden

Seit mehreren Wochen gilt in Eimeldingen auf der B 3 Tempo 30. Foto: Ingmar Lorenz

Eimeldingen - Die Resonanz auf die kürzlich erfolgte Einführung von Tempo 30 entlang der Eimeldinger Ortsdurchfahrt ist geteilt. Zwar steht die Mehrheit der Maßnahme positiv gegenüber, es gibt aber auch kritische Stimmen.

Reaktionen in beide Richtungen – sowohl positive als auch negative – haben ihn erreicht, berichtet Bürgermeister Oliver Friebolin. Die Mehrheit finde die Einführung der Geschwindigkeitsbegrenzung gut, gibt Friebolin das Stimmungsbild wider. Zugleich aber seien auch Beschwerden an ihn herangetragen worden. Manchen Autofahrern geht es nun bei der Durchquerung des Ortes nicht mehr schnell genug. Auch Anwohner der B 3 habe Kritik geäußert, so Friebolin. Das Argument: Laster, die den Ort auf der Bundesstraße durchqueren, schalten herunter, wenn sie ihre Geschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde reduzieren, was Lärm verursache. Allerdings: Von einer generellen Zunahme der Belastung durch die Einführung von Tempo 30 könne keine Rede sein, betont Friebolin. Mit Blick auf die runterschaltenden Laster sagt der Bürgermeister: „Ausnahmen bestätigen die Regel.“ Denn insgesamt sei es entlang der Eimeldinger Ortsdurchfahrt inzwischen deutlich ruhiger und sicherer geworden.

Autofahrer sehen die neue Regelung kritisch

Auch bei der Metzgerei Senn, die direkt an der Hauptstraße liegt, wird die neue Geschwindigkeitsbegrenzung differenziert betrachtet. Der Verkehr fließt gleichmäßiger und beruhigter durch Eimeldingen, eine Einfahrt in die Hauptstraße aus den Seitenstraßen ist leichter möglich, da nur noch 30 statt 50 gefahren wird, schildert Mathias Senn seine Beobachtungen und Erfahrungen. Auch habe er festgestellt, dass nun mehr Radfahrer auf der Straße unterwegs seien. „Lärmmäßig ist für mich als direkter Anwohner keine Veränderung spürbar“, erklärt er. Einige Verkehrsteilnehmer geben aber nach dem Blitzer, der sich direkt auf der anderen Straßenseite befindet, extra Gas, oder fahren im ersten Gang.

Seitens der Kunden wird die Einführung von Tempo 30 teils kritisch gesehen, weil inzwischen vielerorts nur noch 30 gefahren werden darf und einem das Autofahren dadurch schwer gemacht werde. Man solle es lieber bei 50 km/h belassen und die Einhaltung dafür strenger kontrollieren, so eine der Meinungen. Einige Kunden hätten zudem angemerkt, dass es teils auch schwieriger sein könne, auf die Hauptstraße einzubiegen, weil der Verkehr gedrängter komme.

Andere hätten festgestellt, dass das Abbiegen an der Kreuzung von Bundes- und Kreisstraße nun besser möglich sei. Vor diesem Hintergrund wurde auch die Frage gestellt, ob es den geplanten Kreisel überhaupt noch brauche, wenn durch die neue Geschwindigkeitsbegrenzung alle Fahrzeuge, die aus Richtung Märkt kommen, locker in die Hauptstraße einbiegen können. Zumal die Grundlage für den Kreisel eine Verkehrszählung sei, die gemacht wurde, als die Nordwestumfahrung noch nicht existierte.

Verkehr nun weniger laut und hektisch

Beim Restaurant „Loewen“ betont man die Vorteile der Einführung der Geschwindigkeitsreduzierung. „Ich habe das Gefühl, dass sich die Verkehrssituation wirklich beruhigt hat, es ist nicht mehr so laut und hektisch“, schildert Barbara Hanemann. „Wir begrüßen die neue Situation und finden dies ein gelungenes Projekt.“

Ein Anwohner, der auf Höhe der Dorfstraße wohnt, teilt diese Einschätzung. Der Verkehr habe sich durch die Einführung von Tempo 30 deutlich beruhigt. Das gebe ihm ein Gefühl von Sicherheit, gerade wenn er mit seinen Hunden unterwegs sei. Auch mit dem Rad sei die Fahrt entlang der Eimeldinger Hauptstraße nun sicherer und angenehmer. Gerade kurz nach der Einführung habe man noch beobachten können, wie manche Autofahrer einen Moment brauchten, um sich die nun geltende Begrenzung auf 30 Kilometer pro Stunde vor Augen zu führen. Mit der Zeit werde die neue Regelung aber immer stärker verinnerlicht.

Ähnliches hat auch Bürgermeister Friebolin beobachtet. Es sei normal, dass es ein wenig Zeit brauche, bis man sich als Autofahrer an die neue Situation gewöhnt habe. Zugleich weist der Bürgermeister auf die Geschwindigkeitsanzeigen am Ortseingang hin, mit denen die Autofahrer bereits früh gewarnt werden, sollten sie zu schnell unterwegs sein.

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